Dölsach Zum Abschied steigt noch einmal viel Rauch auf

Mit einer Raucherparty zur ordentlichen Verabschiedung des blauen Dunstes aus seinem Lokal geht Thomas Glanzer, Wirt vom Gasthaus „Marinelli“ in Dölsach bei Lienz seinen eigenen Weg.

Thomas Glanzer verbannt den blauen Dunst aus dem "Marinelli" © KK/PRIVAT
 

Einmal noch wird sich seine Gaststube ganz vernebelt und verraucht präsentieren, dann übernehmen die Nichtraucher: Der Osttiroler Gastronom Thomas Glanzer pfeift auf das Hin- und Her der österreichischen Raucherverordnung und macht sein Lokal nach 80 Jahren schon am 19. Februar rauchfrei, nicht aber ohne ordentliche Verabschiedung der Raucher in seinem Lokal. Am 16. und 17. Februar sollten die Nichtraucher dem Lokal sicherheitshalber noch fernbleiben. Da steigt nämlich die „Raucherparty“ mit Live-Musik und bewusst ganz viel blauen Dunst aus Zigaretten, Zigarren und Pfeifen.

Das politische Hin- und Her um das Rauchverbot in der Gastronomie hält die Branche seit nunmehr fast zehn Jahren auf Trab. Die typisch österreichische Lösung war ein fauler Kompromiss, der noch dazu ein Ablaufdatum, mit dem ersten Mai 2018 ein Ablaufdatum hatte. Da
sollte dann ein generelles Rauchverbot gelten. Nun hat die neue Regierung das Gesetz aber wieder aufgehoben. Grundsätzlich findet es Glanzer gut, dass die Raucher nicht komplett aus den österreichischen Lokalen verbannt werden, gleichzeitig gebe es aber immer mehr Nichtraucher, die ihr Recht auf eine rauchfreie Zone auch einfordern. „Die von der Regierung jetzt vorgesehene Regelung schafft wieder neue Unsicherheit und keiner weiß, ob die nun erteilte Raucherlaubnis auch nicht wieder
zurückgenommen wird“, erklärt der Gastronom das Dilemma in dem sich nun viele Lokalbesitzer befinden.

Da der „Marinelli“ hauptsächlich ein Restaurantbetrieb sei, hat Glanzer dessen Gasthof auch Mitgliedsbetrieb der Drauradwegwirte ist, sich entschlossen sein Lokal komplett rauchfrei zu machen. Es sei eigentlich schade, da für ihn auch das Rauchen irgendwie zum Genießen und zum
typischen Gasthausbesuch dazugehöre. Aber man müsse eben mit der Zeit gehen. Damit die Freunde des blauen Dunstes nicht ganz ausbleiben, hat der findige Gastronom im Freien einen überdachten und windgeschützten Bereich für die Raucher geschaffen. Die Raucher aus den
anderen europäischen Ländern seien es ohnehin schon gewohnt, für ihre Zigarette vor die Tür gehen zu müssen.

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