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Lienzer TalbodenBlanik: „Das ist Enteignung“

Ausweisung landwirtschaftlicher Vorsorgeflächen sorgt im Lienzer Talboden für Wirbel. Land agiere in Drüberfahrer-Manier.

Noch ein Instrument zur Flächenregulierung: Talbodenbürgermeister sind entgeistert © EGGER
 

Es hat sich abgezeichnet: Die Bürgermeister des Lienzer Talbodens stehen auf den Barrikaden. Hinter vorgehaltener Hand wurde bereits vor Wochen heftig kritisiert. Offiziellen Charakter bekam das Kapitel vor wenigen Tagen: Landtagsabgeordneter Josef Schett (impuls Tirol) sorgte dafür – er richtete eine schriftliche Anfrage an Landesrat Johannes Tratter, seines Zeichens Raumordnungsreferent in Tirol.
Schett ließ dabei durchblicken: Im Talboden gibt es Unmut. Die vom Landtag beschlossene Ausweisung landwirtschaftlicher Vorsorgeflächen – beantragt vom Osttiroler Landtagsabgeordneten Hermann Kuenz (ÖVP) – geht vielen Bürgermeistern über die Hutschnur. Der Grund: Der Ausweisungsvorschlag vom Land sei ohne Abstimmung mit Gemeinden und Grundbesitzern erfolgt.

Geht das so durch, hat Nussdorf-Debant über Jahre keine Chance auf Weiterentwicklung. 

Andreas Pfurner
Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik bestätigt: „Ich kann jetzt nur über das Stadtgebiet sprechen und muss sagen, die Vorgangsweise seitens des Landes ist unglaublich. Die Vorsorgeflächen sind so angelegt, dass sie an bebautes Siedlungsgebiet grenzen. Man fährt hier einfach drüber. Bei aller Wertschätzung für Freihalteflächen – das ist eine Sauerei“.
Blanik geht noch einen Schritt weiter: „Einwände der Gemeinden hat es gegeben. Diese werden in keinster Weise berücksichtigt. Was hier passiert, ist Wertminderung von Grundstücken, ist Enteignung der Grundbesitzer“.

Weniger emotional reagiert Andreas Pfurner, Bürgermeister von Nussdorf-Debant. „Ich bin ziemlich irritiert. Alles außerhalb des Siedlungsgebietes wurde als landwirtschaftliche Vorsorgefläche festgelegt. Wenn das für Nussdorf-Debant so durchgeht, haben wir in den nächsten zehn Jahren keine Chance auf Weiterentwicklung“. Was Pfurner richtig aufregt: Es habe eine stundenlange Besprechung mit der Vertreterin der Raumordnungsabteilung gegeben, in der Änderungswünsche vorgebracht worden seien. Doch: „Geändert wurde nichts“.

Ludwig Pedarnig, Bürgermeister von Schlaiten, sagt: „Wir sind nicht so stark betroffen, da bei uns nicht so viel Fläche betroffen ist“. Perdarnig stellt aber fest: „Wir sind schon ausreichend reglementiert durch Raumordnungskonzept und Flächenwidmungen. Wozu wir diese Ausweisung dieser Vorsorgeflächen brauchen, ist mir ein Rätsel“. Robert Ortner, Leiter des Sachgebietes Raumordnung, sagt: „Das Ganze ist politisch durch einen Landtagsantrag von Osttirol, vom Lienzer Talboden, ausgegangen, deswegen ist für mich nicht nachvollziehbar, dass von dort jetzt Kritik kommt. Wir vollziehen einen Landtagsbeschluss, sind aber nicht die spanische Inquisition.“

Die Gemeinden hätten noch bis 2. Juni Zeit, Stellungnahmen einzubringen und am 31. Mai gebe es eine Aussprache zwischen Talbodenbürgermeistern und Landesrat Tratter.

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