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Erfolglos?

Osttiroler Sponsoren sind mit deutschem Skifahrer unzufrieden

Tourismusverband Osttirol sponsert seit heuer deutschen Skifahrer Dominik Stehle. Schon nach einem Rennen ist Feuer am Dach.

FIN, FIS Weltcup Ski Alpin, Levi
Das Kopfsponsoring von 25.000 Euro vom Tourismusverband entflammt nach schwacher Leistung von Dominik Stehle Diskussion © EXPA/Nisse Schmidt
 

Normalerweise drückt der Osttiroler Skifan den Läufern mit rot-weiß-rotem Rennanzug die Daumen. Normalerweise. Heuer fiebern viele vor ihren Fernsehgeräten aber auch mit einem Sportler aus Deutschland mit – Dominik Stehle. Seit heuer trägt der 30-jährige Slalom-Spezialist auf seinem Helm das Osttirol-Logo.

Ursprünglich wollte Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes Osttirol (TVBO), nicht verraten, wie viel Geld für das Kopfsponsoring von Lienz nach Süddeutschland fließt. Jetzt ist die Summe aber an die Öffentlichkeit gelangt: 25.000 Euro erhält der Deutsche pro Saison. Das erste von den elf Slalom-Rennen der Saison ist Geschichte. Und dem Mann mit dem Osttirol-Helm fehlten in Levi (Finnland) schon im ersten Durchgang fast drei Sekunden auf den späteren Sieger Marcel Hirscher.

Kein Vorstandsbeschluss

Jetzt packt Josef Schett, Mitglied des TVBO-Vorstandes, aus: „Welchen Sinn es für den Tourismusverband machen soll, einen chronisch erfolglosen Skisportler mit einem solchen Betrag zu sponsern ist mir unerklärlich.“ Dieses Engagement widerspreche dem Strategiepapier für die zukünftige Entwicklung des Osttiroler Tourismus. Außerdem ärgert Schett, dass er vom Sponsoring erst aus den Medien erfahren hat: „Es gab keinen Vorstandsbeschluss.“

Daten & Fakten

Dominik Stehle. Stammt aus dem Allgäu und lebt in Innsbruck. Er ist 30 Jahre alt.

Sponsoring. 25.000 Euro zahlt der Tourismusverband Osttirol. Diese Summe verschwieg Franz Theurl bei der Präsentation des Sponsorings in Anwesenheit von Stehle. Das Geld ist Teil der Winterkampagne des Tourismusverbandes. Laut Theurl sollte sich der Mitteleinsatz gerechnet haben, sobald Stehle einen Platz unter den ersten Zehn landet.

TVBO-Obmann Franz Theurl weist die Kritik ab. Die Mittel für Stehle seien teil der Winterkampagne der Osttirol Werbung. „Diese war damals eine eigene Gesellschaft mit Geschäftsführerin“, erklärt Theurl – erst für Ausgaben ab 20.000 Euro müsse auch er als Obmann in Entscheidungen mit eingebunden werden. Allerdings wurde der Betrag gesplittet: 12.500 Euro sind im Budget von 2016, die andere Hälfte sind Teil des Budgets von 2017. Andreas Köll, ebenfalls im TVBO-Vorstand, sagt zum Thema: „Ich wurde von Theurl informiert. Vorstandsbeschluss braucht es keinen.“

Eingefädelt hat den Stehle-Deal Martha Schulz, Seilbahnunternehmerin aus dem Zillertal. Und Theurl ist sich sicher, dass er sich rechnet: „Er braucht nur einmal aufs Podium fahren.“ Allerdings gibt es noch ein Problem: Bei Stehles Auftritt in Finnland konnte man das Osttirol-Logo aufgrund der Farbkombination auf dem Helm kaum sehen. „Das stimmt. Wir haben aber umgehend reagiert. Im nächsten Rennen in Frankreich wird Dominik mit einer neuen Helmlackierung an den Start gehen“, verspricht Theurl. In Osttirol hat man jetzt die Hoffnung, dass mit dem neuen Helm auch der Erfolg kommt.

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