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Seeboden

Christian Troger: "Ich darf jeden Tag meinen Traum leben"

Der Seebodener Triathlet Christian Troger läuft auf einem Bein von einem Erfolg zum anderen. Am Montag, 20. Juli, stellt er im Hotel Royal X in Seeboden sein erstes Buch vor.

Sein eiserner Wille machte den einstigen Partytiger Christian Troger zum Ironman, Vorbild und Motivator © Rie-Press
 

Kurz nach seiner Geburt hieß es, er werde nie gehen können. Heute läuft, radelt und schwimmt Christian Troger, der aus einer Laune der Natur heraus mit nur einem Bein zu Welt kam, über Ironman-Distanzen und motiviert vor dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte andere Menschen, scheinbar Unmögliches anzupacken. Morgen stellt der Seebodener sein Buch „Geht nicht – läuft“ vor.

Was hat Sie motiviert, dieses Buch zu schreiben?
CHRISTIAN TROGER: Bei meinen Vorträgen forderten mich immer wieder Zuhörer auf: He, du solltest ein Buch schreiben. Ich dachte erst, ich habe in meinem Leben kaum ein Buch gelesen, wie soll ich da eins schreiben? Ende vergangenen Jahres brauchte ich aber einmal Abstand vom Sport und schrieb für meine Vorträge ein bisschen was zusammen. Daraus ist dann wirklich das Buch entstanden. Der erste Entwurf war in dreieinhalb Wochen fertig.

Worum geht es?
TROGER: Es ist ein autobiografischer Ratgeber und meine ganz persönliche Geschichte, von da an, wo meiner Mutter gesagt wurde: Dem Kind fehlt ein Bein und eine Hüftpfanne, es wird nie gehen können. Deshalb auch der Titel: „Geht nicht – läuft!“

Franz Klammer schreibt in seinem Vorwort, das Buch wird Leute berühren und motivieren . . .
TROGER: Das wäre schön, wenn Menschen etwas Positives für sich daraus mitnehmen können. Ich habe schon erste Rückmeldungen von Lesern bekommen, die sich durch das Buch motiviert fühlen. Das gibt mir wieder viel.

Sie machen im Buch kein Hehl daraus, dass Sie ihr Leben früher in vollen Zügen genossen, keine Party ausgelassen haben. Wie kam der Umschwung?
TROGER: Ich hatte eine wilde Zeit, war Kettenraucher und das über Jahre, bis ich 2005 beim Ironman zuschaute. Ich dachte, das ist ein Wahnsinn, was die leisten, das möchte ich auch einmal machen. Ich war fasziniert, änderte aber vorerst nichts. Drei Jahre später sagte ein Arzt, dass es so nicht weitergeht. Er empfahl mir ein bisschen Schwimmen und Rad fahren. Ich sagte: Gut, tun wir Laufen dazu, dann kann ich einmal einen Ironman machen. Der Arzt meinte, das wäre für mich unmöglich. Das war der Punkt, an dem ich mein Leben änderte. 2011 habe ich den Ironman in Klagenfurt als erster Mensch mit einem Bein beendet, wurde Profi und lebe jeden Tag meinen Traum.

Mit seinem Schicksal hat der Sportler nie gehadert Foto © KK/Privat

Wie sieht der aus?
TROGER: Der besteht aus 365 Tagen Training pro Jahr, 20 bis 25 Stunden die Woche. Ich will mich wieder mehr auf die Langdistanzen konzentrieren, habe noch viele Ziele und solange ich die und die Freude am Sport habe, möchte ich weitermachen.

Was wären zum Beispiel Ziele?
TROGER: Eine Mitteldistanz unter sechs Stunden. Der Ironman Florida heuer, da kämpfe ich noch um einen Platz. Und der Ötztaler Radmarathon, eines der brutalsten Radrennen Österreichs.

Mit ihrem Schicksal haben Sie nie gehadert?
TROGER: Nein, ich kann es ja nicht ändern. Ich sage immer, wenn ich morgen mit einem zweiten Bein aufwachen würde, wäre ich behindert, weil ich gar nicht wüsste, was ich damit anfangen soll. Ich denke, so ist es ein Glück, sonst wäre ich wohl kaum Triathlet geworden und hätte nicht diese Geschichte zu erzählen.

 

Der Millstätter See ist ein Kraftort für den Vielreisenden Foto © KK/Privat

Hat der Millstätter See eine besondere Bedeutung für Sie?
TROGER: Er gibt mir total viel Kraft, gerade in Kombination mit den Bergen. Wenn ich länger im Ausland bin, gehe ich vor meiner Abreise zum See und verabschiede mich. Das ist eine Art Ritual.


ZUR PERSON

Christian Troger (31) wuchs in Seeboden auf und lebt dort auch mit Lebensgefährtin Lena. Vor seiner sportlichen Karriere war er selbstständig im Verkauf tätig.

Sportler. Unter anderem zweifacher Weltmeister, dreifacher Europameister, zweifacher Ironman-Finisher und Kärntner Behindertensportler des Jahres 2012.

Vortragender. Troger wird gern für Vorträge gebucht. Seine Botschaft: „Wir alle können scheinbar Unmögliches erreichen.“

Buchpräsentation. Montag, 20. Juli, 19 Uhr, Hotel Royal X in Seeboden. Ein Euro pro verkauftem Buch geht an die Franz Klammer-Foundation. Das Buch ist im Buchhandel, über Amazon und Trogers Homepage erhältlich.

www.christian-troger.com

CAMILLA KLEINSASSER

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