AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

IrschenKräuterdorf-Obmann Mandler tritt zurück

Über Jahrzehnte hinweg hat Eckart Mandler Irschen zum Modell- und Vorzeigedorf in Sachen Kräuter und regionaler Entwicklung ausgebaut. Nun tritt er als Obmann des Vereins zurück.

Eckart Mandler hat das Kräuterdorf weit über die Grenzen Kärntens hinaus bekannt gemacht © KLZ/Weichselbraun
 

"Ich habe meine Funktion als Obmann des Kräuterdorf Marketingvereins zurückgelegt“, bestätigt Eckart Mandler, der das Kräuterdorf Irschen ab 1990 initiiert und maßgeblich aufgebaut hat. Das 19. Kräuterfestival am 30. Juni und 1. Juli sei durch seinen Rücktritt nicht beeinträchtigt. „Das mache ich fertig. Es ist alles gut organisiert und wir haben tolle Vortragende. Dann muss sich aber ein neuer Obmann finden“, sagt Mandler, der im Herbst seinen 60. Geburtstag feierte und noch ein paar Projekte für Irschen in petto hatte.

„Die Kräuter-Anbaufläche zu vergrößern, ist heuer gelungen. Ebenso einen leer stehenden Raum zur Kräuterkuchl umzubauen, in der man den Kräuterfrauen über die Schulter schauen kann“, zieht Mandler Bilanz. Nicht ganz so glatt ging es aber mit der Umsetzung eines Tee-Café-Hauses im ehemaligen Café Selina, das die Gemeinde gekauft hat.

"Vertrauen hat vielleicht gefehlt"

Mandler wollte dort einen Treffpunkt im Sinne des Slow-Food-Gedankens für Einheimische und Gäste schaffen: „Mit einem Marktplatz des guten Geschmacks für regionale Produkte, Tee und Kaffee, alternativen Getränken, gesundem Essen. Alles aus kleinen, regionalen Kreisläufen und tagsüber, nicht bis spätabends. Vielleicht war die Zeit dafür noch nicht reif.“ Hier sei er nämlich auf Gegenwind gestoßen – im Verein wie im Gemeinderat, wo heftig über das Konzept diskutiert worden sei. Das Gefühl fehlenden Vertrauens hätte Mandler letztendlich zum Rücktritt bewogen.

Kräuterdorf nicht in Gefahr

„Meine Unterstützung hätte das Konzept gehabt. Das Thema Slow Food war für einige vielleicht etwas zu viel des Guten. Es gab Bedenken, ob das Café wirtschaftlich wäre“, erklärt Bürgermeister Gottfried Mandler. Aber: „Eckart Mandlers Konzept wird im Großen und Ganzen umgesetzt, mit dem Kräuterdorf Marketingverein als Pächter.“ Es werde aber auch Bier, Wein und Imbisse, wie Toast oder Flammkuchen geben und wochenends längere Öffnungszeiten. Das Kräuterdorf an sich sei nicht in Gefahr, betont der Bürgermeister: „Da ziehen alle an einem Strang. Nun braucht es aber einen geeigneten Nachfolger.“

 

Eckart Mandlers Rücktritt ist sehr schade. Seine Verdienste sind beträchtlich. Ohne ihn gäbe es ja das Kräuterdorf nicht.

Gottfried Mandler, Bürgermeister

Super Team im Rücken

„Ich hätte gedacht, ein Slow-Food-Café könnte das Kräuterdorf ähnlich weiterbringen, wie einst das Kräuterhaus im alten Pfarrstadel“, erklärt der „Vater des Kräuterdorfs“, wie Eckart Mandler oft betitelt wird. Das Kräuterhaus wurde im Jahr 2003 eröffnet, machte im ersten Jahr rund 10.000 Euro Umsatz, jetzt sind es fast 190.000 Euro. Seine schönsten Erlebnisse in seiner Zeit als Obmann fasst Mandler wie folgt zusammen: "Es wurden mehrere Arbeitsplätze geschaffen. Es war schön zu sehen, welche Kreativität sich bei Produzenten geregt hat, wie schön sich das Ortsbild entwickelt hat und wie mit dem Kräuterfestival ein Produkt entstanden ist, das sich wirklich sehen lassen kann. Wir haben einen Nutzen übers ganze Jahr."

Im Ärger geht Mandler nicht: „Vielleicht war es Zeit für eine Veränderung. Ich bin sicher, dass es jemanden gibt, der den Verein gut führt. Der- oder diejenige hat ein super Team im Rücken. Ich bleibe dem Kräuterfest als Besucher erhalten und gebe bei Bedarf gern Tipps.“  Neben seinem Beruf als Unternehmensberater im Bereich Wandern, Natur, Tourismus freut sich Mandler auf Zeit im eigenen Kräutergartl und verfolgt weiterhin die Vision von Irschen als weltweit erstem Slow-Food-Dorf.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren