Lendorf, Lurnfeld

Neue Qualität für Bildung im ländlichen Raum

Ab Mai wird der Litzlhof umgebaut und im Herbst 2018 schlussendlich mit der Fachschule Drauhofen zusammengelegt. Das soll vor allem Kosten sparen.

Huber, Altersberger, Benger, Hartweger und Lendorfs Vizebürgermeister Josef Wielscher © Camilla Kleinsasser
 

Am Dienstag wurde in der Landesregierung der Baustart für den Umbau am Litzlhof in Lendorf mit Mai fixiert. Die landwirtschaftlichen Fachschulen Litzlhof und Drauhofen werden mit Herbst 2018 zusammengelegt und als Kompetenzzentrum für Land- und Forstwirtschaft sowie ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement geführt. Das Personal von Drauhofen wird komplett übernommen, sodass künftig am Litzlhof 35 Lehrer tätig sein werden.

Die Kosten für den Umbau sind mit 5,973 Millionen Euro veranschlagt. „Dies wurde bereits vom Landesrechnungshof geprüft, dessen Anmerkungen wurden eingearbeitet. Somit ist der Weg frei“, erklärte Landesrat und Agrarreferent Christian Benger am Mittwoch vor Ort.

Standort für 270 Schüler

2400 Quadratmeter werden im Bereich des bisherigen Parkplatzes dazugebaut. Der Standort ist dann für 270 Schüler ausgerichtet. Es soll auch ein Gewächshaus mit integrierter Klasse geben, um die bäuerliche Gemüseproduktion hautnah zu lehren. Der Neubau wird nach Plänen des Sachsenburger Architekten Egbert Laggner zu 80 Prozent in Holzbauweise errichtet. „Die Ausschreibungen erfolgen demnächst“, sagte Alfred Altersberger, Landesschulinspektor für landwirtschaftliches Schulwesen.

Modernstes Ausbildungszentrum Österreichs

Wer die Leitung des neuen Kompetenzzentrums übernimmt, ist noch ungewiss. Bisweilen leitet Josef Huber den Litzlhof, Herma Hartweger Drauhofen. Von der Zusammenlegung erwartet sich Huber „eine Stärkung des Standorts und eine Etablierung als ländliches Bildungszentrum“. Hartweger freut sich, „dass die Ausbildung in neuen Räumen eine neue Qualität erreichen wird“ und Benger sprach gar vom modernsten Ausbildungszentrum für Agrarwirtschaft in Österreich.

Die Absolventen unserer landwirtschaftlichen Fachschulen sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt, nicht nur im landwirtschaftlichen Bereich. 

Schulinspektor Alfred Altersberger
 

Kosten sollen gespart werden

Die Zusammenlegung soll vor allem aber Kosten sparen. „Im Vergleich dazu, was die Sanierung von Drauhofen gekostet hätte, spart das Land durch den Neubau einmalig 3,4 Millionen Euro und anschließend jährlich 643.000 Euro“, rechnete Benger vor.

Was passiert mit Drauhofen?

Das Gut Drauhofen soll dann von der Landesimmobiliengesellschaft (LIG) veräußert werden. In welchem Ausmaß auch landwirtschaftliche Flächen mitverkauft werden sollen, muss laut LIG-Geschäftsführer Johann Polzer „im Detail noch geklärt werden“. Über den Wert des Guts Drauhofen herrscht Stillschweigen.

Das Schloss Drauhofen wird seit 1918 als Schule genutzt. 100 Jahre später soll Schulschluss sein Foto © Camilla Kleinsasser

 

Fachschule Drauhofen

Schule. Das Gut Drauhofen wurde erstmals bereits im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnt. 1915 wurde es von der Viehverwertungsgesellschaft gekauft und dem Land zur Errichtung einer Haushaltungsschule zur Verfügung gestellt. 1918 wurde der Schulbetrieb dann mit 23 Schülerinnen aufgenommen.

Angliederung. In den 1960er-Jahren wurde das Gut als selbstständiger Betrieb aufgelassen und vom Schulgut Litzlhof mitverwaltet und bewirtschaftet. Zum Gut gehören zehn Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche und 52 Hektar Wald.

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