AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Gericht

Bürgermeister Markut droht nach Urteil der Amtsverlust

Der Bürgermeister von St. Georgen im Lavanttal, Karl Markut, musste sich am Landesgericht Klagenfurt verantworten. Er gab Bargeldübernahmen zu und nahm das Urteil an. Jetzt droht ihm der Amtsverlust.

© Weichselbraun
 

Der Bürgermeister von St. Georgen im Lavanttal, Karl Markut, wurde am Freitag  vom Landesgericht Klagenfurt zu zwölf Monaten bedingter Haft und 33.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Er nahm das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft warf Markut vor, als Geschäftsführer von Wigo-Haus Geld veruntreut zu haben, weiters waren betrügerische Krida und Urkundenfälschung angeklagt. Markut gab Bargeldübernahmen zu, bestritt aber, das Geld für sich verwendet zu haben.

Im Zeitraum von 2009 bis 2011 soll Markut die Taten gesetzt haben, die ihm Staatsanwältin Sandra Agnoli vorhielt: So soll er das in bar einkassierte Geld für sich selbst vereinnahmt haben, den entstandenen Schaden beziffert sie mit 140.000 Euro. Zudem soll der Angeklagte verlustreiche Verträge eingegangen sein und unberechtigt eine Verzichtserklärung über rund 75.000 Euro unterschrieben haben. Im Ermittlungsverfahren, so der nächste Vorwurf, habe Markut Schriftstücke mit gefälschten Unterschriften vorgelegt.

"St. Georgener Rabatt"

Konkret soll Markut in zumindest sechs Fällen seinen Kunden einen "St. Georgener Rabatt" angeboten haben. Die Klienten bekamen die Möglichkeit, einen Teil des Preises ihres Fertigteilhauses in bar zu bezahlen - dafür würde sich der Gesamtpreis reduzieren. Das gab Markut auch zu - er habe aber im Interesse des Unternehmens gehandelt. "Die Wigo war wie mein Kind", sagte Markut in seiner Vernehmung durch Richter Gernot Kugi, der dem Schöffensenat vorsaß. "Aber sein Kind schädigt man nicht", bemerkte Kugi. "Das habe ich auch nicht. Ich habe niemals auch nur einen Euro in die eigene Tasche gesteckt", beteuerte Markut.

Schwierige finanzielle Situation

Der Bürgermeister umriss die schwierige finanzielle Situation zum fraglichen Zeitpunkt. "Wir hatten Rückgänge zu verzeichnen, oft mussten wir mit Preisnachlässen arbeiten, um konkurrenzfähig zu bleiben." Das Geld, das er in bar einnahm, habe er auch wieder für die Firma verwendet. "Das Geld ist immer im Firmentresor gelegen. Davon habe ich die Provision für den jeweiligen Verkäufer oder Bauaufträge bezahlt." Mit dem Geld seien auch Weihnachtsgeschenke für Mitarbeiter angekauft oder Betriebsausflüge beglichen worden. "Warum wurde das nicht mit Firmengeld bezahlt, sondern mit Schwarzgeld?", fragte die Staatsanwältin. "Das Geld war einfach da, und man kann nicht jede Aufwendung für Mitarbeiter bei der Steuer anführen", antwortete Markut. "Bei der finanziellen Lage der Firma hat es aber keinen Platz für Großzügigkeit gegeben", warf Kugi ein. Markut: "Da haben Sie Recht."

Neben der erwähnten Strafe muss Markut jetzt noch innerhalb weniger Wochen 90.000 Euro an das Unternehmen zurückzahlen.

Nach dem Prozess erklärte Markut, dass er trotz seiner Verurteilung als Bürgermeister im Amtbleiben will: "Das hat nichts mit meiner Tätigkeit als Politiker zu tun, nur betrifft mich nur als Unternehmer."

Polit-Karriere

Markut wurde 1991 erstmals zum Bürgermeister von St. Georgen gewählt. Der ehemalige SPÖ-Landtagsabgeordnete wechselte 2013 zum Team Stronach, bis vergangenen Sommer war er als Klubdirektor tätig. Er ist weiterhin in der Team-Stronach-Interessensgemeinschaft im Landtag beschäftigt, als Direktor wurde er aber abgelöst. Er kümmert sich nach Angaben von LAbg. Hartmut Prasch - ebenso ein ehemaliger SPÖler - nun um "Gemeindekoordination".

Kommentare (41)

Kommentieren
mizi98
0
2
Lesenswert?

Köfer der Wunderheiler

Das ist wieder der Köfer Live, wen es läuft ist alles er, wenn nicht finden wir schon einen Teppen.

Ich frage mich was der einzige vorbestrafte Stronacken BGM in Österreich als Berater verdient hat??

Und wer das bezahlt hat.

KÖFER deine Zeit ist abgelaufen

Antworten
Momi60
1
3
Lesenswert?

Wird der Herr warten bis er "zurückgetreten" wird?

Antworten
stunzi
0
3
Lesenswert?

quo vadis

Oh, in der Politik gibt es keine Gauner!
Er hat das Pech, dass er nicht mehr einer großen Partei angehört.
Haut den Lukas, denn er hat nicht mehr die Macht, sich entsprechend zu wehren.
Ihr seit mutig!

Antworten
pekavau
1
5
Lesenswert?

" ... Davon habe ich die Provision für den jeweiligen Verkäufer oder Bauaufträge bezahlt." Mit dem Geld seien auch Weihnachtsgeschenke oder Betriebsausflüge beglichen worden. "Warum ... mit Schwarzgeld?", fragte die Staatsanwältin. "Das Geld war einfach da, und man kann nicht jede Aufwendung für Mitarbeiter bei der Steuer anführen".

Jetzt verstehe ich, warum er gegen die Registrierkassenpflicht ist !

Antworten
kärntner
4
3
Lesenswert?

25 Jahre Bürgermeister!

Na dann muss man sich ja mal Fragen ob er als Bürgermeister vielleicht doch nicht so schlecht ist?
Oder wählt ihn die Mehrheit der Bevölkerung in St.Georgen seit 25 Jahren nur zum Spaß?
Und ich bin mir sicher wären demnächst Bürgermeisterwahlen-er würde wieder gewinnen.
So schauts aus!
Betrachtet man die Kandidaten der anderen Parteien ist es auch nicht sehr verwunderlich.Sein Möchtegernnachfolger hat ja Angst mit den Leuten zu reden,geschweige den eine Ansprache zu halten.

Antworten
pekavau
3
1
Lesenswert?

kärntner

Bist wahrscheinlich auch gegen die Registrierkassenpflicht.

Antworten
licht63
2
5
Lesenswert?

Hetztjagd-Wildkamera BM Markut

Antwort Augenauf2014

Die von Ihnen genannte Hetzjagd hat sich bald als Wahrheit herausgestellt,außerdem ist es egal ob Privatperson oder Politiker man sollte ehrlich sein.

Antworten
licht63
2
11
Lesenswert?

Bürgermeister Markut

wie war es vor Jahren mit der Wildkamera,er wollte ja alle verklagen,das Ergebnis kennt man ja!

Antworten
Augenauf2014
8
3
Lesenswert?

@licht63

diese Hetzjagt mit der Wildkamera finde ich erbärmlich .......ausserdem ist das PRIVAT! !!!
Was er für seine Gemeinde gemacht hat ist
einzigartig in Kärnten.
Für das andere hat er seine Strafe bekommen.
Also was wollen sie jetzt noch ???

Antworten
Observer2015
2
7
Lesenswert?

Wirklich einzigartig

Dass ein Mann mit einer solchen Reihe von Skandalen und jetzt auch noch einer Verurteilung noch immer Bürgermeister ist ist wirklich einzigartig. Nach Haider und Co ist halt die Schmerzgrenze in der Bevölkerung schon sehr weit gegangen. Man merkt, daß Kärnten an Italien grenzt.

Antworten
Einzigwahrer
2
14
Lesenswert?

Rücktritt

oder Amtsenthebungsverfahren! Was ist das für eine Gemeinde, die es sich gefallen lässt, von einem wegen betrügerischer Krida und Urkundenfälschung Vorbestraften regiert zu werden? Und wer die Argumentation des Verurteilten glaubt (kein Euro für mich), dem ist nicht mehr zu helfen! War er bei den Betriebsausflügen und Festen nicht dabei? Er wollte als toller Meister dastehen: Ein Schaumschläger, sonst nix! Und die Gläubiger, die leer ausgingen? Wie viele Handwerker gucken ins Ofenrohr?

Antworten
kärntner
13
10
Lesenswert?

ein guter Politiker hat immer Dreck am Stecken !

wär der Haider net verunfallt,hätte die BayernLB die Hypo behalten können,aber unsere Schwachköpfe nehmen sie ja zurück!
Wer beim Trog zubisteht-frisst aussa!Wor imma so,wird a imma so sein.

Antworten
CuiBono
5
12
Lesenswert?

Ein typischer Politdesperado

Politsöldner oder Call-Boy, egal wie man es benennen mag, windet sich in krampfhaft konstruierten Rechtfertigungsbemühungen, die jämmerlicher nicht sein könnten.

Jeder "Kleine" und "Anständige" in diesem Land hätte diesen Rest von Zivilcourage und Selbstachtung und würde sofort von jedweder politischer Funktion zurück treten.
Nicht diese Typen.
Und er ist nur einer von vielen in Kärnten und im Bund.

Die StA überlegt noch.
Und es ist zu hoffen, dass von ihr Berufung eingelegt und schlussendlich ein Schäuferl nachgelegt wird.
Ein kleines Bisserl mehr von einem Monat (von 12 auf 13) sollte ausreichen, um diesen TS-Kapazunder vom BGM-Sessel zu verjagen.
Und ein Bisserl einsitzen würde wohl auch nicht schaden - so zur Läuterung, weil anders kapiert er's offensichtlich nicht.

Antworten
Zeitgenosse
4
14
Lesenswert?

zurück

Zu St. Paul, dann brauchen die St Georgener keinen neuen wählen!

Antworten
Mumie
0
2
Lesenswert?

genau

Bei dem "Nachkommen" das in St. Georgen die Bürger erwarten würde, wäre wahrscheinlich die Rückgemeindung vom Vorteil! Sonst wär der Gemeinderat die neue Muppet-Show...

Antworten
seppvong
5
16
Lesenswert?

Stellt`s euch vor das wär ein Freiheitlicher!
Habidere!

Antworten
Zeitgenosse
5
12
Lesenswert?

Re: Dann wäre

es wohl noch professioneller gelaufen!

Antworten
Zeitgenosse
5
5
Lesenswert?

Re: Ja

Dann wäre es wohl noch professioneller gelaufen????

Antworten
6df1e54f233707ae64d1e47dd603af98
2
20
Lesenswert?

Als geborener Sozialist weiss er sicher wie man am Sessel picken bleiben kann.

Antworten
metropole
4
9
Lesenswert?

Da begeht ein Politiker z.B.ein Gewaltverbrechen aber zurücktreten tut er nicht weil er deses Delikt nicht als Politiker .gesetzt hat ---das ist Politikerlogik !Frage an den Bgm. . wann werden sie das Bauverfahren Gastgarten ohne Bewilligung vor ihrer Amtsstube endlich fortsetzen ? Es ist traurig daß gemeindebürger unter der Untätigkeit des Bgm.zuleidenhaben !

Antworten
kärntner
2
7
Lesenswert?

Sie leiden wegen dem Gastgarten vom Pauliwirt?

Macht sich das körperlich oder geistig bemerkbar?
Ich glaube Pferdewürstel sollen helfen!

Antworten
metropole
1
1
Lesenswert?

Sie sind also damit einverstanden daß ohne Baubewilligung neben ihrer Liegenschaft ein Bauvorhaben realisiert und ohne Bewilligung betrieben wird !Vielleicht benötigen sie dann eine Portion pferdewürstel !

Antworten
CuiBono
3
5
Lesenswert?

@metropole

Ich bin ja juristisch nicht sehr bewandert, aber "Gewaltverbrechen" war das keines.

In der Sache selber werden Sie wohl Recht haben.

Antworten
metropole
0
1
Lesenswert?

Sie haben natürlich Recht aber Gewaltverbrechen habe ich nur als abstraktes Beispiel angeführt und bezog sich nicht auf die nicht durchgeführte Bauverhandlung.!

Antworten
lavant
3
16
Lesenswert?

Als

Bürgermeister bekommt ja ein schönes Gehalt, warum sollte er dann zurücktreten. Es geht den Politikern eh nur ums Geld.

Antworten
Fee123
0
6
Lesenswert?

Er

Muss ja seine Strafen irgendwie bezahlen

Antworten
 
Kommentare 1-26 von 41