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Wolfsberg341 Lavanttaler sagten zur Kirche „Pfiat Gott“

68 Austritte in der katholischen Kirche mehr als 2017. Ob Schlagzeilen um Alois Schwarz damit zu tun haben, darüber ist man sich uneinig.

THEMENBILD: KIRCHENAUSTRITTE
341 Katholiken aus dem Tal haben der Kirche 2018 den Rücken gekehrt © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Die Kirchenstatistik sieht alles andere als rosig aus: 2018 haben 341 Gläubige aus dem Bezirk Wolfsberg der katholischen Kirche den Rücken gekehrt, im Jahr davor waren es „nur“ 273. Laut Martin Edlinger, Dechant des Dekanates Wolfsberg, habe es erst danach ausgesehen, als ob sich an den Zahlen nicht viel ändern werde. Dass es nun doch Dutzende Austritte mehr sind, dazu habe laut Edlinger „offenbar die Situation in der Diözese und die Diskussion um Alois Schwarz“ beigetragen.

Seit einem Monat sorgt die Ära von Bischof Alois Schwarz, der nach 17 Jahren Amtszeit im Sommer 2018 von Klagenfurt nach St. Pölten wechselte, für Schlagzeilen. Misswirtschaft und die Abhängigkeit zu „Schattenbischöfin“ Andrea Enzinger werden ihm vorgeworfen. Ob die Kirche aufgrund der ständigen negativen Schlagzeilen erst heuer mit einer Welle an Austritten zu rechnen habe, sei laut Edlinger „schwer zu sagen“.

"Es gibt so viel Positives"

Ob es richtig war, trotz Verbots durch den Vatikan, den Prüfbericht über die Ära von Schwarz zu veröffentlichen? „Dazu möchte ich nicht viel sagen, die momentane Leitung der Diözese hat sich dazu entschieden. Jetzt heißt es abwarten, wie es weitergeht und was die weiteren Schritte sind“, so Edlinger, der betont: „Es gibt so viel Positives in der Kirche und in den Pfarren. Die Pfarrer und aktiven Mitarbeiter bemühen sich sehr, um die Menschen in allen Situationen zu begleiten und um ihnen behilflich zu sein.“

Nicht nur im Dekanat Wolfsberg ist die Zahl der Kirchenaustritte 2018 angestiegen, sondern auch im Dekanat St. Andrä – und zwar von 101 Austritten im Jahr 2017 auf 121 Kirchenaustritte im Vorjahr. Für Pater Gerfried Sitar haben die Schlagzeilen rund um Schwarz „überhaupt keine Auswirkungen“ auf die Kirchenaustritte.

"Leute bilden sich selbst Urteil"

Sitar ist nicht nur Dechant des Dekanates St. Andrä, sondern gehört auch als bischöflicher Sekretär dem Team von Schwarz in St. Pölten an. „Die Leute bilden sich selber ihr Urteil und sehen es kritisch, wenn Leute auftreten, die gar nicht aus Kärnten sind und sich berufen fühlen, sich zur Causa Schwarz zu äußern. Die Leute sind positiver eingestellt, als im Vorjahr. Auch bei den Kirchgängen haben wir gemerkt, dass wieder mehr Leute in der Kirche sind“, sagt Sitar.

Wie er zur Veröffentlichung des Prüfberichtes über die Ära von Schwarz steht? „Das war nicht der Prüfbericht, sondern die Interpretation des Domkapitels. Die Veröffentlichung finde ich sehr gut, aber man sollte so fair sein und den Bericht so veröffentlichen, wie ihn die unabhängige Wirtschaftsprüferkanzlei geschrieben hat und nicht, wie man ihn interpretiert oder selber lesen will“, kritisiert Sitar.

Kirchenstatistik aus dem Lavanttal

Dekanate. Der Bezirk Wolfsberg ist in die Dekanate St. Andrä und Wolfsberg unterteilt.
St. Andrä. 15.618 Katholiken (2017 waren es 15.817). Im Jahr 2018 wurden 121 Austritte aus der katholischen Kirche verzeichnet, im Jahr davor waren es 101. Dieser Zahl stehen 14 Wiedereintritte gegenüber, im Jahr 2017 gab es 17 Wiedereintritte.
Wolfsberg. 28.129 Katholiken (2017 waren es 28.393). Im Vorjahr traten 220 Gläubige im Dekanat Wolfsberg aus der Kirche aus, 2017 waren es 172 Austritte. 27 Gläubige traten 2018 wieder ein, im Jahr davor waren es 20.

41 Katholiken kehrten zurück

Im Vorjahr haben im Bezirk Wolfsberg 41 Gläubige den Weg zurück zur katholischen Kirche gefunden. Im Dekanat Wolfsberg stieg die Zahl der Wiedereintritte von 20 im Jahr 2017 auf 27 im Vorjahr an. „In einzelnen Pfarren stiegen die Wiedereintritte. Einerseits kehren Gläubige zurück, wenn sie positive Erfahrungen mit der Kirche und dem Glauben gemacht haben. Für andere wiederum ist eine Hochzeit oder eine Taufe ein Grund, wieder einzutreten. Beispielsweise wenn sie Taufpate sein wollen“, so Martin Edlinger, Dechant des Dekanates Wolfsberg. Im Dekanat St. Andrä waren die Wiedereintritte rückläufig. 2018 kehrten 14 Gläubige zurück, 2017 waren es 17.

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eston
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misswirtschaftet mit Kirchenvermögen und wundert sich, warum ihre Schäflein das hart erarbeitete und auf anderen Seite fehlende Scherflein nicht mehr (kirchen-)beitragen wollen

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