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LavanttalTrendwende am heimischen Arbeitsmarkt

Erfreuliche Halbjahresbilanz: Im Schnitt sind heuer dank der Wirtschaftslage 13,8 Prozent weniger Lavanttaler arbeitslos als im Vorjahr.

Das AMS Wolfsberg kann sich kärntenweit über den größten Rückgang an Arbeitslosen freuen © Bettina Friedl
 

In keinem anderen Bezirk in Kärnten ging die Arbeitslosenquote heuer so stark zurück wie in Wolfsberg. „Im Schnitt hatten wir im ersten Halbjahr einen Rückgang von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Juni ging die Zahl der Arbeitslosen sogar um 20,4 Prozent zurück“, sagt Klaus Leopold, Leiter des AMS Wolfsberg. Zum Vergleich: Kärntenweit sank die Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr um 9,4 Prozent, im Vormonat um 11,5 Prozent.

Die Gründe dafür liegen laut Leopold in der guten Wirtschaftslage. „Der Aufschwung umfasst alle Branchen, auch den Handel und Tourismus. Aus dem Produktionssektor und Baubereich bekommen wir laufend genügend Stellen herein. Gestiegen ist die Nachfrage auch in der Metallbranche und bei den Holzbetrieben. Ende Juni hatten wir eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent, die Kärnten-Quote lag bei 9,9 Prozent“, sagt Leopold.

Motivation und Qualifikation

Aktuell sind beim AMS Wolfsberg 1092 Personen arbeitslos gemeldet. „Schön langsam kommen wir wieder annähernd da hin, wo wir vor dem Beginn der Wirtschaftskrise Ende 2008 waren. Im Juni 2007 hatten wir 918 Arbeitslose, 2009 waren es bereits 1618. Die Anfang 2017 begonnene Trendwende setzt sich fort“, zeigt sich der AMS-Chef erfreut. „Jeder, der eine Motivation und Qualifikation hat, bekommt einen Job. Ein großes Problem sind jedoch gesundheitliche und psychische Einschränkungen“, so Leopold.

Sorgen bereiten außerdem nach wie für die über 50-Jährigen sowie jene Personen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen. „Die Arbeitslosenquote ging zwar auch in diesen Bereichen zurück, dennoch sind im Schnitt 36 Prozent aller Arbeitslosen über 50 Jahre alt und 38 Prozent haben keine Qualifikation“, erklärt Leopold. Und so hilft das AMS diesen Personen, mit Ausbildungen und Qualifizierungen Fuß am Arbeitsmarkt zu fassen. „Wir erheben das Qualifizierungsmaß in den Betrieben und qualifiziren die Arbeitslosen im Rahmen der Implacement-Stiftung dahingehend“, erklärt der AMS-Leiter.

 

Klaus Leopold ist der Leiter des AMS in Wolfsberg Foto © Bettina Friedl

Was den Lehrlingsmarkt betrifft, ist ein Kampf um Lehrlinge entbrannt. Immerhin klagen immer mehr Betriebe, keine brauchbaren Lehrlinge zu finden. „Das hat auch mit der demografischen Entwicklung zu tun. Immerhin gibt es weniger Jugendliche als früher und viele entscheiden sich auch, weiter zur Schule zu gehen und keine Lehre zu beginnen“, so Leopold.

Aktuell sind 64 Lehrstellensuchende beim AMS in Wolfsberg gemeldet. „Die Zahl verändert sich erfahrungsgemäß im Sommer noch. Einige Lehrstellensuchende sind aber noch nicht berufsreif, haben Lernschwächen, gesundheitliche Einschränkungen oder wissen noch nicht, was sie einmal werden wollen“, erklärt Leopold und fügt hinzu: „Österreichweit geht der Trend dahin, dass es mehr offene Lehrstellen als Suchende gibt.“ Mit dem gestrigen Tag waren beim AMS 181 offene Lehrstellen gemeldet.

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