Bad St. Leonhard

Ein Doyen der bildenden Kunst aus dem Lavanttal

Der Künstler Hubert Hochleitner aus Wisperndorf feiert am Freitag seinen 90. Geburtstag. In den letzten Jahren hat er sich aufs Malen spezialisiert.

Hubert Hoch-leitner in seinem Skulpturengarten in Wisperndorf. Inzwischen ist das Malen sein Metier geworden © Forstner
 

Als Stein- und Bronzebildhauer und Keramiker blickt der verheiratete Vater dreier Kinder aus Wisperndorf bei Bad St. Leonhard ebenso auf ein umfangreiches Werk wie auch als Grafiker, Zeichner und neuerdings als Maler. „Früher habe ich die Steine äußerlich bearbeitet, heute schau ich in sie hinein“, erklärt Hubert Hochleitner sein derzeitiges Kunstfeld. Mikroskopisch beobachtet er Steinschnitte und bringt sie mittels Tuschestrichen und Ölfarben zu Papier.
Gegenstandslosigkeit und totale Abstraktion passen nicht in die kreative Domäne des ehemaligen Hauptschuldirektors, wie seine zahlreichen figuralen Arbeiten im öffentlichen Raum in und um Wolfsberg und in seiner Heimatstadt beweisen. „Für die Bildhauerei fehlt mir leider die Kraft, jetzt male ich halt fleißig“, sagt der – nach Eigendefinition – „Konglomerat-Österreicher“.

Große Familie

1926 im steirischen Lassing geboren, kam Hochleitner über Salzburg, Oberösterreich und erneut die Steiermark 1938 nach Bad St. Leonhard. „Mein Stiefvater war Förster. Wir mussten dorthin gehen, wo es gerade Arbeit gab. Immerhin waren wir insgesamt 18 Kinder.“ In Krainburg und nach dem 2. Weltkrieg in Klagenfurt besuchte er die Lehrerbildungsanstalt, wurde Pädagoge in Bad St. Leonhard, wo er Tausenden Schülern Zeichnen und Mathematik beibrachte.
Beim Stein liebte der Jubilar Krastaler Marmor, Serpentin und Sandstein, Keramik brannte er im eigenen Ofen, für die Lithografien stand eine schwere Presse im Atelier. Heute regieren hier Mikroskop und Ölfarben. „Verkauft wird schon lange nichts mehr. Wenn jemand noch etwas von mir will, geht der Erlös als Spende sofort an Bedürftige weiter“, erklärt der Ehrenringträger von Bad St. Leonhard.
Auf viele weitere Jahre!

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