Kärnten hat gewähltÖVP-Chef Christian Benger fühlt sich fest im Sattel

Nach dem ersten Abtasten hofft die ÖVP auf eine Einladung der SPÖ und bleibt mit Forderungen vorsichtig. Parteichef Christian Benger will Verhandlungen führen.

Christian Benger und Antonia Gössinger
Christian Benger und Antonia Gössinger © KLZ/Markus Traussnig
 

Allzu viel von den Forderungen der letzten Wochen ist nicht mehr übrig. ÖVP-Chef Christian Benger gab sich am Mittwoch im Livestream der Kleinen Zeitung deutlich zurückhaltender als noch im Wahlkampf. Im Interview mit Chefredakteurin Antonia Gössinger zieht Benger Bilanz über das Sondierungsgespräch mit der SPÖ. Der Umgangston sei „sehr angenehm“ gewesen, es habe ein „gegenseitiges Abtasten“ gegeben.

Sollte die ÖVP zu konkreten Koalitionsverhandlungen eingeladen werden, werde „Christian Benger an der Spitze der ÖVP“ stehen und die Verhandlungen führen. Dazu gebe es einen einstimmigen Beschluss des Landesparteivorstandes. Eine Einladung vonseiten der SPÖ sei aber „keine ausgemachte Sache“. Parteiinterne Kritik am Wahlergebnis und seiner Performance nimmt Benger gelassen zur Kenntnis. „Ich kann mit Kritik leben.“ Er sitze fest im Sattel. „Mit voller Freude“ bleibe er ÖVP-Chef.

Zum hartnäckigen Gerücht, dass Umweltministerin Elisabeth Köstinger Landesrätin werden könnte, meint der ÖVP-Chef: „Da ist nichts Wahres dran.“

Inhaltlich bleibt Benger vorsichtig. „Eine unternehmerfreundliche Haltung der Politik und Verwaltung“ sei ein wichtiges Anliegen der ÖVP in den Verhandlungen. „Wenn wir Wohlstand haben wollen, brauchen wir Arbeitsplätze.“ Generell habe man über „die Wirtschaft und politsche Rahmenbedingungen“ gesprochen.

"Unterscheiden uns in der Geschwindigkeit"

Der Forderung der SPÖ nach genereller elternbeitragsfreier Kinderbetreuung kann Benger durchaus etwas abgewinnen. „Das Thema berührt uns alle. Wesentlich ist der Punkt der Finanzierung.“ Wie die jährliche Finanzierung von 14 Millionen Euro aufgebracht werden soll, werde noch diskutiert. Generell sei man bei Reformen, etwa im Spitalswesen, ähnlicher Meinung. „Aber wir unterscheiden uns in der Geschwindigkeit“, sagt Benger.

Auch das landwirtschaftliche Schulwesen sei Thema bei dem Sondierungsgespräch gewesen. Benger fordert, dass dieses beim Landwirtschaftsreferat angesiedelt bleiben soll. „Denn hier ist die Agrarkompetenz.“ Für die ÖVP sei das ein wichtiges Thema. Aber hier und in anderen Bereichen gelte: „Wir sind in offenen Verhandlungen.“

SPÖ und ÖVP: Spitäler-Schließungen vom Tisch

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Irgendeiner
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Ach ja, der Herr Benger,war ein spannender Wahlkampf für ihn.ich mein, wenn die Schnellamtswechslerin Köstinger und der Turbokapitalist Moser von Wien

aus für die Partei werben ohne den Kandidaten zu nennen kann man das noch als friendly fire von Externen sehen,wenn die eigenen Bürgermeister vor Ort aber Inserate schalten in denen er nicht vorkommt wird es unlustig.Und weder diese Lokalzampanos noch Basti schultern das offenbar unbefriedigende Ergebnis dann,erstere schiebens Benger hin,der nicht vorkam und Basti hatte nichtmal den Anstand sich bei dem für seine Mühen zu bedanken, eine Primadonna will halt immer nur glänzen.Nun, es ist nachlesbar so, ich war nicht übermäßig glücklich als Benger kam, ich fand das Duo aus dem weltläufigen Waldner und dem knorrigen Obernosterer ideal fürs Land,ich kann Benger bis heute nicht gut einschätzen aber fest steht, daß er wie die anderen von den drei Parteien das Land aus der blauen Ungemach gerettet hat und diese Karte mangels Präsenz im Wahlkampf gar nicht spielen konnte, obs was gebracht hätte weiß ich natürlich nicht, ihr habt ja auch die Umweltpartei im größten Faunenschnitt der Erdgeschichte rausgetreten,ihr Genies.Und jetzt will ich den,ungeachtet der Koalitionsentscheidung Kaisers behalten,denn wie alles andere sei, ein Geschöpf Bastis ist der nicht und in einer autokratisch top-down
verzerrten Partei wo ein Manderl die Listen besetzt seh ich da mehr Chance auf Kärntner Autonomie als bei irgendeinem willfährigen Vasallen den uns der Routenschließer reinklescht.Denn was ohnehin nicht in Bastis Gnade steht muß nicht so folgsam sein.

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Zeitgenosse
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Wenn man am hohen

Ross sitz, sollte man gut im Sattel sitzen! Beim runterfallen ist der Abstand zum Boden höher!

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viertl1
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Absolut ROT

Die SPÖ sucht sich den ÖVP-Obmann unter dem Deckmantel der "Verlässlichkeit" aus, die ÖVP spielt wider besseres Wissens aus Loyalitätspflichten zu ihrem Obmann mit und schwupps, bei den nächsten Wahlen die rote absolute Mehrheit. Ein strategischer Geniestreich, der leicht zu durchschauen, aber dank des restlichen Kärntner ÖVP-Chaos ( .. denn Sie wissen nicht, was sie tun) als Juniorpartner funktionieren könnte.

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max13
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Der Hass der blauen auf die spö ist riesengroß.

Es hilft nichts,die Wähler erkennen den wahren Geist der blauen.

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Apulio
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Brandlöscher

gegen Brandstifter ist eher ein no Go.

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orbil
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Wer ein totes Pferd reitet


fühlt sich immer fest im Sattel. Und die Komparsen schieben die Landschaftsbilder vorbei ...

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Bond
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Kurz schweigt immer noch?

Lässt sich Sebastian Kurz tatsächlich bieten, dass ihm Benger auf der Nase herumtanzt? Ich dachte er hat ein Durchgriffsrecht. Wenn Kurz eine solch lahme Ente ist, werden es bald alle checken. Der letzte Zwerg von links hat mehr zu reden als der Chef.

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SoundofThunder
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🤔

Man kann dem Kaiser nur zur Vorsicht raten! Sich alles schriftlich geben lassen. Sich doppelt absichern. Trau‘ kan Schwoazn!!

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47er
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Wenn ich denke,

wie sich Benger beim HCB-Skandal verhalten hat, kommt mir das Grausen. Auch bei den anderen Naturkatastrophen und Ungereimtheiten kann man bei seinen Kommentaren nur den Kopf schütteln. Und wie sich die Bundes -ÖVP nach der letzten Lt-Wahl in Salzburg offenbart, verrät nichts Gutes.

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Sprido
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Benger wird kein Koalitionspartner mehr

Absolut unverständlich, warum die ÖVP Benger noch zu den Verhandlungen schickt.

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GordonKelz
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DIE ÖVP....

....kann gar kein " Partner " in einer neuen
Kärntner Landesregierung sein ,da Kaiser möchte das die nominierten Mitglieder bis Ende der Legislaturperiode bleiben ,um Kontinuität zu festigen !
Es glaubt ja niemand ,das die ÖVP noch einmal mit Benger in eine Wahl geht ?
Also wird dieser alsbald von der politischen Bühne abtreten ,wer wird sein Nachfolger ....auf ein solches Spiel sollte man sich nicht unbedingt einlassen !
Gordon Kelz

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schaumal
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Der Besserwisser

wird eines Besseren belehrt, denn Vertrauen und Verlässlichkeit gibt es noch.

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ulrichsberg2
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Sehe das auch so.

Der Kampf um die Nachfolge Bengers beginnt erst.
Warum soll diese Unruhe in die neue KLR unter LH. Kaiser hineingetragen werden ?

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3u3h5z4pikldzw6t3w6mdnefoq3e2dvi
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Genau.

Zuerst Regierungseintritt anpeilen. Dann, wenn in Regierung, im Sommer bei Obmannwahl Gegenkandidatur und schon gehts los. Was soll Kaiser dann noch machen (Denke der VP).

Also lieber nicht mit der ÖVP:

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3u3h5z4pikldzw6t3w6mdnefoq3e2dvi
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Bei aller Liebe...

Die beste Reform wäre eine Regierung ohne KVolkspartei! Das Wahlergebnis sagt aus, dass die KÖVP nur wegen der gesunkenen Wahlbeteiligung ein Mandat gewonnen hat, d.h. nur von ihrem Stamm getragen wird und sonst keinen interessiert.

Schon bei der Reform der Landesverfassung hat sich die ÖVP mehr als notwendig öffentlich quergestellt , obwohl sie selbst in der Regierung saß.

Sprüche wie "Wer arbeitet darf nicht der Dumme sein" sind lieb, aber dann den 12-Stunden-Arbeitstag einführen...wer ist da dann der Dumme? Und einem Arbeitslosen, der keine Arbeit findet, die Unterstützung zu kürzen ist die pure Intelligenz, wenn ich an die erste Maßnahme denke, die der Bundesregierung (ÖVP-Reformer) nach der Wahl eingefallen ist.

Daher wäre eine Reform der K.ÖVP, die sie selbst gut gebrauchen könnnte, die vernünftigere Variante.

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Apulio
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Ihre Kritik

ist richtig betrifft aber auch die FPÖ, ist alles im gemeinsamen Regierungsprogramm nachzulesen.

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