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Visitation hat begonnenÄra Schwarz: Bischof Lackner bittet um Verzeihung

Im Auftrag des Papstes führt der Salzburger Erzbischof am Montag erste Gespräche mit der Kärntner Kirchenführung. Im Vorfeld präsentiert er der Öffentlichkeit Infos zur Prüfung.

Erzbischof Franz Lackner entschuldigte sich öffentlich © Klz/Traussnig
 

Tag eins der apostolischen Visitation der Kärntner Kirche durch den Salzburger Erzbischof Franz Lackner.  Anlass sind die heftigen Turbulenzen seit dem Wechsel von Bischof Alois Schwarz von Klagenfurt nach St. Pölten im Juli des Vorjahres. Schwarz ist mit schweren Vorwürfen zu seiner Ära in Kärnten konfrontiert. Lackner gab im Vorfeld der ersten Gesprächsrunde mit der interimistischen Diözesanführung eine Pressekonferenz in Klagenfurt und stellt die von ihm zusammengestellte Arbeitsgruppe vor.

Grundsätzlich stellte Lackner klar, dass die Visitation "eine Sachverhaltserhebung und nicht Urteilsfällung" sei. Die Visitation laufe in enger Abstimmung mit der Kongregation für die Bischöfe in Rom. Die Lage der Ortskirche in Kärnten und ganz Österreich sollte gemäß dem Dekret mit in den Blick kommen. Als erster Schritt gelte es "zu hören, wahrzunehmen, die Ursachen zu finden, die zu dieser leidvollen Entwicklung geführt haben". Man fange so vorurteilsfrei wie möglich an. Erneut betonte Lackner, dass die Visitation das Ganze betreffe: Geprüft werde der Zeitraum ab 2008, also die Ära Alois Schwarz aber auch die Sedisvakanz. Das ist der Zeitraum unter Administrator Engelbert Guggenberger, der seit dem Weggang von Schwarz die Kärntner Kirche leitet.

Lackner kündigte an, "dass wir so transparent wie nur möglich sind". Doch laufende Untersuchungen würden nicht öffentlich kommentiert.

Auffallend war, dass der Erzbischof als Metropolit (also für die Diözese Gurk-Klagenfurt Zuständiger) gleich in seinem ersten öffentlichen Statement "aus tiefstem Herzen um Verzeihung bat: Jene, denen Unrecht geschehen ist, aber auch alle, die durch Intransparenz kirchenbehördlichen Handelns das Vertrauen in die Kirche verloren haben."

Bemerkenswert auch der Hinweis, dass er Informationen über Alois Schwarz in der Vergangenheit zwar an die zuständige kirchliche Oberbehörde weitergegeben habe. Er hab es aber verabsäumt, dazu das direkte Gespräch mit Schwarz zu suchen. Später, als sich Lackner umfassend den Fragen der Journalisten stellte, begründete er weiter: "In der Kirche sind wir von der Würde, von Ehrfurcht geprägt; dass man als Person unangreifbar ist. Das war auch mein Fehler als Mitbruder."

Die Visitation solle "zum vertrauensvollen Neuanfang verhelfen", so Lackner. Herangezogen werde auch der Prüfbericht der Arbeitsgruppe Bistum, der wider die Weisung von der jetzigen Kirchenführung öffentlich gemacht wurde und Bischof Schwarz im Bistum Misswirtschaft vorwirft. In der Zeit der Visitation müsse Administrator Guggenberger bei wichtigen Fragen und Entscheidungen Rückfragen stellen. "Die Diözesanleitung ist handlungsfähig. Autark kann man nicht sagen", so Lackner. Ohne das Wort Befangenheit auszusprechen, die ihm als Visitator im Vorfeld vorgeworfen worden war, betonte er: "Ich bin nicht bester Freund von Bischof Schwarz. Das stimmt nicht. Ich bin mit keinem Bischof bester Freund."

 Um 10.30 Uhr begann das erste Visitationsgespräch im Bischofshaus in Klagenfurt. In der Prüfgruppe von Lackner sitzen der Vorarlberger Bischof Benno Elbs, der steirische Caritas-Direktor Herbert Beiglböck, der Grazer Spitalsleiter Christian Lagger,  Kirchenrechtsexperte Helmuth Pree aus München sowie Elisabeth Kandler-Mayr, Ordinariatskanzler der Erzdiözese Salzburg.  . Von Seiten der Kärntner Kirchenleitung sitzen Administrator Engelbert Guggenberger und die Mitglieder des Gurker Domkapitels, darunter Jakob Ibounig, Gerhard Kalidz und Peter Allmaier am Tisch, ebenso der Chef der Finanzkammer Franz Lamprecht sowie Rechtsreferent Burkhard Kronawetter.

Klz/Traussnig
© Klz/Traussnig

"Maximal kooperativ" und rote Linie

Von Kärntner Seite heißt es, man werde "maximal kooperativ" sein. Es wird allerdings auch unmissverständlich klargestellt, dass man für Verschleppung, Schönfärberei und Weichspülerei" nicht zur Verfügung stehen werde. Da würde es "eine rote Linie geben. Sollte die überschritten werden, so wird das Domkapitel auch in Zukunft nicht schweigen", wird klargelegt. Bekanntlich hat Guggenberger, vom Domkapitel assistiert, wider die Weisung aus Rom den Prüfbericht zum Bistum der Ära Schwarz veröffentlicht. Der bisherige Weg "der Transparenz, Klarheit und Ehrlichkeit wird fortgesetzt und ist bis zum Ende der Visitation alternativlos", hält die Kärntner Diözesanleitung fest.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

gerbur
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Auch der steirische Bischof

verfügt über Mensalgut, Schloss Seggauberg und die zugehörigen Betriebe gehören ihm. Dies nur zur Erinnerung an die Kirchenbeitragszahler.

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gerbur
6
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8500 ha Wald!!!!#

hat alleine das Mensalgut des Kärntner Bischofs! Da kommen noch ca.2800 ha an sonstigen landwirtschaftlixhen Flächen dazu. Zum Nachdenken für die Kirchenbeitragszahler

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gerbur
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Und mehr als 70 Jahre nach dem Krieg

bekommt diese sogenannte "Kirche" immer noch Entschädigungszahlungen in Form von hohen zweistelligen Millionenbeträgen Jahr für Jahr aus unserer Staatskasse für die wenigen Enteignungen in der Nazizeit. Dies zum Nachdenken für uns Staatsbürger. In mir steigt jedenfalls die blanke Wut auf!!

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Luitpold
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Krähen

Wie heißt ein altes Sprichwort; "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus". Zumal es sich bei Erzbischof Lackner um einen Freund von Bischof Schwarz handeln soll.
Die Finanz sollte einmal prüfen, ob die vielen geldwerten Vorteile die Bischof Schwarz für sich in Anspruch genommen hat auch versteuert wurden. Bei Normalbürgern wird so etwas bei der Einkommenssteuer berücksichtigt!
Die Kirchensteuerzahler sollten prüfen, ob sie für dieses Unternehmen noch weiterhin freiwillig Steuern bezahlen wollen, oder ob sie besser austreten sollten.

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KarlZoech
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Die Feststellung des Domkapitels, "dass man für Verschleppung, Schönfärberei und Weichspülerei nicht zur Verfügung stehen werde",

nährt die Hoffnung, dass hier nichts vertuscht wird. Erzbischof Lackners Anmerkung von "so transparent wie möglich" lässt dagegen leider schon wieder einiges befürchten; denn wer bitte würde denn feststellen, wieviel Transparenz noch möglich ist.

Mit der Transparenz ist es wie mit der Freiheit:
Entweder es gibt sie oder es gibt sie nicht.

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joschi41
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Scharfe Töne

Es erstaunt, dass die Männer um Msgr. Guggenberger am Tag eins der Visitation solch scharfe Töne anschlägt. Was treibt ihn an? Wäre es nicht klüger gewesen, die Kommission einmal beginnen zu lassen und nicht vorweg zwieträchtig aufzutreten? Guggenberger macht sich dadurch immer mehr angreifbar, schließlich war er jahrzehntelang Dr. Schwarz rechte Hand, Tür an Tür.

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duerni
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Das Zweite Vatikanische Konzil sprach 1964 .......

... der Gesamtheit der Gläubigen Unfehlbarkeit zu: „Die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben, kann im Glauben nicht irren. (Zitat aus Wikipedia "Päpstliche Unfehlbarkeit").
Jetzt hören wir von einem Bischof dieser Kirche:
"In der Kirche sind wir von der Würde, von Ehrfurcht geprägt; dass man als Person unangreifbar ist. Das war auch mein Fehler als Mitbruder."
Ich persönlich glaube an Gott und daran, dass es "Schutzengel" gibt, denn diese haben mir unvollkommenen Menschen schon oft geholfen.
Was die Menschen über Jahrhunderte aus der Idee von Jesus gemacht haben ist eine zutiefst unvollkommene Religionsgemeinschaft. Diese Visitation wird daran nichts ändern.

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pink69
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Hallo ?

gehts noch Hr. Lackner ? Sie sollten vorab nicht um Verzeihung bitten, sondern dies sollte einmal Hr. Schwarz selbst machen. Zum Zweiten hören Sie endlich auf mit Ihrer geschwängerten Redensart und verschleierten Drohgebärden-, was möglich ist und was nicht. Denn hier sollen Sie kein Richter sein, das haben's richtig gedeutet, Sie sollen alles und nochmals alles, lückenlos aufklären. Zum Glück wird Ihnen Hr. Guggenberger und Team hier auf die Finger schauen und wir bitten Sie eindringlich mit ihm zu kooperieren und sich nicht auf Rom raus reden oder zu verweisen. Es steht für die Kirche sehr viel auf dem Spiel, Sie selbst wollen sicherlich nicht, dass es zu noch mehr Austritte kommt und kommen wird.

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Oberwoelzer
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Kirche

Ja die Katholische Kirche hält sich an das Sprichwort:
"Nehmen ist Seliger als Geben"

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vati60
5
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Was wird passieren?

Nix wie bei allen anderen Fällen.

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rouge
2
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Abwarten

Die Kirche kann sich hier sicher keine Verschleierung und Verschleppung leisten. Dazu ist die mediale Aufmersamkeit schon viel zu groß.
Das mutige Domkapitel nährt zudem die Hoffnung, dass alles lückenlos aufgeklärt wird.
Warum sich allerdings Bischof Lackner und nicht Bischof Schwarz entschuldigt, erschließt sich mir nicht.

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TrailandError
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Klare Sprache - Bravo!

Die derzeitige Diözesanleitung in Kärten übernimmt viel Verantwortung, was in dieser Situation das einzig richtige ist. Ohne Guggenberger wäre der Schaden jetzt schon um ein vielfaches grösser, das sollte man sich vergegenwärtigen.
Es geht um die Verantwortung gegenüber dem Kirchenvolk in Kärnten und darüber hinaus! Man stelle sich vor die Visitation bringt keine Ergebnisse und läßt Bischof Schwarz " quasi "laufen" oder verkündet seine Unschuld ! Der Supergau für alle Gläubigen. Leider verstehen sich die leitenen Bischöfe eher als Maßregler nach unten und das Schlimmste ist zu beführen! Dabei ginge es so einfach: Alles auf den Tisch-und dann bewerten. Thats it.

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helga.zuschrott
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warum sind diese kirchen internen angelegenheiten in der rubrik innenpolitik?

.....

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gerbur
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@helga.zuschrott

Weil auch "Ungläubige" diesen Verein mit enorm viel Steuergeld finanzieren müssen, dieser Verein vom Staat unsäglich viele Privilegien zugestanden bekommen hat und durch diese Privilegien immense Reichtümer angehäuft hat und in immer stärkerem Ausmaß noch anhäuft!!! Ein Blick in das Grundbuch genügt um festzustellen, welchen Umfang der Immobilienbesitz dieser sogenannten "Kirche" bereits angenommen hat. Weg mit dem Konkordatsvertrag!!

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