Einstimmigkeit in RegierungLammfromm im Brautkleid

 

Auf einmal haben sich alle ganz lieb. Und sind fromm wie die Osterlämmer. Dabei ist es nur zwei Wochen her, als sich die Wölfe erst gar nicht die Mühe machten, sich in einen Schafspelz zu hüllen. Über ein „Festival der Schönfärberei“ und der Rechnung auf einem „Käsezettel“ schimpfte FPÖ-Chef Gernot Darmann damals, als Finanzreferentin Gaby Schaunig (SPÖ) Zahlen aus dem Rechnungsabschluss präsentierte.

Eine Landtagswahl später war bei der Regierungssitzung am Dienstag nichts mehr davon zu hören. Einstimmig wurde der Rechnungsabschluss – mit einem strukturellen Überschuss von 94,5 Millionen Euro – beschlossen. „Positiv“ sei die Entwicklung, heißt es von der FPÖ. Gerhard Köfer (Team Kärnten) sieht zwar einen „geschönten Rechnungsabschluss“, stimmte aber trotzdem zu. Wie bei allen anderen Beschlüssen.

Subsumieren wir es positiv: Solch sachliche Entscheidungen tun der Politik gut und verdienen Lob. Doch man muss kein Schelm sein, um anders zu denken. Niemand wollte sich mit einer Gegenstimme die Tür zu einer möglichen Koalition mit der SPÖ zuschlagen. Auch wenn Landeshauptmann Peter Kaiser das nicht als Brautschau verstanden haben will: Ein Seitensprung kurz vor der Ehe und ein schmutziges Brautkleid wären sicher nicht gut angekommen.

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erhardvallant
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Das Ende der politischen Zumutbarkeit

Der oft zitierte Wertekompass der SPÖ gilt hoffentlich nicht nur bundesweit, sondern bis herab in jede Gemeinde. Eine Partei wie die FPÖ gibt sich in Kärnten plötzlich lammfromm, und treibt es im EU-Parlament mit Anti-EU-Parteien. Kein Tag ohne pauschal das Flüchtlings-Feindbild zu bemühen. Hier keine glaubwürdige Distanzierung von der Haider-Ära mit ihren niederträchtigen persönlichen Herabsetzungen. Statt mehr Demut, gab es bei der LTW wieder unsägliche verbale Attacken- siehe einstweilige gerichtliche Verfügung oder die Wortmeldung des FPÖ-Wahlkampfleiters im Nationalrat. Was will man dem Bürger noch alles zumuten?
Peter Kaiser ist auch gewählt worden, weil er Anstand und Prinzipienfestigkeit glaubwürdig vertreten hat.

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CuiBono
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Alleinregierung

Als Koalitionspartner sollten die Blauen für Kaiser ein NoGo sein. Nur allzu bekannt sind die katastrophalen Vorgeschichten dieser Effen und damals handelnde Personen sind nwv in führenden politischen Positionen tätig.

Schwarz wird offensichtlich Jahre brauchen, um eine Benger-Ablöse zustande zu bringen. Ob der oder die Neue dann vertrauenswürdiger sein wird, ist zu bezweifeln.

Köfer ist ein politischer Kurzwitz, der sich wichtig macht.

WAS allerdings diese drei Parteien einigt, ist ihr - zu den Koalitionsgesprächen - erklärte Wille zu Innovationen in der Kärntner Politik, zum Wohle des Landes und seiner Bewohner.

Kaiser könnte eine Alleinregierung machen und auf das freie Spiel der Kräfte vertrauen. Dann wird man ja sehen, inwieweit die Hin- und Herschaften der anderen drei Parteien ihre Aussagen ernst nehmen und konstruktiv mitarbeiten.

Wer das nachweislich nicht machen würde, wäre bei den nächsten Wahlen ziemlich sicher in einer miserablen Position.

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