Kärnten13 Millionen Euro zusätzlich für Landeslehrer

Kritik vom Rechnungshof, weil das Land 350 Lehrer mehr finanziert, als Bund zahlt. Supplierpflichten werden nicht erfüllt.

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Die vielen Kleinschulen in den Landregionen in Kärnten kommen das Land seit Langem teuer zu stehen. Der Landesrechnungshof zeigt jetzt auf, dass Kärnten 13,1 Millionen Euro dazu zahlen muss, weil es 350 Lehrerstellen mehr gibt, als der Bund gemäß den Schülerzahlen finanziert. Landeshauptmann Peter Kaiser sagt als Schulreferent dazu: Mehr als die Hälfte der Überhanglehrer sei in der Betreuung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf tätig. Weil der Bund diesen Bedarf nur für 2,7 von 100 Kindern annimmt, tatsächlich seien es aber fünf Kinder. Kaiser will diesbezüglich die künftige Bundesregierung in die Pflicht nehmen.

Kritik vom Rechnungshof mit Direktor Günter Bauer kommt auch wegen der Supplierverpflichtungen, für die es 78 Planstellen gebe, die 2015/16 jedoch kaum genützt worden seien. Ein Vollzeit-Landeslehrer muss laut Gesetz 20 Vertretungsstunden pro Schuljahr leisten. Doch nur 27 Prozent der Supplierstunden seien im Prüfzeitraum gehalten worden.

Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger verweist darauf, dass seitens der Lehrer die Vertretungsstunden teils mangelhaft dokumentiert würden, auch wegen des bürokratischen Aufwandes. Manche Supplierungen würde der Rechnungshof nicht als solche bewerten, dann etwa, wenn ein Lehrer eine zweite Klasse mit unterrichtet. „Wir werden das alles evaluieren, wir nehmen die Kritik ernst“, sagt Altersberger zur Kleinen Zeitung.

Kritik der Prüfer gibt es auch wegen der Personalreserven. Das Land genehmigte dafür 7450 Stunden, was 344 Planstellen entspricht. 48 Prozent der Reserven wurden stundenweise auf fast 1000 Lehrer aufgeteilt, das seien maximal fünf Wochenstunden pro Lehrperson. Der Rechnungshof mahnt ein, Reservestunden zu bündeln und Lehrerausfall in erster Linie auf die Supplierverpflichtung zurückzugreifen. Das Konzept Kaisers für Bildungszentren begrüßt Bauer. Auch das Ziel, dass jede Gemeinde eine Volksschule haben soll. Derzeit ist es noch so, dass 184 der 233 Volksschulen nicht die Mindestgröße von 120 Kindern erreichen.

Das zeigt der Rechnungshof auf

Laut Schulgesetz müsste jede Volksschule in Kärnten zumindest 120 Schüler haben. Doch 184 der 233 Volksschulen erreichen diese Vorgaben nicht. Damit sind nur 49 Schulen oder 21 Prozent im gesetzlichen Rahmen. Das Gros der Schulen hat insgesamt weniger als 60 Kinder.
An 18 Volksschulen gibt es weniger als 30 Kinder.
In 78 der 233 Volksschulen gibt es Abteilungsunterricht. Das ist ein weiteres Indiz für die Kleinheit der Schulen.
Der Rechnungshofbericht passierte gestern den Kontrollausschuss des Landtages.

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