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Konzert am FreitagMarco Wanda: „Der Tod ist das sechste Bandmitglied“

Die Wiener Band „Wanda“ macht am Freitag (14. September) im Rahmen ihrer „Niente-Tour“ in Klagenfurt Halt. Frontmann Marco Wanda spricht über die Faszination für das Endliche.

Austro-Pop Band Wanda
Austro-Pop Band Wanda © APA/dpa/Henrik Josef Boerger
 

Welches Lebensgefühl kommt in Ihren Songs zum Ausdruck und wie entsteht ein typischer Text?
Marco Michael Wanda: Grundsätzlich geht es immer um Leben, Liebe und Tod, denn man kann niemals genug darüber singen. Das werden immer unsere Kernthemen sein. Es passiert was im Leben und dann passiert der Song. Man kann keinen Song schreiben, wenn man nichts erlebt. Wenn etwas passiert, ist der Song im Kopf eigentlich schon fertig.

Einerseits klingt Ihre Musik unbekümmert, andererseits spielen Sie auf morbide Themen an.Warum?
Der Tod ist das sechste Bandmitglied, hab ich so das Gefühl. Er ist immer da, man kann ihn nicht verleugnen. Also warum nicht darüber schreiben? Wenn man versucht, die Geschichte eines exemplarischen Lebens zu erzählen, muss er vorkommen.

Hat diese Faszination für das Endliche vielleicht auch mit der Angst zu tun, dass der Erfolg eines Tages wieder vorbei sein könnte?
Momentan ist nicht absehbar, dass etwas nicht funktioniert, darum denken wir nicht daran. Aber wenn es so weit ist, wird der Charakter auf die Probe gestellt. Dann muss man schauen, ob man wirklich der Mensch ist, der man sein will. Das Ziel ist es natürlich, über unsere Arbeit so ein Mensch zu werden.

Welche Seite überwiegt bei Ihnen persönlich: Die Lebensfreude oder die Melancholie?
Es geht bei mir immer auf und ab. Ich bin ein erfahrener Depressionist und habe meine Mittel dagegen: Die Beatles hören und „Columbo“ schauen. Dieser langsame, charmante Inspektor ist ein köstliches Antidepressivum. Dabei kann man gut entschleunigen.

Drogenkonsum (Alkohol, Kokain) kommt in Ihren Texten immer wieder vor. Was wollen Sie damit vermitteln?
Wir leben in einer Zeit, in der das gar nicht mehr so auffällt, weil es größere Probleme gibt. Ich bin suchtkrank (Zigaretten etc.) und werde daran sterben. Ich verlange Mitleid.

Austropop hatte immer gesellschaftskritische Texte – bei Wanda sticht dieser Aspekt nicht so hervor. Können Sie sich vorstellen, in Zukunft mehr politische Songs zu schreiben?
Viele meinen, ich soll mich politisch äußern, aber das tue ich nicht. Ich spalte nicht, ich führe zusammen. Ich glaube , dass die Kraft der Musik verbindet.

Mit Columbo waren Sie wochenlang in den Charts. Kann es sein, dass auch Ihre Musik manchmal – wie der listige Kommissar – unterschätzt wird?
Na ja, es schadet nicht, wenn man sich immer ein bisschen blöder stellt, als man eigentlich ist, oder?

Wofür steht Wanda, außer für Amore?
Freiheit, Liebe, Toleranz, Wut, Ekstase, Leiden, Lebensfreude, Rock’n’Roll.

Wie schaut´s mit Amore im „echten Leben“ aus?
Außerhalb der Bühne gibt es kein echtes Leben für mich.

Was erwartet das Publikum beim Auftritt in Klagenfurt?
Wir spielen jede Show als wäre es unsere Letzte, das hat das Publikum verdient. Und das Konzert in Klagenfurt ist jetzt mal tatsächlich für längere Zeit unsere letzte Sommer Open Air Show in Österreich. Unsere Konzerte sind ekstatische Rituale. Davon kann man nicht genug haben im Leben.


Infos

Wanda: Das Debütalbum („Amore) der Wiener Band erreichte 2014 Gold, die Folgealben „Bussi“und „Niente“ Platin. Derzeit mit „Columbo“ in den Charts.

Konzert: Freitag, 14. September, 18:30 Uhr. Wörthersee-Stadion Freigelände, Südring 207.

Tickets: www.oeticket.com

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