Ein ehemaliger Mitarbeiter der Stadt Klagenfurt, der einen Millionenbetrag aus der Stadtkassa genommen hatte und deswegen auch verurteilt worden ist, muss sich am kommenden Freitag erneut vor dem Landesgericht Klagenfurt verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann nun gewerbsmäßige Abgabenhinterziehung vor.

Der Podcast über die gesamten Hintergründe des Stadtkassa-Skandals:

Der ehemalige Mitarbeiter war im Herbst 2021 wegen Veruntreuung zu vier Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der damals 66-Jährige hatte in der Zeit von 1997 bis 2019 insgesamt 1,76 Millionen Euro aus der Stadtkassa genommen, vor Gericht legte er ein Geständnis ab. Der ehemalige Leiter der Stadtkassa konnte sein Handeln über Jahrzehnte hinweg verschleiern. So machte er jeweils zum Jahresende einfach einen Saldovortrag, die Einnahme wurde im alten Jahr gebucht, die Belastung des Kontos erfolgte erst nach dem Jahreswechsel. Damit habe er immer einen ausgeglichenen Saldo vorweisen können.

Fast zwei Millionen Euro entnommen

Insgesamt tätigte er 170 Bargeldbehebungen von Konten der Stadt Klagenfurt, dabei wurden 884.000 Euro entnommen, das Geld wurde danach allerdings nicht in die Stadtkassa eingezahlt. Außerdem entnahm der Mann laut Anklage 106 Mal Bargeld (insgesamt 876.000 Euro) aus der Stadtkassa, ohne das Geld auf das Konto der Stadt einzuzahlen.

Wie es in der aktuellen Anklage heißt, habe der Mann "die von ihm unrechtmäßig entnommenen Bargeldbeträge aus der Kasse nicht deklariert und so eine Verkürzung der Einkommenssteuer in der Höhe von 397.214 Euro" bewirkt. Der Schöffenprozess unter Vorsitz von Richterin Claudia Bandion-Ortner ist lediglich für eine Stunde anberaumt.