Wörthersee-StreckeFlüsterbremsen sollen Bahnlärm-Problem bremsen

Nach Fertigstellung der Koralmbahn droht Lärmbelastung entlang der Wörthersee-Strecke. Flüsterbremsen sollen Bahnlärm dämpfen. Die Kleine Zeitung hat die wichtigsten Fragen und Antworten gesammelt.

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Schon jetzt ist die Wörthersee-Strecke stark befahren.
Schon jetzt ist die Wörthersee-Strecke stark befahren. © (c) Weichselbraun Helmuth
 

Seit Jahren wird entlang der Eisenbahnstrecke von Klagenfurt nach Villach darüber gestritten, wie man der wachsenden Lärmbelastung Herr werden könnte.  Nach Fertigstellung der Koralmbahn droht schließlich ein Güterzug-Anstieg. Leise Routen sollen den Bahnlärm dämpfen. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten auf das Problem.

Kommentare (11)
joektn
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220 Züge täglich

Hört sich viel an, ABER - eines wird vergessen: das sind großteils Personemzüge und die sind leise. Im Gegensatz zu heute wird es auf der Koralmbahn einen 30 Minuten Schnellzugtakt geben. Heute ist es ein 2 Stunden Takt.
Allein das macht schon deutlich mehr Verkehr aber wie gesagt keine Güterzüge.

dude
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Immer wieder Joe!

Sie sind wohl der Pressesprecher der ÖBB.
Und Ihr Insiderwissen ist ebenso beeindruckend! Ihr Wort in Gottes Ohr, dass mit der Eröffnung der Koralmbahn lediglich der - tatsächlich nicht laute - Personenverkehr steigen wird!
Nur, das glaube ich nicht, auch wenn diese Erzählung seitens der ÖBB noch so sehr getrommelt wird! In Anbetracht des Milliardenausbaus der Häfen von Triest und Koper wird der Gütertransit in Kärnten um ein Vielfaches ansteigen!

joektn
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Nein

Pressesprecher bin ich Gott sei Dank nicht aber das Wissen über die Infrastruktur und Bahn ist Teil meiner Arbeit.
Der einzige zusätzliche Güterverkehr, ist der Verkehr der aktuell über die Pyhrnbahn fährt. Der wird auf die Koralmbahn umgelegt, aber das ist überschaubar.
Solang es zwischen Krumpendorf und Pörtschach nicht zu einer Blockverdichtung kommt, ist entlang des Wörthersees ohnehin nicht viel Kapazität für den Güterverkehr. Derzeit sind das rund 6500 Meter als ein Block. Ein Güterzug braucht mit 100 km/h gute 5 Minuten für den Abschnitt. Das heißt es kann maximal alle 5 min ein Zug pro Richtung dort verkehren. Rechnet man nun alle 30 Minuten die S-Bahn hinzu, plus den Fernverkehr, kannst dir ausrechnen wie viel Kapazität tatsächlich noch für den Güterverkehr übrig bleibt. Wenn auf der S1 tatsächlich der 15 Minuten Takt kommt, gibt es sowieso ein Problem. Da ist Güterverkehr quasi nur mehr über Nacht möglich.

dude
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Ihr Schlusssatz, lieber Joe,

... spricht das Hauptproblem für uns Anrainer an! 95 dB-peak während der Nachtstunden sind nicht lustig! Wenn jetzt die Lärmsachverständigen der ÖBB-Infra argumentieren, dass dies ja nur 30 oder max 45 Sekunden lang stattfindet, nutzt uns dies nicht allzuviel! Man ist wach und bis zum Einschlafen kommt schon wieder der nächste Güterzug...

Klar, der Körper gewöhnt sich einigermaßen, aber dies kann doch in einer zivilisierten Welt nicht das Ziel sein, abzuwarten bis man sich an gesundheitschädigenden Lärm gewöhnt!

Es freut mich, dass ich einen Experten und Insider als Gegenüber habe!
Und gegen einen zeitgemäßen und dem Stand der Technik entsprechenden Lärmschutz kann wohl keiner was dagegen haben. Eventuell könnten Sie sich im Rahmen Ihrer Arbeit dafür einsetzen.
200.000 Menschen im Kärntner Zentralraum und ich wären Ihnen dankbar!

joektn
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Naja

Das Problem beim Güterzug ist der Peak beim Lärm. Es ist kurz laut und dann ist wieder über längere Zeit Ruhe. Bei der Straße hat man den Lärm hingegen dauerhaft und recht konstant, was wesentlich schädlicher ist für die Gesundheit. Das ist bewiesen.
Dass es nun mal Geräusche macht wenn 1000 Tonnen Stahl auf Stahl vorbei fahren ist logisch. Lärmschutzwände werden zwar oft gefordert aber bringen oft nichts, da sie den Schall maximal nur reflektieren oder umleiten. So gibt es konkrete Fälle, dass es mit Lärmschutzwänden lauter war, als ohne. Die Lärmbelastung resultiert rein aus Berechnungen und Computermodellen.
Schlafen kann man sonst auch mal mit Ohrstöpsel probieren oder mit Melatonin-Tabletten. In Kombination mit Lärmschutzfenstern (werden gefördert) ist es gut aushaltbar (ich leben selbst neben den Gleisen und merk das gar nicht mehr)
Es gibt natürlich zusätzliche Lösungen wie Schallabsorber zwischen den Gleisen. Ist halt teuer und aufwendig, bringt aber bis zu 5 dB weniger.

dude
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Ich versuche Sie einzuordnen, lieber Joe,

... aber es gelingt mir leider nicht! Es ist mir wirklich unerklärlich, wie jemand, der nicht bei der ÖBB oder bei der ÖBB-Infra arbeitet, so argumentieren kann wie Sie! Eventuell arbeiten Sie bei einem Unternehmen, das zu 100% von der ÖBB lebt, bzw. Sie generieren mit Ihrem Unternehmen einen Großteil der Aufträge von der ÖBB. Anders sind Ihre zynischen Empfehlungen nicht zu erklären!
Wieso kann man Anrainersorgen und -probleme nicht einfach akzeptieren. Wenn mir ein Flughafenanrainer, ein GTI- oder Harleybetroffener, ein Autobahnanrainer sein Leid klagt, gebe ich mein Bedauern zum Ausdruck und überschütte ihn nicht mit zynischen Kommentaren!

Xervus
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Es ist echt lächerlich…

… die Flüsterbemsen reichen den Anwohnern am Wörthersee nicht und eine neue Bahnstrecke durch Wernberg und Co. will (verständlicherweise) auch niemand. Im Endeffekt werden sich die Bewohner mit mehr Bahnverkehr abfinden müssen zum Wohle aller. Allgemeinwohl geht vor Eigenwohl.

Zirkus123
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Ich bin ganz bei Ihnen!

Außerdem hört man niemanden aus Annabichl schimpfen!
Zwischen dem Flughafen und dem Ostbahnhof in Klagenfurt leben ums "zigfache" mehr Menschen in dicht besiedelten Bereichen als entlang des Wörthersees....komisch dass man nur von dort Stimmen einer Belästigung vernimmt.

Eine weitere Trasse inkl. Bodenverbrauch und zusätzlichen Lärm ist nicht dass was wir brauchen.

wjs13
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Die Flüsterbremsen werden kaum reichen

ohne Verbot der Ostgüterwaggos, die holpern und scheppern als wäre alles locker und sie sich im nächsten Moment in die Einzelteile zerlegen könnten, wird es nicht gehen.
Und das könnte sofort passieren um die Bevölkerung vom Jetstart-Lärm zu entlasten!!!
Leider ist das dem Milliardensteuergeldgrab ÖBB völlig egal.

joektn
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Hmm

Was sind den bitte Ostgüterwaggons? Alle großen europäischen Waggonvermieter sind alle im Deutschland, Frankreich oder Schweden angesiedelt und die haben top modernes Material. Alleine die 3 großen Vermieter sind für über 80% aller Güterwaggons verantwortlich und die sind bereits alle seit 2019 umgerüstet.

Xervus
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Wollen Sie…

… Die Züge in Jesenice einfach stehen lassen oder wie stellen Sie sich das vor?