Zweites Gutachten ist daNach 52 Jahren ist das Klagenfurter Hallenbad endgültig geschlossen

Jetzt ist es fix: Nach 52 Jahren kann das Klagenfurter Hallenbad aus Sicherheitsgründen nicht mehr geöffnet werden. Auch ein Teilbetrieb ist nicht möglich. In Klagenfurt fällt die Badesaison 2021/ 2022 ins Wasser.

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Das Klagenfurter Hallenbad bleibt zu. © Helge Bauer
 

Wie seit 17 Jahren beauftragen die Stadtwerke externe Gutachter, um den aktuellen Zustand des Hallenbades zu prüfen. Dieses Jahr ist der Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Fortführung des Bade-Betriebes nicht mehr möglich ist.

Auf Basis dieses Gutachtens wurde ein zweiter Experte für eine vertiefte Prüfung beauftragt. Das Ergebnis bestätigt die Erstprüfung: Nach 52 Jahren kann das Hallenbad aus Sicherheitsgründen nicht mehr geöffnet werden. Auch eine Teilsanierung ist nicht mehr möglich. Weiters wurde auch ein eingeschränkter Teilbetrieb geprüft, für den es ebenfalls kein "grünes Licht" gibt. "Das ist ein ernüchterndes Ergebnis. Damit haben wir nicht gerechnet", sagt Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole. Zumindest die Möglichkeit eines Teilbetriebs habe man erhofft. Aber auch dafür gibt es keine Freigabe. "Das alte Hallenbad ist am Ende", stellt Smole fest. Zwar bestehe keine Einsturzgefahr. "Aber die Standardanforderungen für einen öffentlichen Badebetrieb werden nicht mehr erfüllt."

Badesaison fällt ins Wasser

Für die Klagenfurter Bevölkerung bedeutet dass, das die Indoor-Badesaison im Winter 2021/2022 ins Wasser fällt. Laut Smole wird es nicht möglich sein, bis zur regulären Hallenbaderöffnung im September eine Alternative zu errichten.

Zwar wird derzeit fieberhaft nach einer Alternative bis zur Eröffnung des Sport- und Vitalbades gesucht. So prüfen die Stadtwerke etwa die Errichtung eines alternativen Beckens mit einer Überdachung als temporäres Hallenbad in Klagenfurt. Voraussetzung ist eine Länge von 25 Metern. Bevor ein solches Bad eröffnet werden kann, muss aber erst ein rechtliches Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein. Eine Entscheidung wird für den Oktober erwartet.

Stadtwerke weiter für neues Vitalbad

Die Stadtwerke halten weiterhin an den Plänen für das geplante Vitalbad gegenüber von Minimundus fest. "Wir werden daran nicht rütteln", sagt Smole. "Eine Sanierung des alten Hallenbades wäre wie ein Neubau zu bewerten. Wir müssten bis auf die Bodenplatten alles herausreißen."
Smole appelliert an die Entscheidungsträger, jetzt an einem Strang zu ziehen: "Auch wenn eine temporäre Lösung gefunden ist, darf man sich keinesfalls danach in die Komfortzone zurücklehnen, so wie es in den letzten 17 Jahren passiert ist."

Hintergrund

Das Hallenbad wurde 1970 errichtet und 1972 in Betrieb genommen. 1993 wurde eine Generalsanierung abgeschlossen. Aufgrund einer mangelhaften Sanierung wurde die Lebensdauer nach der Renovierung auf 18 Jahre eingeschränkt. Seit 17 Jahren wird nun auf jährlicher Basis ein Gutachten über den Weiterbetrieb erstellt. Mit insgesamt 52 Jahren ist das Hallenbad Klagenfurt eines der am längsten in Betrieb stehenden Hallenbäder in Europa. Nun hat das Hallenbad das Lebensende erreicht.

Bürgermeister Christian Scheider (Team Kärnten), er ist auch Eigentümervertreter der Stadtwerke, kündigt für die kommende Woche einen runden Tisch mit allen Beteiligten an. „Wir benötigen eine Gesamtlösung sowohl die Sportler als auch für die
Familien und übrigen Schwimmbegeisterten. Dabei darf es keine Tabus geben, offen diskutiert werden, was temporäre Lösungen sein können aber auch das grundsätzliche Projekt muss besprochen werden!“, so Scheider.

Stadtrat Max Habenicht (ÖVP) macht sich ebenfalls Gedanken über die Ausführung des temporären Hallenbades. "Es gibt italienische Hersteller, die temporäre Becken aufstellen. Ich könnte mir vorstellen, dass man so etwas prüfen wird", sagt Habenicht. Eine Traglufthalle nennt der Stadtrat als mögliche Alternative, die Standortfrage sei dabei jedoch wesentlich. Der Messeparkplatz könnte als kurzzeitige Ausweichstation dienen. Für eine fixe Installation wären Gewerbeflächen eine Möglichkeit. Insgesamt sieht er die Situation als "eine Katastrophe" für den Sport und die Jugend. "Es gibt eine junge Generation, die Schwimmen lernen muss. Das ist nur in einem Schwimmbad möglich."

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Danke für Ihr Verständnis.

goergXV
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Klagenfurter Rathaus

LEIDER sind die meisten Politiker (ALLER Parteien) und auch viele Mitarbeiter im Rathaus UNFÄHIG und ÜBERFORDERT !
Ausnahmen bestätigen das Gesagte !
Außerdem betrachten viele das Rathaus und die STW als Selbstbedienungsladen.
Und NIEMAND haut dazwischen !

oscar71
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Die, die dazwischengehaut haben,

wollte man bei der GRW21 nicht. Klagenfurt bekommt das, was es verdient.

hithere
7
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dafia is schon die rote Ex mitverantwortlich

i erriner mi wie die Rote Jetz-Ex vasprochen hot: und unsre Schwimmsportler kriagn a Spurtbeckn....LOL...hätt sie sich ja von am Bauträger sponsorn lossn kennen

goergXV
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???

NICHT das ich "die Rote Jetz-Ex" vermisse ...
Was macht sie eigentlich jetzt ?
Sie ist komplett von der Bildfläche und aus der Zeitung verschwunden ...

bianca50
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Hallenbad Klagenfurt

Die unendliche Geschichte unseres Hallenbades hat ein unrühmliches Ende genommen. Wenn's nicht so traurig wäre müsste man lachen. Was die anfangen geht in die Binsen-siehe auch Altersheim Hülgethpark

alher
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Endlich ist dieser

Geldverschwendungsbau geschlossen.

Kommentare 76-81 von 81