Küchenhilfen, Kellner, KöcheKlagenfurter Gastronomie meldet 477 offene Stellen

Nach der Pandemie fehlt in der Klagenfurter Gastronomie und Hotellerie das Personal. Viele Hilfskräfte ließen sich umschulen. Kritik wird aber auch an den Arbeitsbedingungen in der Branche laut.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Sujet: Hilfskräfte werden derzeit in der Gastronomie händeringend gesucht.
Sujet: Hilfskräfte werden derzeit in der Gastronomie händeringend gesucht. © hedgehog94 - stock.adobe.com
 

Seit Ende Mai sind Gastronomie und Hotellerie wieder geöffnet. Heimisches Personal ist allerdings kaum zu bekommen. 477 offene Stellen meldet das AMS im Bereich Gastronomie/Hotellerie im Bezirk Klagenfurt. „Es herrscht ein eklatanter Mangel an Hilfskräften“, berichtet Stefan Sternad, Fachgruppenobmann der Wirtschaftskammer Kärnten. Er führt die schwierige Situation auf die Pandemie zurück. „In den Lockdownphasen wurden viele Arbeitskräfte von der Industrie abgeworben“, sagt Sternad. In der Krise hätten sich zudem weniger junge Menschen für eine Lehre entschieden.

Kommentare (12)
crawler
0
1
Lesenswert?

Irgendwie muss man doch

den Arbeitgeber mit seinen Personalsorgen verstehen, aber auch das Personal, das den eigenen Arbeitsplätzen oft mit anderen mit geregelter Arbeitszeit vergleicht. Ich sehe mir öfters Filmchen von Rosin an, der ja manche Betriebe mit seinem Wissen wieder auf Vordermann bringen soll. Dabei fällt mir einiges auf: Die meisten der Hilfe rufenden Betriebe kalkulieren falsch. Die meisten sind sogar hoch verschuldet. Wenn man das auf viele Betriebe bei uns umlegt, sind - soferne man zum Einkauf mindestens 40% zurechnet - die Speisen oft viel zu billig. Dadurch entsteht aber auch für viele der Konkurenzdruck. In Fremdenverkehrszentren und in der Stadt mag das alles passen. Aber am Land, im Dorfgasthaus - wo eine Kellnerin auch wegen ein paar wenig konsumierenden Kartenspielern nichtbezahlte Überzeit leisten sollte - ist das alles nicht so leicht möglich. Ich bewundere viele Wirte dass sie es trotzdem schaffen.

Dissentio
3
5
Lesenswert?

Gastro

nochma zusammenfassend:
• Mehrstunden ohne Ü-Aufschlag
• IST-Stunden selten gleich der SOLL-Arbeitsstunden
• Tringelder werden nicht an KellnerInnen ausgezahlt, sondern prozentuell einbehalten/ausbezahlt

• Idealbild der Arbeitskraft: männlich, kinderlos, 20-30

--> das ist ein Punkt!!!.... aber auch die traurige Wahrheit...Warum?! Die "Alten" lassen sie sich nichts sagen, fordern horrende Gehälter und wenn's schlecht läuft, wittern die Chefitäten schon den nächsten eCard-Urlaub.....
Mütter und ihre fehlende Flexibilität (spontane Sonderurlaube weil Kind krank, nur Teilzeit an bestimmten Tagen, nicht abends/nachts, usw.) sind ebenfalls nicht geeignet (Ausnahmen gibt es, idR geht das aber stets zu Lasten des restlichen Teams, das dann kompensieren muss...)
Junge Erwachsene? Zu mühsam.. die bringen nicht einmal mehr das notwendigste Grundwissen mit (wofür hat man denn Apps und Youtube-Tutorials?!?) und die meisten zieht's eh Richtung flexiblem Gleitzeit-Bürojob mit Homeoffice, um nebenbei als InfluencerIn Ca$h zu machen!

Übrig bleibt ist eine arbeitswillige Minderheit, die dann aber auch nur Betriebe wählt und dort bleibt, wo die genannten Punkte kein Thema sind und trotz Stress das Arbeitsklima im Team größtenteils gut bleibt!
...und solche Gastro-Betriebe gehören ebenfalls einer Minderheit an....

Dissentio
0
0
Lesenswert?

liebe Rotstrichler

...einer muss das ja öffentlich sagen/schreiben. Die Betriebe, die eben dieses "Idealbild" fordern, haben eben diese Erfahrungen gemacht und draufgezahlt...... und das kann sich in der derzeitigen Situation einfach kein Betrieb mehr leisten....

Lowraider
6
7
Lesenswert?

Warum generell arbeiten ?

Beim Staat bekomme ich fürs nichts tun Geld und meine
Nachbarn welche vor Jahren nach Österreich eingereist sind machen das auch so !

Arbeiten das machen doch nur jene die das System nicht kennen !

Civium
1
6
Lesenswert?

Sind Ihre

Nachbarn ausgebildetes Fachpersonal für die Gastronomie??

Civium
1
11
Lesenswert?

Wer gut zahlt bekommt auch

Personal, !!

Löhne in Gastronomie sind lächerlich für 12 Stunden-Dienste bzw Teildienste , viele müssen den Weg in die Arbeit zweimal bzw viermal am Tag in Kauf nehmen.

Macht diese Branche attraktiver, dann gibt es auch kein Personalproblem.

Restaurants verkaufen ihre Speisen auch nicht unter ihren Preis.

Dissentio
1
7
Lesenswert?

so schauts aus...

ein Betrieb, der gut UND fair ausbezahlt (Stichwort Trinkgeld) und wo das Team passt, wird immer Personal finden können. Aber: solch Betriebe gibt es, wie auch entsprechendes Personal, immer weniger...

Kathrin1009
2
2
Lesenswert?

Vielleicht

auch mal bedenken was es den Unternehmer kostet? Natürlich sollten die Jobs besser bezahlt sein, aber glaubt ihr alle wirklich dass man als Unternehmer in der Gastronomie heutzutage noch reich wird? Die Nebenkosten für einen Arbeitnehmer sind in Österreich horrend und da gehört mal ein Anfang gemacht.

Dissentio
1
3
Lesenswert?

das ist das Grundproblem in der Spirale

wir wollen mehr verdienen, sind aber nicht bereit mehr zu bezahlen! Ich wäre sofort bereit 20% mehr für meine Konsumation zu bezahlen, wenn diese 20% ausschließlich dem Servicepersonal zugute kommt! Trinkgelder gebe ich nur dort großzügig, wo ich mit Sicherheit weiß, dass es der/die KellnerIn auch bekommt!

Civium
0
4
Lesenswert?

Gutes Stichwort , wir müssen

bereit sein für Qualität zu bezahlen ,nur so kann das Niveau gehoben werden.

Italienische Preise wären richtig und nicht zb ein Schnitzel um 10,50 Euro auf die Speisekarte.
An der Adria kriegst dafür eine Vorspeise, wenn überhaupt?

Civium
0
5
Lesenswert?

Er kostet gar nichts, der Unternehmer kriegt dafür seine

Leistung!
Sollte er ihm etwas kosten, dann kalkuliert der Betrieb falsch !

Dissentio
0
2
Lesenswert?

Jein @civium

....verstehe diesen Punkt schon, aber um Konkurrenzfähig zu sein, muss sich der/die UnternehmerIn halt entscheiden, wo eingespart wird... und bei den Personalkosten ist es halt am bequemsten... Eine Erhöhung der Preise wäre ja die Möglichkeit, der Kosument ist aber dann wiederum der erste, der jammert, wenn das Gordon mit Pommes nun 18 statt 15 EUR kostet, die Kundschaft stagniert/sinkt und es bleibt noch weniger Geld fürs Personal....