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Igelstation in FerlachHier haben kleine Igel eine Überlebenschance

Die Ferlacherin Ute Rosicky päppelt schwache und verletzte Igel auf. 70 Tiere überwintern derzeit in ihrem Haus. In freier Wildbahn würden sie verhungern.

Viele der stacheligen Gefährten sind zu klein, um den Winter zu überleben.
Viele der stacheligen Gefährten sind zu klein, um den Winter zu überleben. © Peter Just
 

Eine dicke Schneedecke liegt über der Landschaft. Die meisten Igel haben sich schon Anfang Dezember in ihre Nester verkrochen. Immer wieder kommt es aber vor, dass einzelne Tiere ihren Winterschlaf unterbrechen oder aufgeschreckt werden. "Das sind Todeskandidaten", sagt Ute Rosicky. Die Ferlacherin betreibt seit 26 Jahren eine Igel-Station. 70 Igel überwintern derzeit in ihrem Haus und in einem Schuppen im Garten. "Alles ist voller Igel", schmunzelt Rosicky.
285 Igel hat sie im letzten Jahr gepflegt. "Im September und im Oktober waren es so viele wie noch nie zuvor", sagt sie. Schuld daran ist vermutlich der Klimawandel: "Im Frühling war es sehr feucht, es gab zahlreiche Frühgeburten", erklärt die Lehrerin.

Junge Igel ohne Winterspeck

Seit Jahresbeginn hat sie vier neue Tiere aufgenommen. Ein Teil der Igel hält im Keller Winterschlaf: "Männchen und Weibchen schlafen getrennt voneinander, damit sie nicht abgelenkt werden", schmunzelt Rosicky. Viele Igel sind aber ohnehin wach: "Das sind Jungtiere. Sie wiegen unter 500 Gramm und konnten sich wegen des geringen Nahrungsangebots im Spätherbst keinen Winterspeck anfressen", so Rosicky. Sie werden zwei Mal pro Tag mit Trockenfutter gefüttert. Die kleinsten von ihnen werden mit dem Fläschchen ernährt.

Ute Rosicky im Winterquartier ihrer Igel.
Ute Rosicky im Winterquartier ihrer Igel. Foto © Peter Just

"Igel, die nach dem Wintereinbruch frei herumlaufen, sind meistens krank", weiß die Igelexpertin. Auch Schneepflüge können für die stacheligen Tiere lebensbedrohlich werden. "Wer jetzt  Igel im Freien findet, sollte sie auf jeden Fall zum Tierarzt bringen", appelliert Rosicky.

privat Ein gerettetes Jungtier, in eine flauschige Decke gehüllt.
Ein gerettetes Jungtier, in eine flauschige Decke gehüllt. © privat


Etwa ab März bis Mitte April erwachen die Igel aus dem Winterschlaf. Dann beginnt die Auswilderungsphase. "Ich setze die Tiere dann in kleinen Grüppchen in ganz Kärnten aus", erzählt Rosicky. Außer jene, die dauerhaft beeinträchtigt sind: "Ich habe zum Beispiel einen Igel, dem ein Fuß durch einen Rasenmäher abgetrennt wurde. Er hat in der freien Wildbahn keine Überlebenschance."

Winziges Igelbaby in der Hand von Ute Rusicky.
Winziges Igelbaby in der Hand von Ute Rusicky. Foto © privat

Überhaupt bittet Rosicky Gartenbesitzer um mehr Rücksicht. "Der Trend zum  Golfplatzrasen und Insektengift bedeuten für Wildtiere ein Todesurteil. Sie finden keine Nahrung und kein Versteck mehr, und sterben im schlimmsten Fall an Vergiftung oder Nahrungsmangel."

Im Frühling dürfen die Igel ihr Gehege verlassen.
Im Frühling dürfen die Igel ihr Gehege verlassen. Foto © privat

 

 

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