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KrumpendorfRingen um Bebauung in Wörthersee-Gemeinde

In Krumpendorf wird gerade um einen neuen Teilbebauungsplan gerungen. Bürger sorgen sich um Bebauungsdichte.

© KLZ/Markus Traussnig
 

Es ist ein Thema, mit dem sich alle Wörtherseegemeinden konfrontiert sehen: Wie viele Bauten und welche Bebauungsdichte soll man zulassen? Selbstredend wollen alle Gemeinden einen Zuzug an Bürgern, weil damit auch die Einnahmen steigen. Gleichzeitig zieht man sich mit jeder größeren Widmung – ob für ein Hotel, eine Appartement-Anlage oder auch nur ein Mehrparteienhaus – den Gram der Anrainer zu.

In Krumpendorf ringt der Verein „Lebenswertes Krumpendorf“ seit Jahren mit der Gemeinde um genau diese Themen. Ausgangspunkt ist ein Grundstück auf dem Hang nördlich der Hauptstraße. Zwischen der Kaiserallee und dem Lannerweg hat sich das Kärntner Friedenswerk, eine gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft, vor einigen Jahren ein Grundstück im Umfang von 5000 Quadratmetern gesichert. Der damals noch geltende textliche Bebauungsplan sah eine Geschoßflächenzahl (GFZ) von 0,6 vor. Diese Zahl gibt vor, wie dicht eine Parzelle bebaut werden kann. Für Günther Kostan, Geschäftsführer des Friedenswerks, war diese, vergleichsweise hohe GFZ, mit ein Grund, das Grundstück zu kaufen. Rund 1,2 Millionen Euro flossen bei dem Deal. Verkäufer war der mittlerweile verstorbene Unternehmer Dietmar Schwarzenbacher, der über das Gelände seines Unternehmens Uniquare auch ein Servitut einräumte, damit überhaupt erst eine Zufahr zum Grundstück möglich ist.

Vor zwei Jahren aber begann die Gemeinde einen neuen Teilbebauungsplan zu erarbeiten und erließ gleichzeitig einen Baustopp. Für Kostan bedeutete das auch eine Unterbrechung seiner Planungen. „Ich weiß nicht, was der Status ist, daher planen wir nun nicht.“

Eine Zurückhaltung, der die 240 Mitglieder des Vereins „Lebenswertes Krumpendorf“ nicht trauen. Bürgermeisterin Hilde Gaggl (ÖVP) erklärte ihnen gegenüber stets, dass der Teilbebauungsplan Aufgabe des zuständigen Ausschusses und auch des Gemeinderats sei. Auch gegenüber der Kleinen Zeitung verweist sie an andere Instanzen. „Zudem wird ein Verkehrskonzept erarbeitet.“

„Unsere Sorge bezieht sich ja nicht nur auf das Grundstück des Siedlungswerks“, betont Lebenswert-Obmann Willi Kaulfersch. Das Gebiet nördlich der Hauptstraße umfasse in Summe elf Hektar, einige Gründe seien unbebaut, mehrere Parzellen mit baufälligen Häusern darauf seien groß und könnten in den nächsten Jahren verkauft werden – und wären dann Spekulationsobjekt für die Immobilienbranche. 240 Wohnungen, so schätzte ein Fachmann, seien durchaus umsetzbar. „Gleichzeitig verträgt der Hang nicht mehr Verkehr, die Straßen sind zu eng, man muss oft hunderte Meter zurückfahren, bis man ausweichen kann“, argumentieren die Mitglieder des Vereins. Eine Einbahn in der Hanglage sei – gerade im Winter – keine mögliche Lösung. Auch die Wasserversorgung und der Kanal am Hang hätten ihr Leistungslimit erreicht.

Auf eigene Kosten ließ der Verein ein Gutachten erstellen. Darin sah ein Sachverständiger eine GFZ von 0,4 als durchaus machbar an, mehr würde die Gegend aber nicht verkraften, ohne dass der Villen-Charakter, der auch prägend für den Ort ist, Schaden nehmen würde. „Man wird sich in der Gemeinde halt entscheiden müssen, ob der Ort wachsen soll und die Lebensqualität erhalten bleibt, oder ob es nur um Quantität, also mehr Wohnungen geht“, sagt Kaulfersch.

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