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Zell-SeleMillionen-Investition in 600-Seelen-Gemeinde

In der idyllisch gelegenen Gemeinde Zell-Sele kämpft man mit einem massiven Bevölkerungsrückgang. In den nächsten drei Jahren werden fünf Millionen Euro investiert.

Das Bergsteigerdorf Zell-Sele © Weichselbraun
 

Die kleine Gemeinde Zell-Sele kämpft mit großen Problemen: Das Gasthaus ist fast leer, ein Supermarkt fehlt, es gibt nur mehr eine Schulklasse, die Jungen ziehen in die Stadt. „Die Abwanderung ist unser größtes Problem“, ist Bürgermeister Heribert Kulmesch (SPÖ) besorgt. Seit Jahren schrumpft in der malerischen, inmitten von Bergen, gelegenen Gemeinde die Bevölkerung. „So kann es nicht weitergehen“, sagt der Bürgermeister und zeigt sich kämpferisch. In den nächsten drei Jahren werden insgesamt fünf Millionen Euro in Zell-Sele investiert (Bund, Land, Gemeinde).  
Im Frühjahr 2019 wird mit der Neugestaltung der beiden Ortseinfahrten von Zell-Pfarre begonnen. Die völlig desolate Waidischer Straße (Landesstraße) wird in diesem Abschnitt komplett neu errichtet. Es wird Verkehrsinseln zur Verkehrsberuhigung und E-Ladestationen geben. Im Zuge der Sanierung werden auch Maßnahmen zur Ortsbildverschönerung gesetzt.

 

Bürgermeister Heribert Kulmesch bei der Ortseinfahrt von Zell-Pfarre, die 2019 neu gestaltet wird Foto © Weichselbraun

Ebenfalls nächstes Jahr wird der Wildbach um rund 800.000 Euro neu reguliert und ein Kanal gebaut. „Der Kanalbau ist der größte Brocken“, sagt Kulmesch. „Da in der Gemeinde immer weniger Menschen leben, werden die Kosten für den Einzelnen immer höher. Die Kanalgebühren werden aufgrund der geringen Anschlussdichte vermutlich zu den höchsten Kärntens gehören.“ Kulmesch weiters: „Wir bewegen uns finanziell am Rande des Möglichen. Wir hoffen, auf weitere Unterstützung des Landes.“ Etwa mit der Sanierung der Waidischer Straße insbesondere in Richtung Freibacher Stausee. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt er. Denn 2019 will man auch touristisch ein Ausrufezeichen setzen. Am Stausee, er liegt im Gebiet von drei Gemeinden, sind eine Bewegungsarena und ein Rundwanderweg geplant. Dass es in dem Bergsteigerdorf bislang kaum Nächtigungen ist, „ist ein wichtiger Baustein, der fehlt“, sagt Kulmesch.

Elisabeth Malle hat einen kleinen, feinen Dorfladen Foto © Weichselbraun

Er setzt jetzt Hoffnungen in einen privaten Investor. Der Unternehmer hat einen Gasthof gekauft und will in diesem auch Zimmer anbieten. Die Pläne wurden vom Gemeinderat bereits abgesegnet. Und Kulmesch hofft, auf Initiativen von Einheimischen, wie auf jene von Familie Malle. Nach der Schließung des Supermarktes im Vorjahr hat diese in ihrem Gasthaus einen kleinen, feinen Dorfladen eröffnet. „Ein spontaner Einfall“, sagt Elisabeth Malle. „Es ist nicht leicht – aber man muss ja etwas tun.“

Der Freibacher Stausee soll touristisch stärker genutzt werden Foto © Weichselbraun

Das Bergsteigerdorf Zell ist der ideale Ausgangspunkt für Wandertouren Foto © Weichselbraun

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