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Lost Places im Alpen-Adria-RaumReiseführer zu vergessenen Paradiesen

Von der romantischen Museumstramway über ein verlassenes Grand Hotel bis zu einem Ungeheuer: Ein neues Buch führt zu den schönsten "Lost Places" in Kärnten, Friaul, Slowenien und Kroatien.

Der Goriuda-Wasserfall im italienischen Raccolanatal ist Schauplatz sagenhafter Legenden © Styria/Helmuth Weichselbraun
 

Ihren Streifzug durch „Vergessene Paradiese“ – so der Titel der neuesten Publikation – beginnen Georg Lux, Deskchef der Kleinen Zeitung, und Kleine-Fotograf Helmuth Weichselbraun in Kärnten. Das Kapitel über die kürzeste Tramstrecke im Alpen-Adria-Raum, die den Klagenfurter Lendkanal entlang bis ins Naturschutzgebiet Lendspitz-Maiernigg führt, wird von „Schufti“ eingebellt. Der Mischlingsrüde aus Annabichl dürfte bis heute der prominenteste Schwarzfahrer der Stadtbahn gewesen sein, welche die Landeshauptstadt einst durchquert hat. Großmütter wussten ihren inzwischen selbst ins Großmutter-Alter gekommenen Enkelkindern von diesem Hund und seinen Ausflügen noch zu erzählen. Ins Buch von Lux und Weichselbraun hat die Anekdote, die auf einer wahren Geschichte beruht, jetzt einen unvergessenen Eingang gefunden.

Neues Buch: Vergessene Paradiese im Alpen-Adria-Raum

Als die Höhle von Postojna in Slowenien noch Adelsberger Grotte hieß, fanden in der unterirdischen Wunderwelt regelmäßig Tanzveranstaltungen statt.

Aus dem im Styria-Verlag erschienenen Buch "Vergessene Paradiese – Entdeckungen, Ausflüge, Abenteuer im Alpen-Adria-Raum" von Georg Lux und Helmuth Weichselbraun.

Helmuth Weichselbraun

Kein Wunder, dass sich rund um den Blauen Tumpf im Kärntner Maltatal eine Sage rankt, in der eine verliebte Fee die Hauptrolle spielt. Die Kulisse ist einfach zauberhaft.

Helmuth Weichselbraun

Verkalkt, auf Sand gebaut und trotzdem eine Erfolgsgeschichte: Die Höhlen entlang des Baches Caglieron nördlich von Pordenone (Italien) lassen tief blicken, zum Beispiel in 16 Millionen Jahre Erdgeschichte.

Helmuth Weichselbraun

Was blieb vom gefloppten "Winnetou"-Remake, das RTL 2015 produzieren ließ? Eine Film-Geisterstadt in Kroatien.

Helmuth Weichselbraun

Tourismusmanager Marinko Jakovljević hat Humor, obwohl sich kaum Menschen in seine Westernstadt bei Fuzine (Kroatien) verirren. Sie ist ein Überbleibsel des 2015 gefloppten RTL-Remakes von "Winnetou".

Helmuth Weichselbraun

Die Hoffnungskirche am Kärntner Weißensee ist eine Open-Air-Ode an die Schöpfung.

Helmuth Weichselbraun

Ein Kater in einer Nische der Stadtmauer von Hum. Die kroatische Ortschaft gilt als kleinste Stadt der Welt.

Helmuth Weichselbraun

Es war sicher sehr schön und hat ihn sehr gefreut: Im Grand Hotel Innichen im heutigen Südtirol urlaubte einst Kaiser Franz Joseph.

Helmuth Weichselbraun

Idylle zwischen Naturpools und Wasserfällen: Im kroatischen Dorf Kotli lebten Anfang des 20. Jahrhunderts noch rund 100 Menschen, heute ist die Siedlung unbewohnt.

Helmuth Weichselbraun

Romantisches Refugium: Schloss Lichtengraben im Lavanttal erinnert an Rosamunde-Pilcher-Romanzen.

Helmuth Weichselbraun

Magisches Farbenspiel: die Livenza-Quellen in Friaul.

Helmuth Weichselbraun

Magisches Farbenspiel: die Livenza-Quellen in Friaul.

Helmuth Weichselbraun

Im Quelldorf Gorgazzo in Friaul lebt man am Ursprung der Livenza und hat sich dort einige schöne Plätze eingerichtet.

Helmuth Weichselbraun

Der Park rund um Schloss Matzenau in Slowenien gleicht einem Urwald und sogar im Gebäude wachsen schon Bäume.

Helmuth Weichselbraun

Fahrverbot mangels Infrastruktur: Durch das Bergdorf Patocco im italienischen Raccolanatal kann man nur Fuß wandeln.

Helmuth Weichselbraun
Helmuth Weichselbraun

Der Goriuda-Wasserfall im italienischen Raccolanatal ist fast 50 Meter hoch.

Helmuth Weichselbraun

In den Salinen bei Piran (Slowenien) wurden einst bis zu 40.000 Tonnen Salz pro Jahr gewonnen.

Helmuth Weichselbraun

In den Salinen bei Piran (Slowenien) wurden einst bis zu 40.000 Tonnen Salz pro Jahr gewonnen.

Helmuth Weichselbraun

Die seltene Smaragdeidechse ist die größte heimische Eidechse. Sie wird bis zu 40 Zentimeter lang und lebt im Kärntner Naturschutzgebiet Schütt.

Helmuth Weichselbraun

Wildromantischer Abenteuerspielplatz: die Slizza-Schlucht bei Tarvis im italienischen Kanalta.

Helmuth Weichselbraun

Bis zu 150 Meter tief hat sich das Flüsschen Slizza bei Tarvis im italienischen Kanaltal ins Kalkgestein eingegraben. Durch die Schlucht führt ein Spaziersteig.

Helmuth Weichselbraun

Es sprudelt wie im Märchen: Seit mehr als 2000 Jahren sind die Timavo-Quellen bei Duino in Friaul Ursprung sagenhafter Geschichten.

Helmuth Weichselbraun

Der malerische See im Naturschutzgebiet Zelenci bei Kranjska Gora in Slowenien ist ein Relikt aus der letzten Eiszeit.

Helmuth Weichselbraun
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„Vergessene Paradiese“ haben der Arnoldsteiner Autor und der Wernberger Fotograf, seit mehreren Büchern über „Lost Places“ ein eingespieltes Team, für ihren jüngsten Streich besucht. In Innichen sind sie auf eine malerische Ruine gestoßen, in der sich die Schönen, Reichen und Mächtigen ein Stelldichein gaben. Nur mehr wenig zeugt von der verlorenen Pracht des Grand Hotels, in dem Kaiser Franz Joseph I. und sein preußischer „Kollege“ Kaiser Friedrich III. ein paar Tage unbeschwerter Sommerfrische genossen. Zwei Weltkriege und ein paar Jahrzehnte später stehen von der Nobelherberge lediglich einige pittoreske Mauern, die man sogar noch verkaufen möchte. Doch die Millioneninvestitionen dürften potenzielle Interessenten ebenso abschrecken wie die Tatsache, dass das Haus unter Denkmalschutz steht und sich darüber hinaus in einem Naturpark befindet.

Lost-Places-Experten: Autor Georg Lux (links) und Fotograf Helmuth Weichselbraun Foto © Styria

Auf ein sagenhaftes Ungeheuer trifft man im italienischen Raccolanatal, in dem der Goriuda-Wasserfall von einem Felsvorsprung frei in die Tiefe stürzt. In der riesigen Halbhöhle dahinter soll ein Menschenfresser gehaust haben, dem von einem beherzten Mann mit einer Schrotflinte, deren Munition durch eine Osterkerze und eingeritzte Kreuze in den Kugeln aufgepeppt wurde, der Garaus gemacht wurde. Wie auch immer! Der Ort muss etwas Magisches und zugleich Unheimliches an sich haben. Lux und Weichselbraun fühlen sich an Mittelerde aus „Der Herr der Ringe“ erinnert.

Das letzte Drittel des Buches widmet sich Slowenien. Hier verweilt das Duo Autor/Fotograf in den Salinen von Secovlje. In die Zeit des Booms des begehrten „weißen Goldes“ wird man im Salzgartenmuseum zurückversetzt, das als einziges intaktes Haus unter lauter Ruinen gleich ins Auge sticht. Wer mehr an Natur als an Geschichte Interesse findet, ist in Secovlje trotzdem gut aufgehoben. Die Salinen liegen in einem Naturschutzgebiet, das mehr als 270 Vogel- sowie 650 Schmetterlingsarten Heimat bietet. Auch Sumpfschildkröten kann man mit etwas Glück sehen. Secovlje ist ein schönes Beispiel dafür, wie aus einem vergessenen Paradies ein neues hervorgegangen ist.

Das Buch

„Vergessene Paradiese – Entdeckungen, Ausflüge, Abenteuer im Alpen-Adria-Raum“ von Georg Lux und Helmuth Weichselbraun ist im Styria-Verlag erschienen.

Präsentiert wird es am Dienstag, 16. Oktober, um 18 Uhr im Planetarium Klagenfurt, Villacher Straße 239. Musikalische Umrahmung durch Marko Kobal, Bariton der Laibacher Oper, und Tomaz Plahutnik auf der Zither. Weine aus der Kellerei 1894 in Slowenien, Malle-Bier aus Kärnten. Eintritt frei!

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