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Diskussion"Das Problem ist am anderen Ende der Leine zu finden"

Die geplante Beißkorbpflicht bewegt die Klagenfurter. Viele sind der Ansicht, dass Menschen mit Hunden falsch umgehen. Es wird auch die Forderung laut, mehr Hundefreilaufzonen zu schaffen.

Der Mensch muss sich der Verantwortung für seinen vierbeinigen Freund bewusst sein © (c) Weichselbraun Helmuth
 

Die in Klagenfurt geplante Beißkorbpflicht für gefährliche Hunderassen wird intensiv diskutiert. Das zeigen unter anderem Kommentare zu diesem Thema auf der Facebook-Seite der Kleinen Zeitung. "Man kann das nicht pauschal an ,gefährlichen‘ Hunderassen festmachen. Es gibt den gutmütigen Staff und den ,bösen‘ Retriever", schreibt eine Userin. Eine andere Frau schreibt: "Es gibt Menschen, die mit Hunden falsch umgehen, und das ist dann gefährlich." Auch "Tierschutz aktiv Kärnten" bezieht auf seiner Facebook-Seite klar Stellung: "Man kann Hunde nicht für menschliches Versagen bestrafen."

Die geplante Verordnung ist auch Gesprächsstoff auf dem Hundeplatz des Österreichischen Verein für Deutsche Schäferhunde Ortsgruppe Wörthersee. "Bei uns sieht der größere Teil der Leute das positiv. Es passiert viel. Die Menschen wählen die falsche Hunderasse und sind überfordert", sagt Obmann Josef Pickl-Hafner. Kleine Hunderassen seien, so der Obmann, oft reizbarer als andere: "Rehpinscher können launig sein. Terrier haben Pfeffer mitbekommen." Sollte die Leinenpflicht strenger kontrolliert werden? "Den Hund an der Leine zu führen, verringert das Gefahrenpotenzial."

Für Evelin Pekarek, Tierärztin und Präsidentin des Klagenfurter Tierschutzkompetenzzentrums (Tiko), ist die Ursache des Beißens am anderen Ende der Leine zu suchen: "Der Mensch muss sich seiner Verantwortung bewusst sein. Er muss mit dem Hund trainieren und sich mit ihm beschäftigen." Pekarek spricht sich für den verpflichtenden Hundeführschein (siehe unten) für alle Rassen aus. Zudem dürfe man sich nicht auf die Größe des Hundes beschränken. Neben Schäferhunden und Labrador würden auch Dackel häufig beißen. Die Tiko-Präsidentin wünscht sich in Klagenfurt mehr Hundefreilaufzonen: "Hier muss nachgebessert werden. Hunde müssen sich bewegen können." Das setze aber voraus, dass die Tiere sozialisiert werden, also eine Hundeschule besuchen. Pekarek erzählt vom Alltag im Tiko: "Wir haben größte Mühe nicht sozialisierte Hunde an den Menschen zu gewöhnen."

Hundeführschein: Entscheidung steht noch aus

Wird in Kärnten der verpflichtende Hundeführschein eingeführt? Diese Entscheidung ist noch offen. Bei der Entscheidungsfindung werde berücksichtigt, dass der Einfluss des Menschen auf das Verhalten des Tieres von großer Bedeutung ist. "Auch sei ein zweistufiges Modell mit einer freiwilligen und verpflichtenden Schiene zur Erlangung eines Sachkundenachweises oder Befähigungsnachweises für Hundehalter denkbar", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Eine Möglichkeit der gesetzlichen Grundlage stelle das Kärntner Sicherheitsgesetz dar. Darin gibt es Bestimmungen, die die Haltung von Hunden unter Berücksichtigung des Sicherheitsaspektes für den Menschen regeln.

Rassenliste

In der Rassenliste werden Hunderassen aufgeführt, die rassebedingt als gefährlich angesehen werden oder deren Gefährlichkeit vermutet wird. Ein Hund, der auf Rassenlisten aufscheint, wird als Listenhund bezeichnet. (Wikipedia)

In der Rassenliste 2018 Österreich scheinen auf: Rottweiler, Pitbullterrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Mastino Napoletano, Mastin Espanol, Fila Brasileiro, Mastiff, Argentinischer Mastiff, Bullmastiff, Bordeauxdogge, Tosa Inu, Ridgeback, Dogo Argentino, Kreuzungen und Mischlingsrassen sowie Kettenhunde

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CuiBono
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Unverständlich Vermenschlichung

ist es, was sehr viele Hundebesitzer heutzutage betreiben.

Der Hund wird behandelt, als wäre er ein kleines Kind, wird oft auf Händen herum getragen, gehätschelt, darf beliebig abschlecken, auf Sitzgelegenheiten und Tische, ja sogar in Betten.

Die Besitzer haben vollkommen vergessen (sofern sie es je wissen wollten), dass es sich um TIER handelt, abstammend von Wölfen und halt domestiziert.
Aber immer noch ein Tier mit potentiellem Jagd-, Hetz- und Beissinstinkten.

Daher bitte
österreichweite Regelung ungeachtet der Rasse, Größe oder sonstiger Kriterien:
Hundeführerschein für ALLE Halter und Leinenpflicht sowie Beisskorbpflicht - JEDERZEIT und IMMER in der Öffentlichkeit.
AUSNAHMSLOS!

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gintonicmiteis
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Das andere Extrem sind jene, die den Hund zur Kompensation ihrer persönlichen Probleme benutzen

Die Halbstarken, die im Leben zu kurz kommen (Schuld ist ja immer der andere/Ausländer/Asylant...) und ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe mit dem Tier kompensieren wollen.

Da ist man dann "stolz", einen schwer kontrollierbaren Hund zu haben (den man allerdings dazu "erzogen" hat), den man nur selbst unter Kontrolle hat, weil man ja so ein harter Typ/Typin ist...

Warum solche Menschen überhaupt einen Hund halten dürfen (während sie für ihr eigenes Leben kaum richtig sorgen können), ist mir ja schleierhaft... aber andererseits ist denen auch das Kinderkriegen erlaubt - mit oft noch schlimmeren Folgen... :-/

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