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Ebenthal16. Drogentoter: Mann starb an Überdosis

Ein 36-jähriger Mann aus Klagenfurt wurde am Freitag tot in seiner Wohnung in Ebenthal gefunden. Eine Obduktion am Montag ergab: Todesursache ist eine Suchtmittel-Intoxikation.

Ein 36-jähriger Mann wurde tot in seiner Wohnung in Ebenthal aufgefunden
Ein 36-jähriger Mann wurde tot in seiner Wohnung in Ebenthal aufgefunden © APA
 

Die traurige Rekord-Serie in Kärnten hält an: Die Polizei vermeldete am Montag den 16. Drogentoten im heurigen Jahr. Der 36-jährige Mann wurde bereits am Freitagnachmittag von seinem Zimmernachbarn in Ebenthal gefunden.

Der 34-jährige Klagenfurter wollte seinen Bekannten durch Klopfen an das Zimmerfenster wecken. Er sah, dass der 36-jährige Beschäftigungslose regungslos in Rückenlage auf der Couch lag und eine Spritze im linken Handrücken steckte. „Einen klassischen Drogentoten, wie in diesem Fall, hatten wir in letzter Zeit immer seltener“, sagt Karl Schnitzer, Leiter der Suchtmittelgruppe im Landeskriminalamt Kärnten. Dass der Tod eintrat, bevor der Mann die Nadel herausziehen konnte, sei laut dem Drogenfahnder extrem selten.

Laut Polizei war ein Öffnen der Zimmertüre aufgrund des steckenden Schlüssels nicht möglich. Über die Wohnungsvermieterin wurde ein Zweitschlüssel organisiert. Beim Betreten des Zimmers konnte nur mehr der Tod des 36-Jährigen festgestellt werden. Neben dem Verstorbenen konnten Suchtgiftutensilien vorgefunden werden. Es wurde sofort die Polizei verständigt.

„Bei dem Toten handelt es sich um einen gebürtigen Oberösterreicher, der hierher gezogen ist“, berichtet Schnitzer. Er habe eine Drogenvergangenheit, war in Therapie, brach diese aber selbstständig ab. „Danach dürfte er wieder in die Drogenszene abgerutscht sein.“ Die gerichtsmedizinische Leichenöffnung am Montag ergab als vorläufige Todesursache eine Suchtmittel-Intoxikation. „Vermutlich nahm der Mann auch Opiate und Kokain ein“, sagt Schnitzer.

Das Ergebnis der chemisch-toxikologischen Untersuchung steht noch aus.

Eine traurige und tödliche Serie

Jänner 2018. Eine Klagenfurterin findet am 4. Jänner ihren 30-jährigen Lebensgefährten in der gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Feschnig leblos auf. Nur zwei Wochen später, am 21. Jänner, wird ein 24-jähriger Mann in einer Wohnung im Bezirk Wolfsberg tot aufgefunden. Er dürfte dort mehrere Tage gelegen sein.

März. Am 22. März wird in Krumpendorf ein 38-jähriger Kärntner tot aufgefunden. Am Karsamstag (31. März) wird ein Italiener (36) in der Wohnung eines Klagenfurters tot aufgefunden.

April. An einem Mix aus verschiedenen Drogen verstirbt ein 42-jähriger Wolfsberger am 23. April in der Wohnung eines Bekannten.

Mai. Eine Mutter findet am 5. Mai im Bezirk Klagenfurt-Land ihren 20-jährigen Sohn leblos in seinem Zimmer.

Juni. Schock für mehrere Passanten, die am 24. Juni auf einer Gemeindestraße in Griffen unterwegs sind. Hinter dem Lenkrad eines abgestellten Autos sitzt regungslos ein 22-jähriger Griffner.

Juli. Ein 34-jähriger Mann wird am 1. Juli in der Küche einer Wohnung in St. Veit von Mitbewohnern leblos aufgefunden. Im Bezirk Klagenfurt-Land findet am 6. Juli eine Mutter ihren erst 18-jährigen Sohn tot im Bett. Eine Woche später (13. Juli) wird ein 31-jähriger Gastronomieangestellter aus Salzburg von seiner Schwester auf einer Bettbank im Wohnzimmer in Bad Kleinkirchheim gefunden. In einem Mehrfamilienhaus in Krumpendorf wird am 24. Juli ein 60-jähriger Pensionist aus dem Bezirk Feldkirchen leblos aufgefunden.

August. Eine 30 Jahre alte Klagenfurterin wird am 17. August in einer Wohnung in Klagenfurt in leblosem Zustand von einem ebenfalls dort lebenden 38-jährigen Mann aufgefunden. Zwei Tage später, am 19. August, wird ein 23-Jähriger in seiner Wohnung in Bad St. Leonhard leblos aufgefunden. Am 29. August wurde ein 24-jähriger Völkermarkter tot zu Hause aufgefunden. Nur 20 Stunden später starb ein 17-Jähriger in Griffen an einer Intoxikation mit verschiedenen Suchtmitteln und Suchtersatzstoffen.

September. Am 7. September fand ein Bekannter seinen 36-jährigen Nachbarn tot in dessen Wohnung in Ebenthal. Der 36-Jährige ist Kärntens 16. Drogentoter im heurigen Jahr.

DROGEN-BERATUNGSSTELLEN IN KÄRNTEN

Klagenfurt. Drogenambulanz am Rudolfsbahngürtel 30, Tel. 0463/537-56 20; Drogenberatung Viva am Rudolfsbahngürtel 30, Eingang Mießtalerstraße,Tel. 0463/537-56 51; Cannabisambulanz und Beratungsstelle des Vereins Oikos in der Pischeldorferstraße 7, Tel. 0463/592 527; Caritas-Beratungsstelle, Hubertusstraße, Tel. 0664/806 488 888; Klinikum Klagenfurt, Feschnigstraße 11, Tel. 0463/538 DW 229 92 oder für Kinder und Jugendliche DW 381 03; Verein Grüner Kreis, Feldmarschall Conrad-Platz 3, Tel. 0463/590 126

Villach. Roots-Ambulatorium, Jakob-Ghon-Allee 4, Tel. 04242/278 30; LKH Villach, Nikolaigasse 43, Tel. 04242/208-37 29

Völkermarkt. Roots, Herzog Bernhard Platz (04232/51178)

Spittal/Drau. Roots, Bahnhofstraße6, Tel. 04762/355 19

Wolfsberg. Caritas-Beratungsstelle, Friedlgasse 12, Tel. 04352/544 23-2

Homepage. www.suchthilfe.ktn.gv.at (hier finden Sie auch sämtliche Beratungsstellen für Alkohol- und Medikamentsucht sowie Spiel- und Internetsucht

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