Sommergespräch aus KlagenfurtIngrid Flick: "Strahlende Kinderaugen machen mich glücklich"

Unternehmerin Ingrid Flick über das glatte Society-Parkett, der Erziehung ihrer fast erwachsenen Kinder, über Umwelt und Klimaschutz und ihre Liebe zu Österreich und den Wörthersee.

Ingrid Flick © Privat
 

Was bedeutet der Begriff „Heimat“, wenn man wie Sie, an vielen Orten zu Hause ist?
INGRID FLICK: Für mich ist Heimat immer dort, wo ich mich am wohlsten fühle und das ist für mich definitiv Österreich.

Wie sieht ein perfekter Sommer aus? Am pulsierenden Wörthersee oder in ruhiger Natur in der Steiermark?
Ich schätze sowohl die Ruhe in der Natur als auch das Leben am Wörthersee - die Kombination von beidem ist für mich perfekt.
Verschlägt es Sie noch oft in die alte Heimat, ins Lavanttal?
Ja, selbstverständlich. Regelmäßig und so oft es die Zeit zulässt, besuche ich meine Mutter im Lavanttal. Meinen Vater habe ich leider vor zwei Jahren verloren. Vor Ort habe ich noch einen kleinen Verwandtenkreis, dem ich mich sehr verbunden fühle. Ich finde es jedes Mal wunderschön, dort zu sein.

Ihre Zwillinge haben 2017 die Matura gemacht, es ist abzusehen, dass sie bald aus dem Haus sind. Wie managen Sie den neuen Abschnitt?
Diese Phase im Leben bedeutet sicher eine Umgewöhnung, aber es ist ein ganz natürlicher Weg, den alle Eltern bewältigen müssen. Die gemeinsame Zeit wird natürlich weniger werden, aber deshalb muss sie ja nicht weniger innig sein. Um so viel wie möglich zusammen sein zu können, habe ich die nächste Zeit schon ziemlich durchstrukturiert und meinen Kalender übers Jahr durchgeplant. Damit fühle ich mich wohl.

Ihre Kinder sind sicher wohlbehütet. Lassen Sie ihnen manchmal auch eine lange Leine, oder sind Sie eher der Typ „Glucke“?
Ich glaube, ich bin eine ganz gute Mischung. Als Mutter versucht man natürlich, die Kinder - egal in welchem Alter – zu behüten und zu beschützen. Die entscheidende Frage dabei ist immer, wie es von ihnen angenommen wird. Aber sie wissen jedenfalls, dass ich in jeder Hinsicht für sie da bin.

Sie haben kürzlich ein Kinderbuch geschrieben, das sich einerseits an Kinder richtet, aber auch sehr lehrreich mit der Natur umgeht? Was bedeutet Ihnen Natur?
Es sind jetzt sogar schon zwei Bücher. Das erste heißt „Wir besuchen unsere Wildtiere“ und das zweite „Wir besuchen unseren Wald“. Mit der Natur bin ich seit meiner Kindheit sehr verbunden, sie ist für mich ein Kraft-Ort. Die Wälder sind ein enorm wichtiger Teil unserer Erde und ein vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Deshalb müssen wir achtsam mit ihnen umgehen und sie schützen. Das ist mir immer schon ein Anliegen gewesen.

Zur Person

Ingrid Flick (58), Witwe von Karl-Friedrich Flick, der als reichster Mann Österreichs galt
Zwillinge (Sohn und Tochter) mit 20 Jahren
Wohnsitze am Wörthersee und in der Steiermark
Als Unternehmerin verwaltet sie mehrere Firmen

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie die Begriffe „Klimawandel“ und „Zerstörung der Meere“ durch den Plastik-Wahn hören?
Ein weltweites Umdenken und ein sorgsamerer Umgang mit den Ressourcen sind dringend notwendig. Alternativen zu Plastik zu finden und diese stärker zu fördern, ist schon einmal ein guter erster Schritt. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten. In unseren Betrieben achten wir zum Beispiel auf Recycling, Reduktion von Verpackungsmaterial und insgesamt auf nachhaltiges Wirtschaften. Deshalb setzen wir auch sehr stark auf die Erzeugung von Öko-Strom als erneuerbare Energie. Das ist mir als Unternehmerin besonders wichtig.

Haben Sie Lust, weitere Bücher zu schreiben? Einen Krimi vielleicht?
(Lacht) Nein, Krimi werde ich keinen schreiben. Aber ich kann Ihnen heute verraten, dass eine Idee für ein drittes Buch derzeit im Entstehen ist.

Kinder sind Ihnen nicht nur als Mutter eine Herzensangelegenheit. Sie unterstützen Kinderdörfer in Kärnten und der Steiermark finanziell. Was bekommen Sie für die Seele zurück?
Das sind die strahlenden Kinderaugen. Sie machen mich einfach glücklich. Gleichzeitig habe ich große Hochachtung vor all jenen Menschen, welche die Kinder betreuen und ihnen so eine gute Zukunft bieten.

Viele Menschen sind der Meinung, wohlhabende Leute hätten den ganzen Tag nichts zu tun. Sie sind mit der Verwaltung Ihres Vermögens sehr beschäftigt. Wie ist Ihr Tag getaktet?
Ich bin ein sehr aktiver Mensch und eine Frühaufsteherin. Es kommt auch bei mir öfters vor, dass der Tag viel zu wenige Stunden hat, obwohl ich das Privileg habe, meine Zeiteinteilung selbst zu gestalten.

Sie haben den Werzer‘s Tourismus-Award 2018 bekommen. Freut Sie die Anerkennung?
Der Award kam für mich unerwartet. Besonders freut es mich, dass Werner Frömmel von den Werzer‘s Hotels erkannt hat, wie wichtig mir Kärnten und die Wörthersee-Region ist.

Sind Sie oft fremdbestimmt?
Lassen Sie es mich so sagen: Ich bin froh, dass ich vom Sternzeichen ein echter Steinbock bin.

Wie fühlt man sich, meist von Bodyguards umgeben zu sein?
Man fühlt sich „beschützt“.

Können Sie spontan entscheiden, auf einen Kaffee nach Udine zu fahren?
Ja, glücklicherweise kann ich spontan entscheiden, wo ich meinen Kaffee trinke, wenn es mein Terminkalender erlaubt.

Fühlen Sie sich am glatten Society-Parkett wohl?
Ich habe gelernt, mit der Society-Welt umzugehen, wie wohl ich mich fühle, kommt auf die jeweilige Situation an.

Sie haben viele Freunde in Kärnten. Wie unterscheiden Sie echte von falschen?
Ich habe ein gutes Bauchgefühl und das täuscht sich fast nie.

Kommentare (1)

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zuagraster
4
11
Lesenswert?

glänzende kinderaugen

wegen der tränen. weil sie vor dem flickgründstück stehen und nicht mehr auf den see sehen!

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