Muslime in Kärnten empört über Schließung von falscher Moschee

Statt salafistischem Gebetshaus soll in Klagenfurt eine Moschee geschlossen werden, die nie negativ aufgefallen sei, sagt Vertreter der Glaubensgemeinschaft.

Etwa 100 Muslime treffen sich in der Moschee regelmäßig zum Gebet
Etwa 100 Muslime treffen sich in der Moschee regelmäßig zum Gebet © APA (Sujetbild)
 

Die Ankündigung der Bundesregierung, in Österreich Moscheen zu schließen, die sich nicht an Gesetze halten, sorgt jetzt für Empörung unter Muslimen in Kärnten. Allerdings aus einem überraschenden Grund: Es soll nämlich die falsche Moschee, sie ist in Klagenfurt, geschlossen werden.

Das sagt Esad Memic, der Vizepräsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ) und Chef der IGGÖ Kärnten. „Im Falle jener Einrichtung, die zu schließen sei, war ich davon ausgegangen, es müsse sich um eine ultraorthodoxe sehr kleine Räumlichkeit handeln, die nicht unter dem Dach der IGGÖ stand. Stattdessen geht es um eine Moschee, die seit vielen Jahren nie negativ aufgefallen ist.“

LPD/Eggenberger Esad Memic kritisiert das Vorgehen der Bundesregierung
Esad Memic kritisiert das Vorgehen der Bundesregierung © LPD/Eggenberger

Diese Einrichtung habe sehr viel für die Integration beigetragen, sagt Memic. „Auch die zuständigen Behörden gaben in einem Telefonat mit mir an, hier handle es sich um eine gemäßigte Gemeinde.“ Er werde sein Bestes tun, um diese Schließung zu verhindern und eine Lösung zu finden. Die Moschee gehört zu den größten in Kärnten. 400 bis 500 Menschen treffen sich dort regelmäßig zum Gebet.

"Geht nur um Formfehler"

Memic, der in der Vorwoche noch die Schließung der ultraorthodoxen Moschee in Klagenfurt begrüßt hat, kritisiert mittlerweile die Vorgehensweise der Bundesregierung scharf: „Die Pressekonferenz vom Freitag, 8. Juni, wollte den Anschein wecken, es sei ein Schlag gegen den 'politischen Islam' gelungen. In Wirklichkeit aber geht es um Formfehler wie fehlende Rechnungsabschlüsse oder Zweifel an der Existenz einzelner Moscheen.“

In Kärnten leben rund 21.000 Muslime. Es gibt 15 Moscheen und "keinerlei Probleme", wie Memic betont. Und: "Trotz aller Diskussionen der vergangenen Tage wünsche ich allen Muslimen ein gesegnetes Ramadanfest. Wir sind froh, in diesem schönen Land leben zu dürfen."

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