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KlagenfurtGähnende Leere: Kritik an Sommer-Opening-Fest

"Conquer the Lake" fand erstmals statt und löst schon einen Streit um Fördergelder aus. Organisatoren und Tourismusverband ziehen aber eine positive Bilanz. Von bis zu 2000 Besuchern ist die Rede.

Samstag Mittag neben dem Strandbad Klagenfurt © Markus Traussnig
 

Vorsaison beleben, eine junge Zielgruppe nach Klagenfurt bringen, einen Auftakt zur Sommersaison schaffen. Die Erwartungen im Vorfeld des „Conquer the Lake“-Festivals, das vergangenes Wochenende erstmals stattfand, waren hochgesteckt. 30.000 Euro investierte der Tourismusverband in Marketingaktivitäten für das Festival, das von der Tiroler Agentur „Luna“ nach Vorbild des dortigen „Conquer the Alps“ organisiert wurde.

Ob sich der Aufwand gelohnt hat, darüber ist jetzt ein heftiger Streit entbrannt. „Das ist komplett in die Hose gegangen, ein totaler Flop. Eine Sauerei, dass so viel Geld dafür ausgegeben wurde“, schimpft Marina-Anna Virgolini, Chefin des Stereo in Klagenfurt. Ihren Club hatten die Veranstalter für das Kick-off-Event mit DJs am Freitag gemietet. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Es waren zehn Leute da und wir haben um 1.30 Uhr den Club geschlossen“, sagt Virgolini.

Bei der offiziellen Kick-off-Party im Stereo war Freitagabend nicht los Foto © Privat

Veranstalter Dominik Beaa räumt ein, dass das Event am Freitag „weniger besucht“ gewesen sei. „Nachdem es geregnet hat, sind viele nach dem Pub Crawl in der Stadt geblieben und nicht ins Stereo gegangen“, rechtfertigt er sich. Bei den Ständen im Strandbad herrschte teils gähnende Leere – angeboten wurden Bubble Soccer, Wake Boarding, Stand-Up-Paddling etc. „Am Nachmittag war einiges los“, sagt Beaa. In 22 sportlichen oder kniffligen Challenges wurde der Eroberer des Wörthersees gesucht. Tatsächlich viel los war Samstagabend beim Auftritt des französischen Star-DJ Klingande im Schloss Loretto. Laut Helmuth Micheler, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Klagenfurt, war das Konzert mit 450 Besuchern „fast ausverkauft“. Bei der offiziellen Präsentation des Festivals Mitte Mai war von rund 1000 Gästen bei diesem Gig die Rede.

"Brachte rund 3000 Nächtigungen"

Insgesamt bleiben die offiziellen Besucherzahlen rätselhaft. Beaa verweist darauf, dass die „Conquer the Lake“-App 2000 Mal heruntergeladen worden sei. „2000 ist also unsere gesamte Teilnehmerzahl. Das sind alles Leute, die bei einer oder mehreren Stationen dabei waren.“ Micheler spricht von insgesamt „1500 Besuchern“. „Die Veranstaltung hat rund 3000 Nächtigungen gebracht. Das sind keine Gäste, die im Zelt schlafen, sondern in gewerblichen Beherbergungsbetrieben“, betont Micheler. Damit habe man das im Vorfeld ausgegebene Ziel erreicht. Wichtiger sei ohnehin gewesen, die Veranstaltung bei einem jungen, urbanen Publikum in „Slowenien, Ostösterreich und Süddeutschland“ interessant zu machen und in den nächsten Jahren weiterzuwachsen. Das Feedback der Gäste sei sehr positiv gewesen, heißt es.

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