Der Stopper in Tultschnig unweit des Golfplatz Seltenheim ist ja (fast) eine Klagenfurter Institution als Nahausflugsgasthaus. Seit gut einem Jahr ist er – gemeinsam mit dem benachbarten und kulinarisch höher positionierten "Das Hobisch" – unter neuer Führung, als immer freundlicher Geschäftsführer ist Hannes Pischler (früher im Wispelhof) vor Ort. Bei passendem Wetter sitzt man natürlich im Gastgarten, ansonsten in den rustikalen Stuben.


Die Speisenkarte ist nicht zu umfangreich, weitum gelobt wird das Backhendl. Das ist mit seiner etwas gröberen Panier auch richtig gut mit schön saftigem Fleisch, der zugekaufte Kartoffelsalat dürfte vielleicht dem Personalmangel zuzuschreiben sein. Ein zweiter Koch soll die Situation demnächst entschärfen. Auch die Frittaten im üppig portionierten Suppentopf schmeckten nach Conveniance-Produkt.


Kas- und Fleischnudel sind gut, waren uns aber etwas sehr dickteigig, das Sauerkraut wurde mit Grammerln aufgepeppt. Geschmacklich ausgezeichnet das zarte Boeuf Stroganoff, hier in einer sehr flüssigen Soßenversion mit Champignons und ohne (Sauer)Rahm, serviert mit kernigem Reis. Zum Dessert soll es eine Palatschinke sein. Die wird hier, wie in so vielen Lokalen, vorab produziert, aufgewärmt kann sie nie die Flaumigkeit einer frisch gemachten "Pala" entwickeln. Aber: Sie ist ordentlich mit Marmelade gefüllt. Tadellos und richtig gut dagegen Apfelstrudel und Zwetschgenkuchen, nicht zu süß und schön saftig. Wenn wir schon beim Loben sind: Der Service ist hier ausnehmend freundlich.