Bodenmarkierungen sorgen dafür, dass auf den Straßen kein Chaos aufkommt – eigentlich. Immer wieder sorgen solche Markierungen aber mehr für Verwirrung - wie auch jene in der Klagenfurter August-Jaksch-Straße. Besonders kurios: An bestimmten Stellen muss man um die Kurve parken und der Radfahrstreifen führt direkt zwischen Abbiegespur und Hauptfahrbahn.

Schildbürgertum oder reine Absicht? Die Kleine Zeitung hat bei Straßenbaureferentin der Stadt Klagenfurt, Sandra Wassermann (FPÖ), nachgefragt. "Nicht nur in Klagenfurt, sondern in ganz Österreich ist die RVS 03.02.13 ,Radverkehr` der Forschungsgesellschaft Straße – Schiene – Verkehr die Grundlage für Planungen im Radverkehr. In dieser Richtlinie ist auch die Führung eines Radfahr- bzw. Mehrzweckstreifens über die Kreuzung bei einem vorhandenen Rechtsabbiegestreifen systemhaft dargestellt. Die Ausführung bei der Kreuzung August-Jaksch-Straße / Hans-Sachs-Straße folgt dieser Empfehlung!"

Eine ähnliche Situation gebe esan der Kreuzung August-Jaksch-Straße- Friedelstraße. "In beiden Fällen ist das Parken in der Parkspur problemlos möglich", erklärt Wassermann.

Parken in der Kurve? Auch eine Situation an der Kreuzung August-Jaksch-Straße/Friedelstraße
Parken in der Kurve? Auch eine Situation an der Kreuzung August-Jaksch-Straße/Friedelstraße
© Büro Stadträtin Sandra Wassermann

Schon vor wenigen Tagen sorgte eine weitere Markierung in der Linsengasse in der Kärntner Landeshauptstadt. Da gibt es – übrigens schon seit Jahren – einen Geh- und Radweg. Seit wenigen Wochen gibt es parallel dazu einen weiteren Radweg entlang der Straße, nur ein Parkstreifen trennt die beiden Fahrbahnen.

Wassermann: "Bisher hatten wir einen gemischten Geh-Radweg, dieser war nicht mehr normkonform und problematisch, er war viel zu schmal für diese Frequenz und nicht mehr zeitgemäß", erklärt die Stadtpolitikerin. Der Bereich, als Tor in die Innenstadt von Westen, sei sehr stark frequentiert, es seien zum Teil gefährliche Situationen entstanden, die durch die neue Lösung entschärfen konnten.

"Deshalb hat man sich entschlossen, den Gehweg auf die ortsüblichen Maße von zwei Meter zu reduzieren und den Fahrradfahrern mehr Priorität zu geben. Die Neuerungen sind Förderungsmaßnahme für Radfahrer, das bisherige Konfliktpotenzial von Radfahrern und Fußgehern konnte dadurch reduziert werden", so Wassermann weiter. Sie habe aus der Bevölkerung bereits Rückmeldungen, ausnahmslos positive, sowohl von Fußgängern als auch Radfahrern erhalten.

Wo darf/muss ich als Radfahrer eigentlich fahren?
Wo darf/muss ich als Radfahrer eigentlich fahren?
© Hannes Krainz