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JubiläumAls der Kinderwagen in Klagenfurt Fahrt aufnahm

Vor 70 Jahren begann Flugzeugkonstrukteuer Georg Schmid in der Landeshauptstadt mit der Produktion von Kinderwagen. Heute lenken seine Söhne die Geschicke des Familienunternehmens.

Seit Jahrzehnten ist das Unternehmen auf Messen präsent. Nora Widmann (rechts) beim Beratungsgespräch auf der Familienmesse © Kärntner Messen/Nicolas Zangerle
 

Als Flugzeugkonstrukteur wirkte der gebürtige St. Veiter Georg Schmid in den Junker Werken in Deutschland am Bau des legendären Flugzeugs Tante Ju mit. Seine Ausbildung sollte ihm später in einer gänzlich anderen Sparte zugutekommen.

Nach dem Krieg kehrte er zusammen mit seiner Gattin Emilie nach Kärnten zurück. Im Jahr 1948, als sein erster Sohn Günther unterwegs war, kam Georg Schmid die Idee, einen Kinderwagen zu konstruieren.
Vergleichbares habe es damals in Klagenfurt nicht gegeben. Und es blieb nicht bei dem einen Kinderwagen. War das Unternehmen anfänglich Nahe der Pischeldorfer Straße angesiedelt, baute Schmid in der Alois-Schader-Straße einen gänzlich neuen Betrieb auf. Dort begann die Produktion im großen Stil und das Sortiment wurde ständig erweitert. „Mein Vater stellte auch Stubenwagen und Puppenwagen her“, sagt Günther Schmid, der heute das Unternehme mit seinem Bruder Werner leitet. Die Fertigung umfasste eine Tischlerei, eine Schlosserei, eine Korbflechterei sowie eine Tapeziererei und Näherei. In Spitzenzeiten waren 27 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. Kärnten und die Steiermark wurden beliefert, Filialen eröffnet und mit Versandhäusern kooperiert.

Anfang der 1990er-Jahre bekam das Unternehmen wie viele andere auch den Wandel der Zeit zu spüren. Billigere Produkte aus Taiwan und China eroberten den heimischen Markt. „Wir haben die Filialen in Villach und St. Veit geschlossen, die Produktion eingestellt und uns auf den Verkauf konzentriert“, sagt Günther Schmid. Heute ist der Familienbetrieb der letzte seiner Art in Kärnten. Wie man sich heute gegenüber dem Online-Handel und den Möbelhäusern behauptet? „Wir konzentrieren uns auf mehrere Säulen“, sagt Werner Schmid, dessen zwei Töchter als dritte Generation im Betrieb mitarbeiten. Service und Beratung stehen dabei ganz weit oben. „Wir bringen auch Neuheiten aus aller Welt nach Kärnten“, sagt Günther Schmid. Ein weiterer Fokus wird auf Nachhaltigkeit und Qualität gelegt. „Dadurch, dass weniger Kinder geboren werden, investieren Eltern und Großeltern mehr“, sagt Werner Schmid. Naturmatratzen, nachhaltige Bekleidung und hochwertige Kindersitze sind gefragt. So manch ein Kunde kommt sogar aus dem Ausland, um bei Spezialangeboten wie Zwillings- oder Drillingswagen zuzugreifen.

Messestand anno dazumal Foto © Archiv/Schmid

Der Kinderwagen von einst hat nicht mehr viel mit jenem von heute zu tun. Die Technik hat sich komplett verändert. „Auch das Anspruchsprofil der Kunden ist ein anderes“, sagt Werner Schmid. Früher stand das Spazieren gehen im Vordergrund. Heute sei der Kinderwagen quasi ein Sportgerät. Die Kunden gehen mit dem Kind joggen und begeben sich sogar in die Berge. „Wir haben einmal ein Foto bekommen, das die Eltern mit dem Buggy bei einem Gipfelkreuz zeigen“, sagt Günther Schmid.

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