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NeffentrickPolizei warnt: Vorsicht vor vermeintlichen Verwandten und Bekannten

Binnen weniger Wochen wurden zwei Klagenfurter (83 und 86) um insgesamt 70.000 Euro gebracht. Einmal brauchte eine "Schwester" Geld für den Baugrund, einmal war ein ehemaliger "Nachbar" in Not. Polizei warnt vor Neffentrick-Betrügern.

© Polizei
 

Eine Klagenfurterin wollte ihrer Schwester helfen und hat dafür teuer bezahlt. Dienstagmittag läutete das Telefon der 83-Jährigen, am anderen Ende meldete sich eine Frau, die sich als Schwester der Klagenfurterin ausgab. Sie erzählte der Pensionistin, dass sie in Slowenien ein Grundstück kaufen wolle und dafür dringend 40.000 Euro brauche.

Also ging die Frau zur Bank und löste ihr Sparbuch auf, setzte sich ins Auto und fuhr in die slowenische Stadt Dravograd. Die 40.000 Euro – ihr gesamtes Ersparte – hatte sie in bar dabei. „Die vermeintliche Schwester hatte keine Zeit und sagte ihrem Opfer, dass sie das Geld einem Mann geben soll, der beim Treffpunkt warten wird“, sagt Chefinspektor Franz Truschner vom Kriminaldienst Klagenfurt. Die 83-Jährige übergab das Geld und fuhr nach Hause. Als sich die „Schwester“ tagsdrauf nicht wie vereinbart meldete, wurde die Pensionistin misstrauisch und erstattete Anzeige.

„Das ist leider kein Einzelfall“, weiß Truschner. Erst vor einem Monat brachten Betrüger einen Klagenfurter (86) mit dem Neffentrick um 30.000 Euro. Auch er fuhr damals zur Geldübergabe nach Slowenien. „Dahinter steckt eine Profi-Bande. Selbst wenn wir die Boten erwischen, hilft das nicht viel. Meist kennen sie die Drahtzieher nicht, abgesehen davon, sichert die Bande die Familie ab, sollte der Bote verhaftet werden“, sagt Truschner. Dabei sei es eine Zeit lang ruhig um Neffentrick-Betrüger gewesen, doch vor zwei Monaten habe es wieder angefangen.

Bis zu einer Million Schaden

Alleine in Wien haben solche Betrüger heuer schon rund eine Million Euro Schaden angerichtet. Zielgruppe ist vorwiegend die Generation 70plus. „Im Telefonbuch suchen sich die Betrüger Menschen mit älteren Vornamen, die sie dann anrufen. Beim Telefonat stellen sie sich blitzschnell auf ihr Opfer ein und entlocken ihm alle nötigen Informationen. Die Leute sind hoch professionell und schaffen es, dass die Opfer ihnen Glauben schenken. Kurzum: Sie machen sich die Gutgläubigkeit und Einsamkeit vieler älterer Menschen zunutze“, sagt Truschner. Er rät jedem, nach solchen Anrufen mit anderen Angehörigen oder Freunden darüber zu reden und nicht sofort los zugehen und Geld abzuheben. 

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