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KärntenUnfreundliches Personal: Urlauber reichte Klage ein

Nach Reise in die Dominikanische Republik klagte ein Kärntner den Reiseveranstalter. Er will unter anderem Geld für entgangene Urlaubsfreuden. Die Beschwerde-Liste ist lang: Schimmel, schlechtes Essen, fades Abendprogramm, gestohlenes Handtuch.

Gericht muss über Preisminderung und entgangene Urlaubsfreuden entscheiden © AP/Lenz
 

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Ein Kärntner hat von seinem Urlaub in der Dominikanischen viel zu erzählen: allerdings nichts Gutes. Er verklagte den Reiseveranstalter aus allen möglichen und unmöglichen Gründen.

Das Hotel sei an den Wochenenden durch Einheimische überbelegt gewesen, die sich rüpelhaft verhalten und gelärmt hätten. Außerdem hätten sie das Essen mit bloßen Händen angegriffen. Die Speisen seien generell qualitativ minderwertig gewesen. Das Personal wäre unfreundlich gewesen. Das Zimmer – das er nach Beschwerden zwei Mal gewechselt hat – sei verschmutz gewesen. Im Bad habe es Schimmel gegeben. Das Abendprogramm wäre eine Enttäuschung gewesen. Der Pool sei unhygienisch gewesen: Beim Abräumen der Getränke wurde der Becherinhalt ins Becken geschüttet, heißt es in der Klage. Ihm sei außerdem ein Handtuch gestohlen worden, führt der Mann aus.

Wilhelm Waldner, Leiter des Bezirksgerichtes Klagenfurt erklärt: „Der Urlauber will unter anderem eine Reisepreisminderung und Geld für entgangene Urlaubsfreuden. Insgesamt klagte er 3968 Euro ein.“ Das ist mehr als die Reise gekostet hat. „Für sich und seine Freundin zahlte der Kläger 3838 Euro für die dreiwöchige Pauschalreise“, bestätigt Waldner.
Der Urlaub liegt schon etwas zurück, prozessiert wird noch immer. Denn das Erst-Urteil wurde vor Kurzem aufgehoben: Die Bezirksrichterin hatte die Klage zuerst abgewiesen. Einerseits seien die Vorwürfe „nicht feststellbar“, begründete sie. Im Urteil steht etwa: „Es kann nicht festgestellt werden, dass das Personal unfreundlich war.“ Andererseits handle es sich bei den Unannehmlichkeiten „um keine erheblichen Mängel, sondern allenfalls um typische Begleiterscheinungen eines All-inclusive-Urlaubes in Zeiten des Massentourismus“.

Kein Anspruch auf bestimmte Gäste

Gegen dieses Urteil wehrte sich der Kläger und bekam Recht. So einfach könne die Klage nicht abgewiesen werden, befand das Landesgericht Klagenfurt  als Berufungsgericht – und hob das Urteil auf. Die Richterin müsse noch Zeugen, andere Urlauber, einvernehmen. Diese Zeugen sollen beispielsweise zum Schimmel oder zur Personal-Freundlichkeit befragt werden. Aber nicht zum – angeblich störenden – Verhalten einheimischer Gäste. Dieser Beschwerde des Klägers erteilte das Berufungsgericht eine Abfuhr. Waldner sagt: „Laut Gericht gibt es nämlich keinen Anspruch auf eine bestimmte Gästezusammensetzung und ein bestimmtes Verhalten dieser Gäste.“

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smarty
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Die gibt es immer!

Kenne auch 2 Familien, welche jeden Urlaub reklamieren. Sie prallen noch damit sich Geld zurück zu holen. Zeigt für mich Charakter und Niveau!

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bluebellwoods
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Wenn jemand mit seinem Urlaub nichts Besseres anzufangen weiß als Fehler zu suchen, dann kann er einem nur Leid tun. Mit dieser Knausrigkeit auch noch zu prahlen ist lächerlich.

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plolin
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3800 Euro?

Für 2 Personen und 3 Wochen?
Das sagt einem schon der Hausverstand, dass man sich da nicht allzuviel erwarten kann.

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bluebellwoods
3
33
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Jeder hat ein unterschiedliches Empfinden was entgangene Urlaubsfreuden betrifft aber hier schaut es für mich so aus als würde jemand billig Urlaub machen wollen und deshalb überall ein Haar in der Suppen finden. Es gibt die Frankfurter Liste anhand derer man Reisepreisminderungen im Rahmen des Reisepreises, des Zeitraums des Auftretens sowie ob es seitens der Reiseorganisation eine Reaktion (Zimmerwechsel) gab oder nicht, berechnen kann. Und bei einem doch sehr moderaten Preis für 3 Wochen Urlaub kann man auch nicht österreichischen Standard (kann man ohnehin in den wenigsten Ländern) erwarten.

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blackpanther
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Daheim bleiben

Ich würde dem Kärntner raten, daheim zu bleiben und die schönen Kärntner Seen zu besuchen. Dass es im Ausland oft anders ist und das Personal, meist schlecht bezahlt, zu Urlaubsgästen nicht immer schleimig ist, sollte sich schon herumgesprochen haben. Und mehr Entschädigung zu verlangen als die Reise gekostet hat, ist schon sehr keck!

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