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Interview"Wir hätten gern die Rolling Stones im Wörthersee-Stadion"

Thomas und Michael Semmler sorgen als Konzertveranstalter für Star-Auftritte in Kärnten. Doch das ist nur ihr Nebengeschäft.

Die Semtainment-Bosse Thomas und Michael Semmler
Die Semtainment-Bosse Thomas und Michael Semmler © KLZ/Markus Traussnig
 

Sie haben in dieser Woche Konzerte von Christina Stürmer und Status Quo für 2019 angekündigt. Wenn Sie Ihren eigenen Musikgeschmack auf die Bühne holen würden, welche Künstler wären das?
MICHAEL SEMMLER: So gefragt, lautet die Antwort: Wir würden gerne die Rolling Stones ins Wörthersee-Stadion holen.

Wie realistisch ist es, dass wir die dort hören werden?
THOMAS SEMMLER: Es gibt eine klare Hierarchie unter den Konzertveranstaltern und da spielen wir noch nicht mit. Auch finanziell nicht. Eine Show mit Ed Sheeran kostet drei Millionen Euro. Wir bedienen die Künstlerkategorie unter den Top-Stars und schauen, dass wir damit erfolgreich sind.
MICHAEL SEMMLER: Wir hätten im kommenden Sommer einen wirklichen Weltstar nach Klagenfurt bringen können – in der Liga Elton John. Da hätten wir eine Million Euro vorab zahlen müssen, hätten aber erst ab 20.000 Besuchern zu verdienen begonnen, das war zu unsicher. Wenn man Bauchweh hat, soll man die Finger davon lassen.

Das Konzertgelände in Moosburg soll ja erweitert werden.
THOMAS SEMMLER: Es wird anders. Wir werden die Bühne zum Beispiel nur ein Mal aufbauen und lassen sie dann den Sommer über stehen. Es wird Video-Wände mit Live-Regie geben, der VIP-Bereich wird kleiner, aber besser und wir drehen die Bühne auch. Es war ja bisher fast so, dass man hinter dem Zaun die gleiche Sicht hatte, wie auf dem Konzertgelände. Das wollen wir vermeiden.

Wieso eigentlich Moosburg?
THOMAS SEMMLER: Wir hatten 2015 den Plan zu bauen, einen Firmensitz, aber auch unsere Privathäuser. Und da schrieben wir alle Bürgermeister rund um den Wörthersee an. Herbert Gaggl aus Moosburg war der einzige, der sich gemeldet hat.
MICHAEL SEMMLER: Er schrieb uns direkt aus der Kur, dass er sich persönlich darum kümmern möchte, ein paar Tage später fuhren wir die Baugründe an und schon beim zweiten sagten wir: Das passt.
THOMAS SEMMLER: Wir werden auch seither sehr unterstützt – und damit meine ich nicht nur diesen lustigen Straßennamen „Hills“, der uns eine international verständliche Anschrift ermöglicht. Man hat auch die Vergnügungssteuer per Gemeinderatsbeschluss abgeschafft. Man sieht, dass die Lokale im Ort von unseren Veranstaltungen profitieren. Überhaupt haben wir ein wunderbares Einvernehmen mit allen hier, deswegen wird es in Moosburg auch immer nur richtige Musik geben und keine DJ-Sets.

Wirtschaftlich betrachtet ist die Konzertagentur Semtainment aber eher ein Entertainment für Sie beide.
MICHAEL SEMMLER: Die Konzerte machen wir seit vier Jahren, das Kerngeschäft, ausgehend von Thermen-Check und der Wellcard, betreiben wir seit über zwölf Jahren, das hatte einfach Zeit zu wachsen.

Mittlerweile halten Sie bei zehn Millionen Euro Umsatz pro Jahr mit dem Thermengutschein Wellcard.
MICHAEL SEMMLER: Und wir planen gerade die Expansion nach Deutschland. Unser Vorteil beim Start 2011 war, dass Österreich mit seinen 38 Thermen zu klein für ein funktionierendes Geschäftsmodell war. Daher haben wir von Beginn an Hotels mit ins Paket der Wellcard genommen und auch das benachbarte Ausland war von Beginn an vertreten. Und dann hatten wir auch das bessere Produkt als der Mitbewerber. Spar hat unsere Konkurrenz vor 18 Monaten aus dem Sortiment genommen, weil man merkt, dass unsere Karte besser funktioniert. Uns kann man digital aufladen, schrittweise abbuchen und man bekommt zehn Prozent beim Aufladen geschenkt, das ist kein Schmutz.

Sorge davor, sich mit dem Schritt nach Deutschland zu übernehmen, haben Sie nicht?
THOMAS SEMMLER: Es gibt kein ähnliches Produkt in Deutschland, damit sind wir mit der Markteinführung auch Marktführer. Aber natürlich müssen wir eine Vorleistung bringen, investieren. Wir steigern uns auf über 400 Partnerbetriebe.

Nach dem Musikgeschmack habe ich schon gefragt, einen Urlaubs-Tipp auch noch?
MICHAEL SEMMLER: Das hat sich in den letzten Jahren mit den Kindern alles verändert. Ich war heuer in einer schönen Therme in Mantau in Südtirol.
THOMAS SEMMLER: Mir gefällt die Region Stegersbach.

Letzte Frage: Wie schafft man es als Brüderpaar, mit den Familien im Radius von 100 Metern zu arbeiten und zu leben?
MICHAEL SEMMLER: Berechtigte Frage! Es erfordert einiges an Disziplin, aber bringt Vorteile.
THOMAS SEMMLER: Unsere Kinder sehen uns, wenn sie vom Kindergarten kommen, das macht es leichter, viel zu arbeiten.

Hintergrund

2008 gründeten Michael (43) und Thomas Semmler (35) die New Mediacheck GmbH. Schwerpunkt der Arbeit war das Portal www.thermencheck.com auf dem mehr als 400 Thermen und Wellnesshotels präsentiert werden. 2011 führte man die Wellcard als Thermen- und Hotelgutschein ein. 2017 wurde
sie über 110.000 Mal verkauft.
Umsatz: über zehn Millionen Euro.
Seit 2015 sind sie mit der Agentur Semtainment auch Konzert- und Eventveranstalter. Die erste Großveranstaltung war das „Masters of Dirt“ 2015 im Wörthersee-Stadion.

Kommentare (2)

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GordonKelz
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2
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BIN.....

....mit “ MEILENSTEIN“ am 11.10.2018 um
19:00 Uhr am unteren Hauptplatz in St.Veit
die bei freiem Eintritt für die Kärntner Jugend und Junggebliebenen ,sowie meine Aktion “Gordon`s Cafe der Nächstenliebe in Kärnten“ spielen werden ,mehr als zufrieden !
Gordon Kelz

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Quack9020
0
4
Lesenswert?

Es fehlt

Es fehlt ein, für den aufmerksamen Leser, sehr wichtiger Teil in dem Interview.

Der öffentlich und vor Gericht ausgetragene Konflikt mit anderen Veranstaltern. Die angeblich geschönten Besucherzahlen.

Wenn man weiter gräbt: Masters of Dirt im Stadion, die Absage im Folgejahr, Übersiedlung in die Messe, warum dann keine weitere Zusammenarbeit mehr stattfand. Wie das zu verkraften war.

Was mit Ex Partnern beim Thermen Check passiert ist...

Eine kritische Seite fehlt.

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