KlagenfurtTrinkwasserreserven der Stadt auf dem Prüfstand

Klagenfurts Trinkwasserreserven in den Karawanken sollen nun überprüft werden. Einen Verkauf schließt Bürgermeisterin Mathiaschitz mitterlweile aus.

Das Karawanken-Wasser ist wieder Thema
Das Karawanken-Wasser ist wieder Thema © Fotolia
 

In den 1980er-Jahren hat die Stadt Klagenfurt um umgerechnet 5,68 Millionen Euro Grundstücke in den Karawanken als Trinkwasserreserve angekauft. Aufgrund eines Gutachtens sind Zweifel aufgekommen, ob der Grund für die Trinkwassergewinnung taugt. Nun hat das Land eine Studie in Auftrag gegeben, die noch 2018 vorliegen soll.

Zuletzt wurde im Herbst 2016 darüber im Klagenfurter Gemeinderat intensiv diskutiert, nachdem der damalige Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Walter Groier eingeräumt hatte, dass es bis dahin keine Tiefenbohrungen gegeben habe. Man also nicht wisse, ob genug Wasser vorhanden sei. Ein Gutachten, das im Auftrag der Stadtwerke vom Grazer Joanneum Research erstellt wurde, sorgte für zusätzliche Debatten. Dieses stellt dem Gebiet ein schlechtes Zeugnis aus. Die Quellschüttung sei gering, deshalb sei eine „Trinkwassergewinnung nicht zielführend“. Stadtwerke-Vorstand Clemens Aigner sagte damals dazu: „Im Prinzip gibt es viele kleine Quellen, statt einer großen mit entsprechender Schüttung.“ Darüber hinaus würde sich aufgrund der „ungünstigen topografischen Situation“ der Leitungsbau schwierig gestalten.

Stadtwerke: Verkauf nicht ausgeschlossen

Einblick in das Gutachten gewährten die Stadtwerke nicht. „Es handelt sich um ein hydrologisches Gutachten, das sehr wissenschaftlich formuliert ist. Also für Nicht-Sachverständigen nur eine Reihe von Fragen aufwerfen würde“, begründete Aigner diese Entscheidung. Einen möglichen Verkauf schloss Aigner damals nicht aus. Wohl aber macht das Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz heute. "Dieser Grund wird sicher nicht verkauft", erklärte sie am Rande der Stadtwerke-Pressekonferenz am Dienstag.

Ein Verkauf wäre ohnehin komplex, denn die Nutzungsrechte für das gesamte Areal liegen zwar bei den Stadtwerken, ihnen gehört aber nur ein Drittel. Die übrigen zwei Drittel sind im Besitz der Landeshauptstadt. Darüber hinaus muss Rücksicht auf das vor Jahrzehnten dem Verkäufer eingeräumte lebenslange Jagdrecht genommen werden. Wie viel Erlös dieses bringt, wird nicht veröffentlicht.

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Danke für Ihr Verständnis.

orbil
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Tiefenbohrungen macht man, wenn man Thermalwasser finden will ..


also echte Experten am Werk! Was ist eigentlich mit den Wassermessergebnissen passiert, die dort von den Stadtwerken seit 30 Jahren wöchentlich durchgeführt wurden? Konfisziert vom AR-Chef?
Und 5,68 Mio Euro für 800 Hektar sind selbst für Kärnten ein Schnäppchen um das sich die Kärntner Großgrundbesitzer reißen würden . Nicht einmal 70 Cent pro Quadratmeter!

Aber vielleicht schenkt es die Stadt Klagenfurt ja den üblichen Verdächtigen gegen eine Spende wegen Hochwassergefahr für das Rosental. Es riecht nach einer gewaltigen Linken!

Und der Vorbesitzer soll das Jagdrecht gar nie ausgeübt haben sondern die Stadtwerke sollen dort auf die Pirsch gehen. Wer hat dort einen Jagdschein? Alles Fake News Marke Klagenfurt?

Puls4 bitte eine nächste Folge der Schildbürgerstory vorbereiten!

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CuiBono
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Wie üblich

eine mehr als anrüchige Klagendorfer Gemengelange.
Gibt es in dieser Stadt eigentlich irgendwas, das nicht stinkt?

Ein erneutes Gutachten im Auftrag, Ergebnis ausstehend, aber die Medizinerin als Chefin der Stadt weiß bereits - "Dieser Grund wird sicher nicht verkauft".

Die Dame scheint sich nicht darüber im Klaren zu sein, nur eine Sachwalterin und Beauftragte der Klagenfurter Bürger zu deren Wohle zu sein.
Es wäre hoch an der Zeit, sie (und viele andere in Stadtregierung und im Magistrat) darüber aufzuklären.

Eine Entscheidung zum aktuellen Problem kann eigentlich nur auf Basis einer von neutralen Fachleuten verfassten umfassenden Feasibility Study erfolgen und reduziert sich auf Folgendes: rechnet sich die Nutzung der möglicherweise vorhandenen Wässer oder nicht?!

Wenn nicht, war das vor vielen Jahren eine wohl nicht mehr änderbare Fehlinvestition und damit - fort mit Schaden.
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Oder will da noch jemand - auf Kosten der Klagenfurter Wasserbezieher seiner Jagdleidenschaft nachgehen?

So what?!

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walterkaernten
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hin und her

Was soll das eigentlich alles ausser zusatzkosten???

STADTWERKE und STADTGEMEINDE werden von den STEUERZAHLERN finanziert.
Für was diese trennung ????
Die spitzenbeamten und die politiker sind gefordert eine rasche lösung zu finden.
Den schaden für die steuerzahler so gering als möglich halten.
Da sind doch keine zusätzlichen gutachten notwending. ...
Bringen nur weitere kosten.

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