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Live ab 9 UhrTödliches Bootsunglück: Heute fällt das Urteil

Bei Unfall am Wörthersee starb im Juni 2017 ein Niederösterreicher. Zwei Männer sind am Landesgericht Klagenfurt angeklagt. Entscheidende Bedeutung bei der Urteilsfindung kommt dem Gutachter zu.

Richter Matthias Polak dürfte heute das Urteil fällen
Richter Matthias Polak dürfte heute das Urteil fällen © Traussnig
 

"Das ist unmöglich.“ Für einige Besucher des Prozesses zum Bootsunfall am Wörthersee stand bereits nach der Aussage des Erstangeklagten im April fest: So wie der Bootslenker (45) den Unfallhergang geschildert hat, kann es nicht gewesen sein. „Aus so einem Boot kann man nicht so hinausgeschleudert werden“, meinte ein Zuhörer, der nach eigenen Angaben selbst seit Jahrzehnten mit Motorbooten am Wörthersee fährt.

Doch das Urteil in dem spektakulären Prozess fällen nicht Gerichtskiebitze, das fällt Richter Matthias Polak. Der wird, nach knapp einem Monat Pause, die Verhandlung am Mittwoch fortsetzen. Der dritte Prozesstag wird der entscheidende. „Für Mittwoch ist ein Urteil geplant“, sagt Christian Liebhauser-Karl, Sprecher des Landesgerichtes Klagenfurt.

Große Bedeutung kommt dabei Hermann Steffan zu: Der Sachverständige für Kraftfahrwesen hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft ein Gutachten zum Unfall erstellt. Ein Gutachten, das den Bootslenker schwer belastet. Steffan kommt zum Schluss, dass es „praktisch unmöglich ist, dass der Fahrer versehentlich aus dem Boot geschleudert wird“. Vorausgesetzt er saß im Fahrersitz.

"Selbst über Bord gegangen"

Genau das hat der 45-Jährige bisher behauptet. Er sei mit dem Opfer – ein Unternehmer aus Niederösterreich (44) – über Bord gegangen. Stimmt das, hätte er nicht den Rückwärtsgang einlegen und seinen im Wasser befindlichen Freund nicht überfahren können. Die entscheidende Argumentation: Denn die tödlichen Kopfverletzungen des 44-Jährigen stammen laut Gerichtsmediziner Wolfgang Tributsch von der Schiffsschraube.

Dem Erstangeklagten – er war Manager in einem österreichischen Medienunternehmen – wirft die Staatsanwaltschaft grob fahrlässige Tötung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit vor. Er hat am 2. Juni 2017 betrunken das Motorboot gelenkt. Die Höchststrafe beträgt im Falle einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft.

Der zweite Angeklagte ist ein Kärntner (33). Er war als Vertreter des Bootsbesitzers an Bord. Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassung verantworten. Für beide Männer gilt die Unschuldsvermutung.

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