KärntenWie viel man mit einer E-Mail-Adresse über eine Person herausfindet

Ein Datenschutzexperte zeigt, wie viel man anhand einer E-Mail-Adresse über eine Person herausfinden kann – kostenlos und legal.

Datenschutzexperte Peter Schartner © Felsberger
 

Vom Frühstücks-Foto bis hin zum Selfie nach dem Abendlauf – im Internet wird täglich so manch privater Einblick gewährt. Anlässlich des Skandals rund um verkaufter Daten zeigen alle mit dem Finger auf Facebook. Doch dass die Nutzer freiwillig täglich persönliche Informationen hochladen, ist nur wenigen bewusst.

Um zu zeigen wie einfach es ist, an solche Daten zu kommen, hat Peter Schartner, Datenschutzbeauftragter und Informatik-Studienprogrammleiter der Uni Klagenfurt, versucht, anhand einer E-Mail-Adresse so viele Informationen wie möglich über eine Testperson zu sammeln – und das nur mit legalen und kostenlosen Mitteln. Als Testperson zur Verfügung gestellt hat sich Daniel Klatzer. Auf Instagram teilt der Kärntner regelmäßig Naturaufnahmen und auch auf Facebook und anderen Netzwerken ist er angemeldet: „Aber über mich selbst poste ich nicht viel.“ Das kann Schartner nach einer halben Stunde Recherche bestätigen: „Er hält sich bedeckt. Es war eine zähe Suche.“ Doch bereits aus der E-Mail-Adresse ging der voll Name Klatzers hervor. Eine gute Grundlage für Schartner: „Wenn man den Namen bei Google eingibt und die Person auf Sozialen Netzwerken aktiv ist, bekommt man gleich Treffer die auf Facebook, LinkedIn, Xing und andere Portale führen.“ Und auch wenn man sich auf Facebook mit einem Spitznamen registriert hat – wie im Fall von Klatzer – ist es nur eine Sache von Sekunden, bis man auf das jeweilige Profil kommt. Und so kann man wiederum Rückschlüsse auf Familie und Freundeskreis ziehen kann.

Hintergrund

Datenskandal. Vor gut vier Wochen wurde bekannt, dass eine Datenanalysefirma zweckwidrig auf Daten von Facebook-Nutzern zugegriffen hat. Die Informationen wurden unter anderem zugunsten von Donald Trump im US-Wahlkampf eingesetzt.

„Auf die Schnelle habe ich seine Facebook-, Flickr-, Instagram- und Gettyimages-Accounts gefunden“, sagt Schartner. „Und laut seinem Fußballverein hat er bei einem Spiel 2007 zwei Tore geschossen.“ Über Klatzers Hobbys weiß Schartner jetzt Bescheid. Auch seinen Heimatort und seine ehemalige Schule kennt der Datenschutzexperte jetzt, obwohl Klatzer nie darüber gepostet hat. „Dass andere Leute ohne mein Einverständnis Daten bekannt geben finde ich arg“, sagt Klatzer. „Vor allem Schulen sollten vorsichtiger sein.“ Schlussendlich sind es alles Informationen, mit denen sich Betrüger Vertrauen bei Klatzer erschleichen könnten. Schartners Fazit: „Sogar bei zurückhaltenden Menschen kann man binnen kurzer Zeit eine plausible Story konstruieren.“

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