KlagenfurtZehrer: "Unserem Betrieb droht das Aus"

Die von der Klagenfurter Stadtpolitik diskutierte Lkw-Gewichtsbeschränkung für den Alten Platz regt auf. Traditionsbetrieb Zehrer protestiert und fürchtet sogar um seine Existenz.

Peter Nimmervoll vom Zehrer protestiert gegen die geplanten Maßnahmen
Peter Nimmervoll vom Zehrer protestiert gegen die geplanten Maßnahmen © KLZ/Weichselbraun
 

Wie ein Fleckerlteppich hat der Klagenfurter Alte Platz ausgesehen. Deshalb hat die Stadtpolitik im Vorfeld des 500-Jahr-Jubiläums die Sanierung beschlossen. „800 Platten wurden bereits erneuert“, sagt der zuständige Straßenbaureferent Vizebürgermeister Christian Scheider (FPÖ).

Um neue Schäden zu vermeiden, sollen Lkw, die schwerer als zehn Tonnen sind, den Platz generell nicht mehr befahren dürfen. Eine entsprechende Verordnung gibt es sogar schon seit Jahren. Sie wurde aber nicht kontrolliert oder durch Ausnahmegenehmigungen aufgeweicht. Nun pocht Scheider auf die Einhaltung: „Sonst war die Sanierung umsonst und die Platten sind gleich wieder kaputt.“

Dagegen gibt es allerdings massive Einwände von Frächtern und auf dem Alten Platz ansässigen Kaufleuten und Wirten. „In der Vorwoche hat sich bei einem runden Tisch klar herausgestellt, dass sich so eine strikte niedrige Gewichtsbeschränkung nicht umsetzen lässt“, sagt Wirtschaftsreferent Markus Geiger (ÖVP). Ein Kühl-Lkw könne seine Waren nicht in der bei der Einfahrt zum Alten Platz vorgesehenen Ladezone abladen. „Dann wäre die Kühlkette unterbrochen“, sagt der Stadtrat. Deshalb müsse man diesen 18 Tonnen schweren Fahrzeugen die Zufahrt gestatten.

Protest

Scheider will davon aber nichts wissen: „Wir haben die Schilder für die Ladezone verordnet und die Schilder bestellt. Wenn wir jetzt so anfangen, hätten wir uns das sparen können.“

Zumindest eine Ausnahmegenehmigung für einen 22 Tonnen schweren Lkw wurde vorläufig bis Februar verlängert. Papyrus darf weiterhin zufahren, um die Kartons der Kaufleute abzutransportieren. „Das habe ich veranlasst, damit wir Luft haben, eine Lösung zu finden“, sagt Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ). Ansonsten hätte es bald Müllberge „wie in Neapel“ gegeben. Ihrer Meinung nach schieße Scheider über das Ziel hinaus. Am Donnerstag lädt sie Geiger und Scheider zum Gespräch, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Protest gegen die geplanten Beschränkungen legt der Klagenfurter Traditionsbetrieb Zehrer ein. "Die Gewichtsbeschränkung würde das Aus für unseren Traditionsbetrieb am Alten Platz bedeuten", schreibt Peter Nimmervoll vom Zehrer. Mehr als die Hälfte seines Sortimentes werde  auf Paletten von Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen zwölf und 18 Tonnen angeliefert.  Die von der Stadt in der Bahnhofstraße angebotene Ladezone sei viel zu klein und ein Umladen der Paletten bei Speditionsfirmen und Zustellen mit Kleintransportern unwirtschaftlich. Alleine für unseren Betrieb würde das Umladen der Paletten jährliche Mehrkosten von etwa 59.000 Euro verursachen.

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Danke für Ihr Verständnis.

orbil
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Alle Betriebe an den Stadtrand sie stören das Stadtbild für die 500-er Feier!


und am neuen Platz Büros für die steigende Zahl der Magistratsbeamten. Dann kehrt Ruhe ein in der City und das Verkehrsaufkommen sinkt auch.

Endlich keine Kunden mehr in der Innestadt und Klagenfurt ist fast CO2-frei, eine Smart City.

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CuiBono
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Wer dachte

dass nach dem Biergermasta vom Fusse des Wörthersees, den übrigens niemand gehindert hat, das Problem bereits während seiner Amtszeit zu lösen, was Besseres nachkommt, wird wohl spätestens jetzt die rosarote Brille abnehmen.
Läuterung - so heißt die Devise.

Die Klagendorfer haben die Politiker, die sie verdienen. Haben sie ja auch gewählt.

Alldieweil, ich wende mich mit Grausen von dieser, in unzähligen Politgestalten, fleischgewordenen Unfähigkeit.

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gintonicmiteis
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ich bin immer wieder überrascht...

welche Problemchen in Klagenfurt unlösbar sind... in allen anderen (meist größeren) Städten scheinen solche Bagatellen nicht zu existieren!?

Liegt es nun in Klagenfurt an den (nicht) handelnden Personen oder an einer (aus welcher Motivation auch immer entstandenen) Fehlentscheidung zu diesen fragilen Bodenplatten?

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fersler
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aber

man hat ja bereits die Schilder bestellt (Kosten wahrscheinlich 500,-Euro) und es gibt es bleibt beim Verbot !!!
eine unglaubliche Argumentation und dieser Mann war jahrelang Bürgermeister von Klagenfurt.

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