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Klagenfurt

Sie hat ein Händchen für lebensechte Puppen

Täuschend echt: Die Klagenfurterin Gaby Doboczky-Emsenhuber (58) fertig in ihrer kleinen Werkstatt in mühevoller Handarbeit lebensechte Babypuppen. Jede Puppe ist ein Einzelstück.

Reborn Puppen Gaby Doboczky-Emsenhuber Klagenfurt April 2016
Schritt für Schritt zur Reborn-Puppe: 15 Stück hat Doboczky-Emsenhuber bereits gefertigt © Markus Traussnig
 

Die einen finden lebensechte Babypuppen gruselig, andere sind von ihrem Anblick fasziniert. Gaby Doboczky-Emsenhuber gehört definitiv zu letzteren: Die Klagenfurterin Puppenmacherin hat sich vor sechs Jahren mit dem „Reborn-Puppen-Virus“ infiziert, als sie bei einer Freundin in Wien zum ersten Mal so eine Puppe in den Händen hielt. Noch gut kann sie sich an den Moment erinnern: „Es ist wie Magie gewesen. Ich bin von der Echtheit der Puppe so fasziniert gewesen, dass sie mir nicht mehr aus den Kopf gegangen ist.“

Reborn Puppen Gaby Doboczky-Emsenhuber Klagenfurt April 2016
Persönliche und unverkäufliche Puppe Julian Foto © Markus Traussnig
 

Zurück in Kärnten durchforstete sie das Internet, um mehr über das Handwerk zu erfahren, das in den USA seinen Ursprung hat. „Vor allem in Deutschland boomt der Markt. Dort habe ich auch meinen ersten Bausatz bestellt und mich nach Austausch in Online-Foren an meiner ersten Puppe Sonja versucht“, erzählt die 58-Jährige, die damals nach einigen persönlichen Rückschlägen auf der Suche nach einer neuen, kreativen Aufgabe war. „Ich bin immer ein privater und beruflicher Workaholic gewesen. Das Handwerk hat mein Leben entschleunigt“, sagt sie ganz offen.

Es ist wie Magie gewesen. Ich bin von der Echtheit der Puppe so fasziniert gewesen, dass sie mir nicht mehr aus den Kopf gegangen ist. 

Gaby Doboczky-Emsenhuber
Seither hat Doboczky-Emsenhuber in ihrer kleinen Werkstatt in Klagenfurt 15 Puppen gefertigt. „Probepuppe“ Sonja und Baby Julian sind unverkäuflich, die anderen Puppen waren hauptsächlich Auftragsarbeiten – zum Teil nach Fotovorlagen. Zwischen 40 und 60 Stunden investiert die „Rebornerin“, wie die Handwerkerinnen heißen, in die Fertigung einer Puppe. „Die Rohlinge wie Hände, Beine und Kopf, bestelle ich im Internet bei den Puppenkünstlerinnen“, sagt die Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Bis zu 40 Farbschichten

Besonders zeitintensiv ist die Färbung des Hautbildes. Bis zu 40 Schichten Acrylfarbe trägt Doboczky-Emsenhuber mit Pinsel und Schwämmchen auf. Sogar feine blaue Äderchen oder kleine Blutschwämmchen sind zu sehen. Danach macht sie sich an das Verpflanzen von Wimpern und Haaren aus dem Material Mohair. „Das ist der schönste Arbeitsschritt, dabei kann ich gut meditieren“, erzählt sie.

 

Reborn Puppen Gaby Doboczky-Emsenhuber Klagenfurt April 2016
Foto © Markus Traussnig

Eine Geduldsprobe ist aber nicht nur das Einsetzen einzelner Haare, sondern auch der mundgeblasenen Glasaugen. „Der Blick ist ganz wesentlich. Bei der Ausrichtung der Augen ziehe ich oft meinem Mann Sepp zurate.“ Dass die Puppen nicht nur echt aussehen, sondern sich auch so anfühlen, dafür sorgen die „inneren Werte“ Watte, Glas- und Edelsteinkügelchen, mit denen der Softvinylkörper gefüllt ist. Gut drei Kilo bringt ein „Zauberwesen“, wie Doboczky-Emsenhuber die Babys nennt, auf die Waage.

Klagenfurterin erschafft lebensechte Puppen

Klagenfurterin erschafft lebensechte Puppen

Die feine Handarbeit hat aber auch ihren Preis: Ab 280 Euro kostet so ein Unikat. „Zu meinen Kunden zählen Sammler, reifere Frauen, die die Puppen als Erinnerung an ihre Kinder kaufen, aber auch Eltern, die ihren Töchtern ein ganz besonderes Geschenk machen möchten“, sagt die „Puppenmama“.

Nähere Infos: www.puppenzauber.at

KERSTIN OBERLECHNER

Kommentare (1)

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Andromeda44
0
1
Lesenswert?

Meine beiden von dir gezauberten Püppchen und ich

wir freuen uns, dass es dich gibt, liebe Gaby!

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