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Klagenfurt

Anke Bosse hat mit Robert-Musil-Institut viel vor

Werkstattgespräche, Workshops und jede Menge Jubiläen: Anke Bosse, die neue Chefin des Klagenfurter Robert-Musil-Instituts, hat große Pläne.

Netzwerkerin in Sachen Literatur: Anke Bosse
Netzwerkerin in Sachen Literatur: Anke Bosse © KK/Musil-Institut
 

"Meine Schatzkammer füllt sich täglich.“ Mit Goethe beschreibt Anke Bosse ihr Lebensgefühl als neue Leiterin des Klagenfurter Musil-Instituts. Am 1. Oktober hat die frankofone Literaturwissenschaftlerin die Nachfolge von Klaus Amann angetreten, am Mittwoch präsentierte sie ihre Pläne – flankiert von Kulturlandesrat Christian Benger, der sein Scherflein zur Schatzkammer Literaturarchiv konkret bezifferte: „Seit 2014 stellt das Land 160.000 Euro für den Ankauf von Vor- und Nachlässen bereit“, betonte Benger und wünschte „der Kärntner Literatur von gestern und heute für morgen alles Gute“. Beim Vorlass von Büchner-Preisträger Josef Winkler wird man beides – Glück und Geld – gut brauchen können.

Vernetzung

Seit Jänner ist das Musil-Institut in die Kulturwissenschaftliche Fakultät der Alpen-Adria-Universität eingegliedert. Anke Bosse und Prodekanin Alice Pechriggl versprechen sich davon neue Perspektiven für Literaturforschung und -vermittlung. Die dynamisch auftretende Bosse will die internationale Vernetzung intensivieren und dafür ihre Kontakte nach Frankreich, Belgien, die Niederlande und Schweiz nutzen. Mit dem Wissentransfer im Netz soll die Distanz zwischen Musil-Institut und Uni verringert werden.

Zur Person

Anke Bosse geboren 1961 in Hannover, studierte in München, Göttingen und Avignon (Germanistik, Komparatistik, Romanistik).
Karriere: Forschungstätigkeit ab 1987 an der Uni München, ab 1992 an der Universität Genf. 1997 Lehrstuhl für Germanistik und Komparatistik Universität Namur in Belgien.
Seit 1. Oktober 2015 Leiterin des Musil-Instituts in Klagenfurt.
Privat: seit 2006 mit Architekt Dietmar Kaden verheiratet

Bosse möchte Praktika für Studierende anbieten, Nachwuchswissenschafter in das Literaturhaus in der Bahnhofstraße holen und ein offenes Haus führen. Das von Heimo Strempfl geleitete Musil-Museum zu ebener Erde ist hier Vorbild für den ersten Stock. Dazu soll es ein neues Leitsystem (innen) und eine neue Beschilderung (außen) geben.

Aus der Werkstatt

Werkstattgespräche, Workshops (etwa mit Lilian Faschinger im Frühjahr 2016) und Leserunden sollen die bestens eingeführten Literaturveranstaltungen ergänzen. Anke Bosse wünscht sich „interaktivere Veranstaltungen“, Literatur soll verstärkt mit Kunst und Film gemeinsam auftreten, die slowenische Literatur wie bisher kontinuierlich begleitet werden. Im neuen Format „Mein Buch“ werden Prominente über Lesestoff und -leidenschaft plaudern. Den Anfang am 19. Jänner macht Landeshauptmann Peter Kaiser.

Weiters auf Anke Bosses Wunschliste: die komplette „Bespielung“ der Stadt Klagenfurt während der Tage der deutschsprachigen Literatur und die Aufwertung des „Translatio“ zu einem „eigenständigen Event“. Zur Erklärung: Der Übersetzer-Staatspreis ist der einzige, der nicht in Wien vergeben wird.

Parallel zur Leitung des Musil-Instituts und zu ihrer Lehrtätigkeit an der Universität (auch da folgt sie Klaus Amann nach) wird sich die 54-jährige Deutsche auf Werner Kofler konzentrieren. Der 2011 verstorbenen Villacher, der seine Dichtkunst mit dem Hammer praktizierte, wäre 2017 70 Jahre alt geworden. Kofler und Peter Handke (Jahrgang 1942) werden in zwei Jahren mit dem dann 20-jährigen Musil-Institut gefeiert. Nächstes Jahr stehen Jubiläumsveranstaltungen im Zeichen des Sprachvirtuosen Gert Jonke (1946-2009), Antonio Fian (zum 60er) und Ingeborg Bachmann (1926-1973) an.

Expertenrunde

Ebenfalls fixiert: die Tagung „Literatur jetzt“ 2016 und eine komplett modernisierte Klagenfurter Musil-Ausgabe in zehn Bänden (bis 2022 abgeschlossen, Verlag Jung und Jung). Mit Walter Fanta hat Anke Bosse ja einen ausgewiesenen Musil-Experten im Team. Der Spezialist für das Kärntner Literaturarchiv im Haus ist Elmar Lenhart, Edith Bernhofer bleibt Ansprechpartnerin für Veranstaltungen. Fabjan Hafner ist nun offiziell stellvertretender Leiter.

USCHI LOIGGE

Kommentare (3)

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v8a99ur55kyglp7mynl3xkd41380iy16
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Frankofon...Eh? Hannoveranerin, eh?


Intenationale Vernetzung mit der Schweiz, Workshops... Das nennt man Bingo Bullshit!

Netto wieviel?

Da habn wir wieder eine Germanin gebraucht, für einen österreichischen Schriftsteller von Rang!

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grefin
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Das ist einfach eine Familienzusammenführung

Aber für Klagenfurt reicht es.

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v8a99ur55kyglp7mynl3xkd41380iy16
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Danke!


Wie konnte es auch anders sein!

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