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Kärnten

Ex-Miss Austria will Misswahl nicht missen

Rennfahrerin, Stewardess, Miss Austria: In den 1980er Jahren war Mercedes Stermitz aus Klagenfurt eine der strahlendsten Frauen Österreichs. Bis zum Unfall.

Mercedes Otto-Stermitz sagt heute: „Ich habe die Zeit genossen“
Mercedes Otto-Stermitz sagt heute: „Ich habe die Zeit genossen“ © Jungwirth
 

Viele Jahre nach ihrem Sieg hat Miss Austria 1983 noch bei zwei Misswahlen mitgemacht – in der Jury. „Das war noch so ähnlich wie bei meiner eigenen. Die modernen Wahlen sind lahm und gefallen mir nicht. Models nur daherstaksen zu lassen, reicht nicht“, vergleicht Mercedes Otto-Stermitz. Deshalb verfolgt sie auch Veranstaltungen wie die heutige Misswahl in Kärnten nicht besonders.

Den schönen Namen und ihre Abenteuerlust verdankt sie vermutlich ihrem Großvater: „Der ist nach Südamerika ausgewandert, hat dort eine Hochseilartistin, Mercedes, geheiratet, kam zurück, nachdem sie tödlich abgestürzt ist, und wollte unbedingt, dass ein Baby aus der Familie auf ,Mercedes‘ getauft wird. Bei mir hat es endlich geklappt. “

Heute ist Misswahl

Event. Heute wird im Ballsaal des Schlosshotels Velden die neue Miss Kärnten 2015 gekürt.

Bewerberinnen. Die 14 Kandidatinnen müssen ledige Österreicherinnen mit Wohnsitz in Kärnten und am Stichtag 30. Juni mindestens 18 Jahre alt sein.

Preis. Der neuen Miss Kärnten
wird für ein Jahr ein Auto, ein Mini, zur Verfügung gestellt.

Männer sind nur als Zuschauer erwünscht. Mister Kärnten wird – anders als 2014 – in einer Extraveranstaltung gewählt.

Sie wurde AUA-Stewardess, aber als ein Passagier derb ein Bier bestellte, reichte es ihr. Sie studierte Jus und Architektur in Graz, ging von den letzten AUA-Ersparnissen auf eine Mannequin-Schule und wurde im Februar 1983 zur Miss Steiermark gewählt. „Da sagte mir ein Klatschkolumnist, dass der Motorsportler Helmut Marko eine Rennfahrerin sucht. So kam ich zum Motorsport.“ Und wurde im gleichen Monat Miss Austria.

Gerhard Berger besiegt

Die Medien stürmten den Rennstall, wovon auch der junge Teamkollege Gerhard Berger profitierte. „Den habe ich einmal im Slalom auf dem Minimundus-Parkplatz geschlagen“, schmunzelt Stermitz. Sie fuhr Rennen in Europa und Südamerika, lieferte Achtungserfolge. „Als Frau und Miss Austria bin ich im Rennzirkus schon anders behandelt worden, aber ich war ja ungewöhnlich.“ Werbeagenturen wurden aufmerksam. „Ich habe die Zeit genossen. Das Autofahren und das Leben haben Spaß gemacht.“

Im Februar 1993 wollte sie über die Felbertauernstraße zum Sponsor Ferrero, um über ein weiteres Engagement in der Formel 3000 zu reden. „Ich bin dort immer nur im Sommer gefahren, wenn die Straße in der Lawinengalerie zweispurig ohne Gegenverkehr verlief. Im Winter war das anders.“ Entsprechende Tafeln wurden von dem Lkw verdeckt, den sie arglos überholte.

An dem folgenden Frontalunfall wären sie und der andere Fahrer fast gestorben. „Bei ihm habe ich mich noch auf Krücken entschuldigt. Wir hatten ein gutes Gespräch.“
Heute lebt die 56-jährige Bäckerstochter aus Klagenfurt mit Ehemann Harald und den Kindern, „ein Down-Syndrom-Mädchen und ein guter U18-Torwart bei Wiener Neustadt“, bei Baden. Doch ein Wunsch wird immer stärker: „Ich würde gerne im Porsche-Cup mitfahren.

JOCHEN BENDELE

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