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Klagenfurt

Asylsuche vor den Augen Gottes

Asyl – statt Urlaub –bei Freunden: Das Theater "wolkenflug" bringt im Dom zu Klagenfurt ein Weihnachtsoratorium mit jugendlichen Asylsuchenden heraus.

Ute Liepold
Ute Liepold © KLZ/Markus Traussnig
 

Wo die Namen Ute Liepold und Bernd Liepold-Mosser draufstehen, ist häufig ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema drin. So auch im neuen Projekt ihres Theaters „wolkenflug“. Nächsten Mittwoch hat im Klagenfurter Dom ein provokantes Adventspiel Premiere, in dem Ute Liepold exemplarische Schicksale unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber mit Texten aus Bachs „Weihnachtsoratorium“ kontrastiert. Die Theaterszenen basieren auf dokumentarischem Material und werden mit Musik und Videos kombiniert. An der Produktion wirken auch fünf Jugendliche aus Afghanistan und Syrien mit, die aktuell im Landesjugendheim Rosental untergebracht sind.

„Die Kinder spielen keine Rollen, sondern sich selber“, erklärt Ute Liepold. Die Situation ist absurd genug, denn wenn die Mühlen der Bürokratie einmal zu mahlen beginnen, dann haben mitunter auch Erwachsene Schwierigkeiten zu verstehen, was vor sich geht. Und Produzent Bernd Liepold-Mosser fühlt sich durch den Mechanismus der amtlichen Befragungen an Franz Kafkas „Der Prozess“ erinnert: „Josef K. weiß auch nicht, wie ihm geschieht.“

„Hier wird eine Herbergsuche mit echten Menschen gemacht“, sagt Dompfarrer Peter Allmaier. Für das Zulassen einer Theaterproduktion im Altarraum des Doms habe er aus eigenen Kreisen teils heftige Kritik einstecken müssen. „Aber die echten Schicksale von Asylwerbern finden auch sonst täglich vor den Augen Gottes statt“, steht der Theologe zu dem Theaterprojekt.
Als Regisseurin geht es Ute Liepold neben dem humanitären Anspruch auch darum, „die Figur des Fremden im Eigenen zu suchen“. Bei den Proben mit den Asyl suchenden Jugendlichen sei sie auch schon auf etliche Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten gestoßen: „Das Spiel Schere-Stein-Papier gibt es auch in Afghanistan.“

Als Bühne dient ein Baugerüst (Beratung: Wilfried Winkler) im Altarraum – ein Hinweis darauf, dass in der Asylfrage „alles ein Provisorium ist. Das Haus Europa ist ja auch eine Baustelle“, findet Bernd Liepold-Mosser. Auf dieser bewegen sich mit Jutta Fastian, Gunda König und Markus Schöttl im Weihnachtsoratorium drei „wolkenflug“-erfahrene Schauspielprofis. Ebenfalls mit im Boot sind die Singschule Carinthia und Domorganist Klaus Kuchling.

USCHI LOIGGE

Kommentare (1)

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georgXV
1
3
Lesenswert?

ein hochbrisantes Thema !!!
Aber was hat diese Aufführung IN DER Kirche (Altarraum) verloren ???!!!
Für solche Aufführungen gibt es den Pfarr- oder Gemeindesaal !!!

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