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Kärntner des TagesHermann Kaponig: Der Wächter im Cyber-Raum

Hermann Kaponig aus St. Jakob leitet das Kommando „Führungsunterstützung und Cyber Defence“ beim Heer.

Salutiert vor der Österreich-Fahne bei der  Verleihung des Zugehörigkeitsabzeichens: Hermann Kaponig
Salutiert vor der Österreich-Fahne bei der Verleihung des Zugehörigkeitsabzeichens: Hermann Kaponig © KK
 

James Bond? Hermann Kaponig lacht: „Ich sehe die Filme gern. Mehr Berührungspunkte gibt es nicht. Wir sind kein neuer Nachrichtendienst.“

Schade! Was sein 1400 Personen starkes Kommando macht, würde in jeden Spionagefilm passen: „Wir planen etwa, was zu tun ist, wenn es in der Republik nach einer massiven Cyber-Attacke ein Blackout gibt. Da geht es darum, die Handlungsfähigkeit des Militärs und der wichtigsten Stellen wiederherzustellen. Wir wehren Cyber-Angriffe ab und könnten Gegnern mit unserer elektronischen Kampfführung falsche Navigationsdaten liefern oder vortäuschen, wir seien an ganz anderen Standorten.“

Wer das für Science-Fiction hält, darf sich von dem 54-Jährigen aufklären lassen: „Wöchentlich registrieren wir eine halbe Million Alarme, die überwiegend durch automatische Systeme reduziert werden. 300 Fälle müssen individuell analysiert werden. Im Schnitt bleiben drei bis fünf ernst zu nehmende Cyber-Attacken wöchentlich, die unsere Spezialisten bis dato erfolgreich abwehren konnten – in guter Zusammenarbeit mit den Nachrichtendiensten und auf gesamtstaatlicher Ebene.“ Bei den vielen Cyber-Attacken ist für den Kärntner klar: „Die Frage ist nicht, ob ein großflächiger Cyber-Angriff auf Österreich kommt, sondern wann.“

Die Cyber-Truppe

Kommando „Führungsunterstützung und Cyber Defence“. 1400 Mitarbeiter, 300 offene Stellen.
Hermann Kopanig leitet das Kommando seit Freitag und wurde zum Generalmajor ernannt.
Heute: Festakt mit Minister Doskozil, der wichtige Maßnahmen für das Bundesheer setzt.

Kaponigs Kommando wurde für moderne Herausforderungen geschaffen. Ein Beispiel: Im zweiten Halbjahr 2018 hat Österreich den EU-Ratsvorsitz. „Da entwickeln wir zum Beispiel Maßnahmen, um Drohnenattacken im urbanen Raum abzuwehren. In der Stadt kann man die ja nicht einfach abschießen.“

Drei Gründe gibt es, warum der St. Jakober zum Offizier wurde: „Mein Großonkel war Generaltruppeninspektor und hat zuvor die Luftraumüberwachung Goldhaube etabliert. Der damalige Freund meiner Schwester, ein Offizier, hat mir das Militär schmackhaft gemacht. Und bei uns Waffentechnik-Schülern in Ferlach haben Info-Offiziere fürs Bundesheer geworben.“

Kaponig machte eine Musterausbildung, kam jung in verantwortungsvolle Positionen, absolvierte Auslandseinsätze und Spezialkurse. Er wirkte an der Heeresreform mit und war im Kabinett von zwei Verteidigungsministern. Kein Wunder, dass er Leiter des neuen Kommandos wurde.

Auf „sein“ Heer lässt der Generalsmajor nichts kommen: „Wir sind alle Mitarbeiter eines Teams und jeder verdient Respekt – ob erfahrener Offizier, Sicherheitsexperte oder Rekrut, der uns nur sechs Monate lang begleitet.“

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