Kärntnerin des Tages

Für Ines Peiritsch ist Stottern kein Hindernis

Für die 29-jährige Ines Peiritsch aus Klagenfurt ist Stottern ein Ansporn. Gerade am Donnerstag, am Tag des Stotterns, will die Friseurmeisterin anderen Betroffenen Mut machen.

Stottern statt schweigen: Peiritsch will Gleichgesinnte motiviere © Privat/Amann
 

"Ich habe lange gebraucht, um das Stottern zu akzeptieren. Aber es ist ein Teil von mir und dieser hindert mich nicht daran, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen“, sagt die Klagenfurterin Ines Peiritsch. Mit dem Schritt in die Öffentlichkeit am Welttag des Stotterns (22. Oktober) will die 29-Jährige anderen Mut machen.

Denn noch immer ist die Redeflussstörung, die circa ein Prozent der Bevölkerung betrifft, ein Tabuthema. „Viele leben isoliert oder schweigen lieber, aus Angst, sich zu blamieren“, sagt Peiritsch. Und sie weiß, wovon sie spricht. Schon als Kind hat sie als Einzige in der Familie gestottert. Besonders die Schulzeit sei hart gewesen. „Ich wünsche mir, dass Eltern und Lehrer die Kinder für das Thema sensibilisieren. Man ist ja nicht dumm, nur weil man nicht flüssig sprechen kann. Andere sehen dafür schlecht.“

Zeit nehmen

Da für sie Stottern kein Hindernis, sondern ein Ansporn ist, hat sich die Friseurmeisterin nicht beirren lassen und sich vor drei Jahren mit ihrem Salon „Frisuren Ines“ in Pischeldorf selbstständig gemacht. „Anfangs hatte ich Sorge, dass ich nicht ernst genommen werde. Aber das ist zum Glück nie ein Thema gewesen. Heute habe ich ein tolles Team und viele liebe Kunden“, sagt Peiritsch, die dem Stottern auch etwas Positives abgewinnen kann: „Man muss sich für ein Gespräch Zeit nehmen und zuhören. Und das wird in dieser schnelllebigen Zeit ohnehin vernachlässigt.“

Ich habe lange gebraucht, um das Stottern zu akzeptieren. Aber es ist ein Teil von mir und dieser hindert mich nicht daran, ein glückliches Leben zu führen. 

Ines Peiritsch, Klagenfurterin
Wichtig sei es, offen damit umzugehen und aus dem Stottern kein Geheimnis zu machen. „Bei Seminaren etwa sage ich sofort, dass ich stottere. So beugt man Missverständnissen vor“, erklärt die Katzenliebhaberin, die im Laufe der Zeit etliche Therapien ausprobiert hat. Derzeit ist sie in den Händen von Logopädin und Psychologin Barbara Widhalm, mit der sie gute Fortschritte macht. „Heilungschancen gibt es in dem Sinne ja keine, aber man wird sicherer.“

Aber auch privat läuft bei Peiritsch alles wie am Schnürchen. Seit drei Jahren ist sie mit ihrer großen Liebe Max zusammen. „Er akzeptiert mich, wie ich bin, und unterstützt mich in allen Belangen“, schwärmt die junge Frau, die in früheren Beziehungen oft das Gefühl hatte, dass sich der andere für sie schämt. Doch das ist Schnee von gestern, jetzt blickt sie nach vorne und genießt vor allem Reisen in den Norden.

KERSTIN OBERLECHNER

Kommentare (1)

Kommentieren
Momi60
0
2
Lesenswert?

Endlich!

Sehr gut Frau Peiritsch!!! Sehr gut!

Antworten