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Kärntner des Tages

Ökonom mit Bodenhaftung

Hans Joachim Bodenhöfer (71) bekam den renommierten europäischen Umweltpreis "Binding".

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Umweltschutz und Wirtschaftsforschung, passt denn das zusammen? Hans Joachim Bodenhöfer sieht da keinen Widerspruch, ganz im Gegenteil: "Ökonomen haben schon in den 1970er-Jahren die Grenzen des Wachstums aufgezeigt. Und damit enormes Umdenken angestoßen." Bodenhöfer wandelt selbst auf den Spuren der großen Umweltökonomen - und wurde jetzt dafür mit dem "Binding-Preis" für Natur- und Umweltschutz ausgezeichnet. Dabei sieht sich der langjährige Institutsvorstand für Volkswirtschaftslehre an der Universität Klagenfurt gar nicht besonders als Umweltschützer:

"Wie die meisten anderen Mitteleuropäer habe ich einen viel zu großen ökologischen Fußabdruck", gesteht Bodenhöfer, der mit Frau Doris zwei erwachsene Töchter hat. Zwar fahre er seit Kurzem ein spritsparendes Auto, spektakuläre Umweltschutzaktionen fänden in seinem Leben aber nicht statt. Die Auszeichnung zielt auf etwas anderes ab: Auf den Universitätslehrgang für Management von Schutzzonen, dem Bodenhöfer als wissenschaftlicher Leiter vorgestanden ist.

Der Lehrgang, für dessen Betrieb der Ökologe Michael Jungmeier verantwortlich zeichnet, bildet Manager für Nationalparks oder Biosphärenparks aus und ist laut Bodenhöfer eine "exotische Blüte" im universitären Blumengarten, mit ebenso exotischen Interessenten. "Wir haben Teilnehmer aus Afrika, Südostasien und Lateinamerika. Eine sehr internationale Klientel." Selbst unterrichtet der ehemalige Uni-Rektor (1983 - 1986) aber nicht mehr. In der Pension hat Bodenhöfer, Grandseigneur der Ökonomie, nämlich genug anderes zu tun: Der passionierte Pfeifenraucher liest so viel wie nie zuvor und zwar hauptsächlich Belletristik, wissenschaftliche Literatur nimmt er nur mehr selten zur Hand. Ganz kann er sein Fach aber nicht lassen: Als Oberkirchenrat für wirtschaftliche Angelegenheiten berät er seit September den evangelischen Bischof Michael Bünker.

Und die Vorgänge in der Wirtschaft verfolgt der gebürtige Deutsche freilich auch noch immer gespannt: "Damit kann man ja nie aufhören."

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