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WasserschieneKärntens langer Weg bis zur Wasser-Sicherheit

Pläne für Wasserschiene im Zentralraum werden konkret. Neue hoch gelegene Quellen schützen bei einem Blackout.

Mit dem Klimawandel wird das Wasser-Thema noch aktueller
Mit dem Klimawandel wird das Wasser-Thema noch aktueller © Fotolia/frittipix
 

Rund 75 Millionen Euro: Diesen Betrag müsste das Land flüssig machen, um im Zentralraum zwischen Klagenfurt, Villach, Feldkirchen und St. Veit eine Wasserschiene zu errichten. Viel Geld für ein Gut, das selbstverständlich zu sein scheint. Dürreperioden, steigende Nachfrage in größeren Städten und Szenarien wie ein Blackout, Unfall oder terroristischer Anschlag alarmieren die Verantwortlichen. In einer vom Land beauftragten Studie erarbeiten nun Ziviltechniker von CCE Entscheidungsgrundlagen für die Landespolitik.

Sicher ist: Eine überregionale Wasserverbindung ist die Voraussetzung, um in Notfällen Brunnen oder Quellen ersetzen zu können. Denn anders als etwa Stromleitungen sind Wassernetze bis dato kaum verbunden, Versorger autonom. Schon ein Stromausfall – ausgelöst etwa durch Cyberkriminelle – bedroht die Versorgungssicherheit: Ohne Pumpen und nach Ausfall von Notstromaggregaten bräche die Wasserversorgung zusammen. Daher ist die Erschließung höher gelegener Quellen wie der Tiebelquellen oder in den Karawanken wesentlich. Der Eigendruck reicht aus, um Wasser zur Notversorgung in die Städte zu liefern.

„Mit dem Klimawandel wird das Thema noch aktueller“, warnt Kurt Rohner, für die Wasserwirtschaft zuständiger Beamter in der Landesregierung. Auf Tankwagen zu vertrauen wäre kurzsichtig: „In einer größeren Dimension wäre das völlig unmöglich.“ Versorger unter Federführung des Wasserverbandes Ossiacher See arbeiten an dieser Wasserschiene, die 300.000 Menschen verbinden soll. Dessen Chef Norbert Schwarz rät zu Weitblick – niemand könne es sich vorstellen, „was es bedeutet, 24 Stunden ohne Wasser zu sein. Vor dieser Gefahr dürfen wir nicht mehr die Augen verschließen.“

Die Wasserschiene soll in vier bis fünf Baulosen zu je rund 15 Millionen Euro errichtet werden, so Schwarz. 10 oder gar 20 Jahre könnte es dauern, bis der Ringschluss komplett und neue Quellen erschlossen wären. Zur Organisation der Wasserschiene solle man auf Strukturen zurückgreifen, sagt Rohner: „Wir haben ja sehr gute Abwasserverbände.“ Erich Eibensteiner ist Geschäftsführer des Wasserverbandes Klagenfurt-St. Veit, durch dessen Verbundleitungen pro Jahr vier Millionen Kubikmeter fließen. Er unterstreicht die Bedeutung einer „Infrastruktur fürs dritte Jahrtausend“ und nennt Beispiele: Drei Viertel des Villacher Wassers stammen vom Dobratsch: „Was wäre, wenn dort ein Hubschrauber abstürzt? Das Wasser müsste gar nicht kontaminiert sein, damit ein Notfall eintritt.“ Klagenfurt sammle sein Wasser derzeit in nur einem Behälter auf dem Spitalberg – „was, wenn da etwas passieren würde?“ Bis spätestens Mai 2019 soll die Studie zur Wasserschiene fertig sein. Die Finanzierbarkeit dürfe kein Thema werden, sagt Wasser-Landesrat Daniel Fellner: „Wenn wir nichts mehr zu trinken haben, brauchen wir uns über Breitband auch keine Gedanken mehr zu machen.“

Kommentare (2)

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Smusmu
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Oberste Priorität!

Als erste gehört eine mögliche Wasserprivatisierung (bspw Nestle) gänzlich verboten. Gesetzlich im Verfassungsrang.
Punkt.

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Trink-Wasserversorgung Klagenfurt gesichert?

Klagenfurt wird derzeit von den Trinkwassergewinnungsanlagen Straschitz, Zwirnawald und St. Klementen versorgt.

Frage:
eine dieser drei Trinkwassergewinnungsanlagen fällt aus technischen Gründen oder wegen Verschmutzung etc. aus -- wieviel Trinkwasser fehlt dann in Klagenfurt?

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