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Klage abgewiesenHagel-Dellen am Dach: Versicherung zahlt nicht

Weil ein Hausdach nach einem Sturm- und Hagelunwetter in Kärnten nur einen rein optischen Schaden hat, haftet die Versicherung nicht. Die Klage des Versicherungsnehmers wurde vom Gericht abgewiesen.

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Dachschaden durch Hagel wurde zum Fall fürs Gericht
Dachschaden durch Hagel wurde zum Fall fürs Gericht © APA/ZOOM-TIROL
 

Nach einem Hagelunwetter bekam ein Kärntner eine „aufs Dach“: Seine Versicherung zahlte nicht, obwohl das Dach seines Einfamilienhauses voller Dellen war. „Der Mann hatte eine Gebäudeversicherung abgeschlossen, bei der unter anderem Hagelschäden versichert waren“, erklärt die Klagenfurter Rechtsanwältin Alexandra Slama, die das Versicherungsunternehmen vertreten hat. Was der Betroffene nicht bedacht hatte: In seinem Versicherungsvertrag stand laut Slama, dass die Versicherung nur haftet, wenn die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt ist – wenn also das Dach nicht mehr „funktioniert“. „Für rein optische Schäden, wie etwa Dellen, bekommt der Versicherungsnehmer nichts“, erläutert die Anwältin.

Kommentare (11)

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XStoneX
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Logischerweise zahlt die Versicherung nicht...

... alle Schäden, sonst müssten wir Kunden ja im Endeffekt die Zeche dafür bezahlen.
Als gebrandmarkter Villacher nach dem Hagelunwetter 2015 kann ich nur froh sein, bei einer wirklich guten Versicherung (U....) versichert gewesen zu sein. Das Auto meiner Frau war ein Totalschaden, am Haus Dachschäden und Fassadenschäden & Rollädenbeschädigungen in Höhe von knapp EUR 30k. Bis auf eine Attikaverblechung - die auch nur optisch beschädigt war - wurde alles anstandslos übernommen.
Das Gesicht nach so einem Hagelschaden von einem Nicht-Versicherten hätte ich gerne gesehen. Ich jedenfalls war froh, ordentlich versichert gewesen zu sein, mein Betreuer hat wirklich tolle Arbeit geleistet.
Von daher habe ich bis dato fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Und ob meine Attikaverblechung ein paar Dellen hat, ist mir noch heute schnurz. Wichtig ist, dass alles dicht ist.
Man darf also nicht alle Versicherungen über den Kamm scheren. Und wer sich nicht versichern will, muss es nicht.

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tenke
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Versicherungsbedingungen

verstehen nur Versicherer. Und im schlimmsten Fall nur "auf ihre Weise".

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paulrandig
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Gedankenexperiment:

Ich steige auf mein Blechdach und mache mit dem Hammer Dellen rein.
Einige Jahre später kommt es zu verfrühter Korrosion und zu Wassereintritt. Ich bin überzeugt, dass die Versicherung dann sehr überzeugend argumentieren würde, dass daran die Dellen schuld sind.

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Carlo62
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Bleche für Dächer korrodieren nicht

weil sie z.B. aus Alu, Kupfer oder Edelstahl sind!

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paulrandig
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Carlo62

Manchmal aber auch nur aus lackiertem Stahlblech.

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MB75
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@paulrandig

Dem Versicherungsfall muss ein versichertes und versicherbares Ereignis (z. B. Feuer, Sturm, ...) vorausgehen. Meines Wissens gehört mutwillige Zerstörung nicht dazu.
Warum also dieses Gedankenexperiment?

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paulrandig
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MB75

Das Gedankenexperiment deshalb, weil ich einen klitzekleinen Verdacht habe, dass im vorliegenden Fall davon ausgegangen wird, dass die Dellen keinen funktionellen Schaden begünstigen, in meinem Gedankenexperiment die gleichen Dellen, anders verursacht, von der Versicherung aber höchstwahrscheinlich sehr wohl als kausal für einen eventuellen späteren Schaden angesehen würden.
Ich muss aber einräumen, dass ich nicht weiß, wie die Versicherung tatsächlich in drei Jahren reagieren würde, käme es als Spätfolge der Hageldellen doch noch zu einem funktionellen Schaden.

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crawler
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Wahrscheinlich

hilft es eher schon mit einem Anwalt im Hintergrund eine Versicherung abzuschließen um schon von vornherein irgendwelches Kleingedrucktes ins Licht zu holen. Das was die Versicherungen wirklich anbieten sind höchstens fiktive Leistungen. Die Tarife sind aber ausschließlich auf Gewinn des Institutes ausgerichtet sind, ausser vielleicht bei irgendwelchen Fix-Leistungs-Versicherungen wo es die Sätze gibt. Aber auch kann man nicht sicher sein, einfach eliminiert zu werden.

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Kristianjarnig
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Mich wundern die vielen negativen Clicks bei Ihrem Post. Wahrscheinlich viele Versicherungsmakler(gibt ja genug davon) unterwegs.

Ich sehe das ebenso wie Sie. Sehr viele Versicherungen verstecken sich teilweise hinter sehr undurchsichtigen Klauseln. Hier hilft nur ein Makler seines Vertrauens(wobei natürlich Vertrauen immer relativ ist, die meisten wollen einfach eine weitere Versicherung verkaufen, frägt man SEHR genau nach kommt oft nichts mehr), wesentlich sicherer ist es wohl kritische Versicherungen von einem Anwalt(die verstehen das Versicherungskauderwelsch) mal prüfen zu lassen(kein Problem bei den meisten Rechtsschutzversicherungen, da darf man ja zumindest einmal/Jahr eine Beratung in Anspruch nehmen).

Natürlich den es Versicherern durchwegs um eines - möglichst viel Geld durch Versicherungsprämien reinzubekommen und möglichst wenig Geld wieder rauszugeben.
Darum sehe ich Versicherungsvergleichportale etwas zwiespältig - das billigste Angebot ist sehr oft, vor allem im Schadensfalle, nicht das beste.

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raigra
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Anwaltskosten...

...1000 Euro...(?)

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Sofmax03
1
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Neue Berater

Ahhh, sind jetzt die Rechtsanwälte die neuen Versicherungsmakler und Schadensreferenten. Na dann können ja die Makler die rechtlichen Beratungen durchführten und pro Beratung die horenden Honorar verlangen. Seit wann sollen die Anwälte die Versicherungspakete verkaufen.

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