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645.000 Euro GeldstrafeKeine Steuer auf ergaunerte Millionen bezahlt: Verurteilt

44-Jähriger sitzt in Haft, weil er 70 Kärntner um 6,6 Millionen Euro betrog. Jetzt wurde er verurteilt, weil er für das ergaunerte Geld keine Steuern zahlte.

Landesgericht Klagenfurt
Landesgericht Klagenfurt © Helmuth Weichselbraun
 

Seinen letzten Auftritt am Landesgericht Klagenfurt hatte er im Dezember 2016, abenteuerliche Details inklusive. Am Dienstag musste sich ein mittlerweile 44 Jahre alter Oberkärntner erneut vor Gericht verantworten – direkt angereist aus der Justizanstalt Graz-Karlau, in der er eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt.

Jahrelang war der Mann als Vermögensberater tätig. Zahlreiche Freunde und Bekannte vertrauten ihm Geld an. Im Gegenzug versprach er Veranlagungsgewinne von 10 oder 20, manchmal gar bis zu 100 Prozent. Er prahlte mit Vermögen und Gold in der Schweiz. Manch einer bekam Geld zurück. Den Großteil verspekulierte der Mann jedoch oder verwendete es für seinen aufwendigen Lebensstil. Seine Beteiligung an einem Großbordell ging schief. Was unter dem Strich blieb? 70 Geschädigte, ein Gesamtschaden von 6,6 Millionen Euro, eine Verurteilung zu 4,5 Jahren unbedingter Haft wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges.

"Habe nicht ans Finanzamt gedacht"

Mehr als 2,5 Millionen Euro habe er zurückgezahlt, sagt der Angeklagte zu Richterin Ute Lambauer. Der 44-Jährige muss sich diesmal wegen gewerbsmäßiger Abgabenhinterziehung verantworten. Staatsanwalt Christian Pirker wirft ihm vor, dass er für das von seinen „Kunden“ erhaltene Geld Einkommenssteuer in Höhe von 2,1 Millionen Euro hätte zahlen müssen. „Ich war da in einem Strudel drinnen. Da habe ich nicht ans Finanzamt gedacht“, sagt der Angeklagte, der sich schuldig bekennt.

Sein Verteidiger versucht zu argumentieren, dass die Millionen Darlehen gewesen seien. Von einem Finanzbeamten, der als Zeuge geladen ist, will er wissen: „Kommt es manchmal vor, dass jemand beim Finanzamt anruft und sagt: ‘Ich begehe Betrug und würde das gern versteuern’?“ Das sorgt für Lachen im Gerichtssaal. Bei der Berechnung hat die Finanz auch die Ausgaben berücksichtigt.

Das Urteil des Schöffensenates: 645.000 Euro Geldstrafe. Die Höchststrafe wäre bei über sechs Millionen Euro gelegen. Bei Uneinbringlichkeit muss der Mann weitere sechs Monate absitzen. Nachdem es nach wie vor 60 Exekutionstitel gegen den 44-Jährigen gibt, ist das wahrscheinlicher. Der Mann nimmt das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft gibt keine Erklärung ab, das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Kommentare (1)

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gonde
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6 Monate für €645.000.-, ein sehr gutes Geschäft. Kein Wunder, daß er diese "Strafe" sofort annahm!

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