AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Feldkirchen

Einige Schäfchen kamen auch wieder zur Kirche zurück

Das Dekanat Feldkirchen verzeichnet bei den Kirchenaustritten ein Plus von zwei Prozent. Bei den Wiedereintritten ist man allerdings erfreut über eine Steigerung von 35 Prozent.

Einige traten aus der Kirche aus, aber die Rate der Wiederkehrer stieg 2015 © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Im Dekanat Feldkirchen sind die Bilanzen, was die Anzahl der Katholiken betrifft, noch nicht eingelangt. „Ich kenne die Zahlen noch nicht, deshalb kann ich nichts darüber sagen“, sagt der Dechant des Dekanates Feldkirchen, Erich Aichholzer. Mehr weiß bereits Franz Lamprecht, Finanzkammerdirektor der Diözese Gurk-Klagenfurt. Das Dekanat mit seinen 22 Pfarren verlor im vergangenen Jahr 216 Katholiken, 144 davon sind ausgetreten. 20.136 Menschen gehörten demnach der Katholischen Kirche an, 2014 waren es noch 20.352.

Einige kamen zurück

Lamprecht atmet trotzdem ein wenig auf. „Die Austrittssituation in Feldkirchen ist fast gleich geblieben. Sie stieg nur um zwei Prozent.“ Und es gibt noch einen positiven Aspekt: „Die Wiedereintritte stiegen um 35 Prozent. Da ist Feldkirchen ein Ausreißer“. 23 Menschen entschieden sich 2014, der Katholischen Kirche wieder beizutreten, 2015 waren es 31.

Das Wiederkehren, so Lamprecht, hat mehrere Ursachen. Oft sind familiäre Angelegenheiten die Ursache – Taufen, Firmungen. Möchte man Tauf- oder Firmpate sein, muss man Mitglied der Katholischen Kirche sein. Im Rahmen eines „Widerrufungsverfahren“ wird aber auch um abhanden gekommene „Schäfchen“ geworben. So nimmt die Kirche nach einem Austritt Kontakt auf und schreibt die Menschen an.

Man steht nicht mehr so intensiv zur Kirche. Menschen halten ihre Bindungen an kirchliche Organisationen nicht mehr so aufrecht. Aber das ist ein europaweiter Trend 

Kurt Udermann

Kurt Udermann, Pfarrer von Feldkirchen, weiß auch, dass es „bestimmte Momente“ sind, die eine Wiederkehr bewirken. „Bei Begräbnissen zum Beispiel.“ Da wird durch den Gang zum Priester oder in die Kirche klar, dass man wieder eintreten möchte: „Viele sagen mir dann, sie hätten auch schon länger darüber nachgedacht.“

Auf die Jugend setzen

Auch wenn die Austrittszahlen annähernd gleich bleiben, rasten wird man nicht können, so Lamprecht. „Die Jugendarbeit wird in Zukunft wichtig sein.“ Die Jugend besser an die Kirche zu binden, ist die große Herausforderung. Man verliert sie oft, nachdem sie die erste Kirchenbeitragsvorschreibung bekommen haben. „Wir schätzen den Kirchenbeitrag.“ Erscheint eine Vorschreibung zu hoch, so appelliert Lamprecht an die Beitragszahler, in die Kirchenbeitragsstelle zu kommen. In bestimmten Fällen kann er reduziert werden. „Etwa, wenn Kinder in Ausbildung sind, im Falle einer Krankheit oder in Notsituationen.“

Lamprecht sieht hinter dem Austreten aber auch einen gesellschaftlichen Trend: „Menschen halten ihre Bindungen an kirchliche Organisationen nicht mehr so aufrecht.“ Aber diese Tendenz ortet Lamprecht auch bei anderen Organisationen. Mitunter sind es auch Auffassungsunterschiede, etwa in der Flüchtlingsfrage, wo Menschen nicht mit dem Standpunkt der Kirche konform gehen.

Ein Bonuspunkt bei den Schäfchen: „Die unbürokratische Art von Papst Franziskus, seine Art, auf Menschen zuzugehen, das kommt gut an.“

MICHAELA AUER

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.