AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Kärntner des TagesLeonhard Leeb: Trompeter mit Weltformat

Leonhard Leeb (56) aus Feldkirchen hat sich mit seiner Trompete weltweit einen Namen gemacht. Am heutigen Freitag spielt er eines seiner seltenen Konzerte in der Heimat.

Mit der sanften Kraft der Trompete will Leonhard Leeb seine Geschichten erzählen
Mit der sanften Kraft der Trompete will Leonhard Leeb seine Geschichten erzählen © KK/Lona Barce
 

Mit zwölf Jahren hat Leonhard Leeb seine erste Trompete bekommen. Eine alte, gebrauchte und verbeulte war es, ein Instrument, „das heute bestimmt keiner mehr in die Hand nehmen würde“, sagt Leeb. Und dennoch: Er war von ihrem Klang so begeistert, dass er freiwillig jeden Tag übte und so den Weg zu seiner musikalischen Laufbahn vorbereitete. „Für mich war dieses alte Instrument ein Heiligtum.“

Aufgewachsen ist Leeb in St. Ulrich bei Feldkirchen. Bei der Stadtkapelle Feldkirchen, bei der auch sein Vater und seine Geschwister spielten, stellte er erstmals sein musikalisches Talent unter Beweis. „Alle in meiner Familie spielen ein Instrument“, sagt Leeb. „Bis auf meine Mutter, aber die singt im Chor.“ Den Weg zum Berufsmusiker hat er als Einziger beschritten. Er studierte bei der Trompeten-Solistin Carole D. Reinhart sowie beim Solo-Trompeter der Wiener Philharmoniker, Josef Pomberger, an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Was musikalische Stilrichtungen betrifft, kennt Leeb keine Berührungsängste, was er mit seiner Klassik-Band, die „Trumpets in Concert“ (kurz: TIC), die er 1998 gründete, immer wieder unter Beweis stellt.

Musik quer durch den Kräutergarten

Das Repertoire reicht von Klassik, Barock, über Jazz bis hin zu Elvis Presley. „Ein Konzertbesuch lohnt sich also auch für jene, die keine oder kaum klassische Musik hören“, sagt Leeb. „Ein eingeschränktes Hörverhalten gibt es fast nicht mehr, der Großteil der Menschen hört Musik quer durch den Kräutergarten.“ Etwas, das auch für ihn gilt. „Ich bin keiner, der nur Ö 1 hört.“ Man habe auch Stimmungsschwankungen und könne nicht immer nur dasselbe hören, sagt Leeb, der mit seiner Frau und Tochter in Wien lebt, wo er an seinem ehemaligen Studienplatz unterrichtet.

Das Konzert

„Sacred Rooms“ Trompete & Orgel“ mit Leonhard Leeb (Trompete) und Klaus Kuchling (Orgel)
Wo? Stadtpfarrkirche Maria im Dorn in Feldkirchen
Wann? Freitag, 9. November um 19.30 Uhr

Seit 2000 hat Leeb sich vom reinen Interpreten wegentwickelt und begonnen, selbst zu komponieren. „Ich mag es, Konzertformate zu kreieren, etwa mit Eigenkompositionen, die an Filmmusik erinnern.“ Bei Leeb verschmelzen die Grenzen zwischen U- und E-Musik. Dass man damit sehr erfolgreich ist, zeigen Einladungen zu internationalen Festivals, etwa zu den Bregenzer Festspielen oder nach London zu Proms at St. Jude’s.
Konzerttourneen führten Leeb nach China und Kanada. 2005 war er auch beim Carinthischen Sommer in Ossiach zu Gast.

Der Auftritt in seiner Heimatstadt ist für ihn ganz besonders. „Vor Leuten zu spielen, die man alle irgendwie kennt, ist schon eine kleine Aufregung.“ Was das Publikum erwarten darf? „Emotionen, die berühren. Denn die Verbindung Trompete und Orgel in einem sakralen Raum schafft ganz eigene Stimmungslagen.“

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren